Chuck Norris

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Chuck Norris

Beitrag von Retro am So März 15, 2015 1:30 am

Seinen ersten Auftritt in einem Film hatte der mehrfache Karate-Weltmeister Chuck Norris 1968, in "Rollkommando" mit Dean Martin,
für dessen Kampfszenen sein Freund und Lehrer Bruce Lee als Berater verantwortlich war.
Dort spielte er einen Bodyguard, der lediglich eine Kampfszene und einen kurzen Dialog hatte.
An eine Karriere als Schauspieler hat zu diesem Zeitpunkt noch niemand gedacht, zumal er auch bis 1973 immer noch bei Meisterschaften aktiv war.

Es verwundert wohl nicht, dass es ebenfalls Bruce Lee war, der ihn 1972 wieder zu einem Film überredete-
diesmal als sein eigener Gegner, in einer etwas größeren, und vor allem wichtigeren Rolle, in "Die Todeskralle schlägt wieder zu".
Da seine Rolle als "Colt", und sein Kampf gegen Bruce Lee im Kollosseum in Rom heute schon beinahe legendär sind,
werde ich diesen Film auch als erste seiner "richtigen" Rollen besprechen- obwohl er auch hier ja eigentlich nur ein Nebendarsteller war.
Ich denke, dass man diese Rolle durchaus als den Anfang seiner Karriere als Schauspieler bezeichnen kann.

Direkt im Anschluss bekam er ein Angebot von B-Film-Legende Roger Corman, für einen Thriller über Lehrer, welche mit Gewalt ein neues Schulsystem erzwingen wollten.
Der Film nannte sich "Student Teachers", wurde allerdings noch vor dem Kino-Einsatz mehrmals wegen diverser Streitigkeiten mit Regisseur, Produzenten und Verleihern umgeschnitten,
neue Szenen nachgedreht, und kam am Ende als Softsex-Komödie an einer Highschool in die US-Kinos.
Da das Ergebnis nichts mehr mit dem ursprünglichen Drehbuch zu tun hatte, wollte Norris seinen Namen nicht mehr dafür hergeben-
So blieben zwar die Kampfszenen im Film erhalten, Norris' Name tauchte jedoch weder in den Credits, noch in der Werbung zum Film auf.
Der Film floppte auch kolossal, und wurde nie ausserhalb Amerika's gezeigt oder vermarktet.

Alle folgenden Hauptrollen (und als solche beworbene Nebenrollen), sowie seine Nebenrolle in der bisher letzten großen Kinoproduktion "Expendables 2" werden hier ausführlich erwähnt.
Diverse Gastauftritte in anderen Filmen und TV-Serien, sowie seine Beteiligung an einigen Werbespots spare ich mir aber größtenteils, das würde den eh schon recht großen Rahmen sprengen...

Im übrigen ist an fast allen seinen Filmen auch sein Bruder Aaron Norris beteiligt gewesen.
Erst als Stuntman, als zuständiger für die Kampfszenen-Choreographie, später als Produzent, und seit 1988 sogar als Regisseur einiger der Filme- und immer wieder mal in kleinen Nebenrollen.
Zusammen mit Chuck gründete er auch die Produktionsfirma "Topkick Productions", welche 1983 den Hit "McQuade - Der Wolf" beinahe im Alleingang auf die Beine stellte.



Die Todeskralle schlägt wieder zu (1972)



Ein kleines China-Restaurant in Rom ist der Mafia ein Dorn im Auge, so dass einige Schläger die Besitzerfamilie einschüchtern und vertreiben sollen.
Doch da gibt es noch Tang Lung (Bruce Lee), einen Freund der Familie, welcher um Hilfe gebeten wird- und aus Hong Kong anreist.
Als auch die besten Kämpfer und ein Scharfschütze ihn weder töten noch vertreiben können, greift deren Anführer zum letzten mittel:
Er heuert den amerikanischen Profi-Kämpfer Colt (Chuck Norris) an, um Tang Lung zu töten.
Im Kolosseum treffen die beiden schließlich aufeinander...

Der erste Bruce Lee-Film, der auf eher realistische Kämpfe setzt, als auf Meterhohe Sprünge usw- wofür er sich seinen Freund und Schüler Chuck Norris als Gegner in den Film geholt hat.
Die Story ist solide, aber nichts herausragendes, ein wenig Humor und (beabsichtigte) Klischees haben hier ebenfalls einen Platz gefunden.
Was den Film so berühmt gemacht hat, ist ohne Zweifel der recht lange und schön inszenierte Schlusskampf zwischen Lee und Norris.
Hier dürfen beide an einem imposanten Schauplatz zeigen, was sie können.

7/10

Der Boss von San Francisco (1973)



Der Partner von Officer Don Wong wird entführt, woraufhin dieser einen Alleingang startet, seinen Freund und Kollegen befreit- aber den Entführer tötet.
Damit ist er seinen Job in der Polizei von San Francisco los, und wenig später wird sein Freund bei einem Überfall getötet.
Er startet einen privaten Rachefeldzug gegen ein ganzes Syndikat, verkloppt sie alle- und steht am Ende dem "Boss von San Francisco" (Chuck Norris) gegenüber.

Genau genommen eine ziemliche Mogelpackung.
Geworben wird mit Chuck Norris als Hauptdarsteller, obwohl er nur eine (noch dazu völlig unpassende) größere Nebenrolle hat.
Norris spielt hier einen Gangsterboss mit dickem Schnauzbart, verspiegelter Brille, und blödem Hut- und wirkt in jeder Sekunde seiner wenigen Screentime komplett deplaziert.
Am Ende darf er zwar zeigen, dass er zumindest ein guter Kämpfer ist, der Kampf ist aber stark gekürzt worden, und er verliert diesen auch- er ist ja der "Bad Guy" in diesem Film...
Alle Deutschen Veröffentlichungen des Films sind in den Kampfszenen stark gekürzt, egal ob FSK 16, 18, VHS oder DVD.
Das Problem ist nur: Die (wenigen) Kämpfe sind das einzige halbwegs interessante an dieser US/HongKong Produktion.
Leider hat man dazu noch zu wirklich jeder Bewegung der Kämpfer Geräusche eingespielt, als ob Bretter zertreten werden, Peitschen knallen, oder Knallfrösche gezündet werden-
egal ob etwas/jemand getroffen wird, oder nicht.
Das ganze wirkt daher einfach nur wie Kasperletheater, und ist eher ärgerlich als unterhaltsam.
Uncut evtl. für Freunde der Kampfkunst zu empfehlen, sofern man den Zisch-Knall-Peng Ton abschaltet. So aber nur ein Totalausfall.

0/10

Breaker Breaker (1977)



Der Trucker John Dawes (Chuck Norris) lässt zum ersten mal seinen jüngeren Bruder alleine mit seinem Truck eine Lieferung erledigen.
Dieser wird jedoch per CB-Funk von Polizisten falsch informiert und nach Texas City umgeleitet, in dem korrupte Polizisten und ein dauernd betrunkener Richter ihn ausnehmen wollen.
Da er sich weigert das Urteil des Richters anzunehmen, wird er verprügelt und eingesperrt.
Als sein Bruder John das herausfindet fährt er nach Texas City, freundet sich dort in der Stadtkneipe mit der Bedienung Arleen an,
und wird schon bald von den schwer bewaffneten Hinterwäldlern überwältigt und ebenfalls eingesperrt.
Daraufhin ruft Arleen über Funk andere Trucker zur Hilfe, welche sich zusammentun, um mit ihren Trucks die Stadt plattzumachen...

Die erste richtige Hauptrolle für Chuck Norris scheint das Vorbild für Peckinpah's "Convoy" gewesen zu sein, wurde "Breaker Breaker" doch schon ein Jahr zuvor gedreht.
Kneipenprügelei, Polizei mit CB-Funk um Trucker hereinzulegen, verprügeln und einsperren eines Truckers- und das herausholen mit Hilfe eines LKW-Convoys- das alles ist auch hier vorhanden.
Dummerweise ist die Inszenierung unglaublich schnarchig, und trotz der kurzen Laufzeit von 80 Minuten langweilt man sich des öfteren.
Norris kommt nicht unsympathisch rüber, kann aber weder schauspielerisch, noch als Kämpfer glänzen.
Die wenigen Actionszenen sind mangels Budget und erfahrenen Stuntleuten/Gegnern schlecht geschnitten,
und es wirkt des öfteren, als müsste Norris eher "vorsichtig" zuschlagen, um keinen wirklich zu verletzen- oder es wurde gleich so gedreht, dass der Gegner nicht zu sehen ist.
Die andauernd eingespielte Country Musik wirkt aufdringlich und unpassend, obwohl genau dies ein Jahr später beim schon erwähntem "Convoy" hervorragend passte.
Der Film wurde auch unter dem Titel "Action Forever" vermarktet.

3/10

Black Tiger (1978)



Die Spezialeinheit "Black Tiger" unter Führung von Major John Booker (Chuck Norris) soll in Vietnam Kriegsgefangene befreien.
Allerdings geht die Mission schief, und die Überlebenden werden nicht wie verabredet mit dem Hubschrauber abgeholt.
Als der Trupp sich nach Hause durchgeschlagen hat, quittieren alle den Dienst.
Einige Jahre später: Booker erfährt von einer Todesliste, auf der er, ebenso wie alle anderen Überlebenden der Black Tiger-Einheit stehen.
Zusammen mir der Reporterin Margaret versucht er seine alten Freunde zu warnen, und herauszufinden, wer dahintersteckt...

Da Norris nicht gerade ein begnadeter Schauspieler ist, und auch etwas steif rüberkommt, hat der Film ein großes Problem:
Ein flotter Anfang in Vietnam, danach extrem viel Leerlauf, wenig Action, und noch weniger Kampfszenen, in denen er ja durchaus glänzen könnte.
Auch Anne Archer und James Franciscus können hier nicht viel herausreissen, die Story schleppt sich meist öde dahin, der Soundtrack ist extremst nervig,
die wenigen Tricks (Explosion des Flugzeugs) sehen übelst billig aus- und die Deutsche Synchro ist unglaublich schlecht.
Aber zumindest für den letzten Punkt kann der Film an sich ja nichts...
Der Film wurde auch unter den Titeln "Black Fighter" und  "Der schwarze Tiger" vermarktet.

3/10

Jennifer O'Neill spielt hier übrigens NICHT mit. Ist ein Fehler auf dem Cover- siehe auch Kommentar unter "Bulldozer".

Der Bulldozer (1979)



Santa Madre, Kalifornien. Seit einiger Zeit ist hier ein Drogenkartell am Werk, welches zum Schutz vor der Polizei einen Karate-Kämpfer einsetzt.
Die Drogenfahnder haben keine Chance gegen seine Kampfkünste, so dass man sich überlegt, Hilfe von aussen zu suchen.
So wird der Karatelehrer und Kampfsport-Experte Logan (Chuck Norris) um Rat und Hilfe gebeten, die Polizisten in Kampfkunst auszubilden.
Nebenbei kommt er auch noch dem Drahtzieher des Drogenrings auf die Spur,
ist ihm dieser doch kein unbekannter, sondern der Karate-Champion Sparks (Bill Wallace, mehrfacher Karate-Weltmeister).
Es kommt, wie es kommen muss: Die beiden treffen aufeinander...

Im vergleich zum Vorgängerfilm hat man sich hier schon in allen Punkten etwas gesteigert.
Schauspielerisch sind hier zwar auch keine Highlights zu vermelden, aber zumindest wirkt Chuck Norris schon etwas lockerer als bisher,
auch wenn es gerade anfangs ein paar Szenen gibt, in denen er seltsam unbeteiligt wirkend herumsteht.
Da man hier aber mehr oder weniger die Idee hatte, Chuck sich selbst spielen zu lassen, umging man sein größtes Manko recht geschickt,
und setzte dafür seine Stärken besser in den Mittelpunkt. Neben den Actionszenen ist ja auch eine Karateschule ein nicht unwichtiger Teil des Films.
Natürlich dürfen auch ein paar Klischees nicht fehlen- eine Lovestory mit der Polizistin Mandy (Jennifer O'Neill) gibt es ebenso, wie Drogenopfer im Bekanntenkreis von Logan.
Dass es nicht gerade logisch klingt, zu versuchen eine komplette Polizei-Einheit in wenigen Tagen zu Karatechamps zu machen, sollte man auch großzügig übersehen.
Die Deutsche Synchro ist leider auch wieder ein klarer Schwachpunkt, wenn auch besser als im vorherigen Film.

5/10

Qualitativ ist die oben zu sehende DVD von "XCess" zu empfehlen, der Film ist in guter Qualität und ungekürzt sowohl in 4:3, als auch in 16:9 vorhanden.
Seltsam ist nur das Cover des Pappschubers, welches aber schon damals als Plakat in Deutschland beim Kino-Einsatz zu sehen war.
Den (schlecht gezeichneten) schwarzen Porsche fuhr Chuck im Vorgängerfilm "Black Tiger", auch sein Bild stammt von diesem (OT: Good guys wear black).
Allerdings gibt es "Black Tiger" in einer DVD-Neuauflage auch mit diesem Cover, welches zwar theoretisch passen würde-
aber einfach vom "Bulldozer" übernommen wurde, so dass auch Jennifer O'Neill dort erwähnt wird, die aber dort gar nicht mitspielt...


Octagon (1980)



Der Kampfsportler Scott James (Chuck Norris) wird Zeuge eines Angriffes von Ninjas auf Nancy, eine junge Frau, dir er gerade erst kennengelernt hat.
Er kann sich selbst zwar gegen den Angriff wehren, aber nicht verhindern, dass Nancy getötet wird.
Da man Ninjas nicht gerade oft sieht, und Scott selbst einer von nur wenigen Personen ist, die sich in der Kunst des stillen Tötens auskennen,
kommt ihm der Verdacht, dass sein abtrünniger Stiefbruder Seikura dahinter stecken könnte, den er seit seiner Ausbildung vor vielen Jahren nicht mehr gesehen hat...
Zusammen mit dem Kopfgeldjäger McCarn (Lee Van Cleef) versucht er, näheres herauszufinden-
und stößt dabei auf ein geheimes Ninja-Trainingscamp, sowie den Grund, warum Nancy getötet wurde...

Norris spielt hier quasi wieder sich selbst, was, wie schon im vorherigen Film, zumindest annehmbar funktioniert.
Lee Van Cleef hat man allerdings ziemlich verschenkt, er taucht mehr oder weniger regelmäßig nur kurz auf, und gibt Norris einige gute Ratschläge.
Vielleicht wollte man damit verhindern, dass Van Cleef Norris die Show stiehlt, und nur einen zweiten bekannten Namen im Film haben...?
Egal, "Octagon" ist keineswegs ein schlechter Film, wenn auch immer noch kein großer Hit.
Es gibt mehr Actionszenen als bisher, auch der Gewaltgrad wurde generell ein wenig angezogen- vor allem der recht lange und schön inszenierte Schlusskampf ist definitiv sehenswert.

6/10

"Octagon" war der erste US-Film, der Ninjas zum Thema hatte- und löste damit einen kurzzeitigen Boom an ähnlichen Filmen aus, die größtenteils aus den "Cannon" Filmstudios kamen-
welche später (von 1984 bis 1991) auch ein paar der besten und bekanntesten Filme mit Chuck Norris drehten.


Der Gigant (1981)



Sean Kane (Chuck Norris) ist Polizist, und ermittelt gegen einen Drogenschmuggler-Ring.
Als bei einem Einsatz sein Partner getötet, und er selbst verletzt wird, kündigt er seinen Job und ermittelt auf eigene Faust.
Linda, die Freundin seines ermordeten Partners ist Reporterin, und versucht ebenfalls etwas über die Hintergründe zu erfahren.
Als auch noch Linda getötet wird, will Kane nur noch Rache für seine Freunde- und beginnt brutal aufzuräumen...

So allmählich kann man Chuck Norris attestieren, halbwegs als Schauspieler wahrgenommen zu werden.
Natürlich darf man hier nicht zu viel erwarten, aber inzwischen wirkt er zumindest nicht mehr so unsicher und deplaziert wie in einigen seiner vorherigen Filmen.
Dazu kommt eine sehr gute Nebenbesetzung mit Christopher Lee, Richard Roundtree, Mako und Terry Kiser.
Sicher, die Story ist alles andere als innovativ und schon unzählige male dagewesen-
aber Regisseur Steve Carver versteht es immerhin eine gute Balance aus Handlung und Actionszenen hinzukriegen, so dass man sich nie langweilt.
San Francisco als Location, und ein guter, typischer Score aus dieser Zeit passen ebenfalls ins Gesamtbild.
Zu meckern gibt es eigentlich nicht viel.
Ausser dass die bösen Buben hier trotz kurzer Entfernung zu dumm zum zielen sind, und immer im falschen Moment nachladen müssen,
sind die Action und Kampfszenen gelungen und aufwändig inszeniert- aber genau diese Negativpunkte gab es zu dieser Zeit wirklich in jedem zweiten Actionfilm.
Actionreicher Film mit fragwürdiger Selbstjustiz-Handlung ohne jegliche Überraschungen in der Story.

7/10

Das stumme Ungeheuer (1982)



John Kirby ist in psychiatrischer Behandlung, kommt jedoch mit seinem Leben nicht klar.
Er startet einen Amoklauf mit einer Axt, und wird erst durch mehrere Schüsse der Polizei aufgehalten.
Im Krankenhaus versucht man noch, sein Leben zu retten, doch Kirby ist Gehirntot.
Allerdings hat einer der Ärzte ein neues, ungeprüftes Mittel zur Selbstheilung entwickelt, welches er an Kirby testet.
Dieses funktioniert jedoch besser als gedacht, Kirby's Körper erholt sich rasend schnell- er entkommt, und wird nur noch vom Mordinstinkt getrieben.
So sieht sich die Stadt jetzt einer beinahe unverwundbaren Killermaschine gegenüber,
und Sheriff Dan Stevens (Chuck Norris) ist Dank seiner Kampfkünste der einzige, der auch nur annähernd eine Chance hat gegen Kirby anzukommen...

Das klingt jetzt in der Beschreibung besser, als das Ergebnis geworden ist.
Irgendwie will hier nichts so recht zusammenpassen.
Eine Art unverwundbares "Frankenstein-Monster", Kneipenschlägereien, ein wohl lustig geneinter Sidekick in Form des dicken Hilfssheriffs, welcher aber unglaublich nervt,
eine eingefügte Lovestory samt lustiger Musik, und relativ wenige Actionszenen sorgen eher für Langeweile, Unverständnis und Kopfschütteln, als für gute Unterhaltung.
Kaum Spannung, kaum Action, kaum "Horror"- und noch dazu miese Nebendarsteller,
und teils sogar auffällig schlechte Kampf-Choreographie (in der Kneipenschlägerei) enttäuschen auf ganzer Linie.
Lediglich Ron Silver als Dr. Halman fällt hier positiv auf, für Norris ist der Film sogar Schauspielerisch ein Rückschritt.
Von diesem Film existiert bis heute keine legale Deutsche DVD-Veröffentlichung, man hat da allerdings auch nicht viel verpasst.

3/10

Kalte Wut (1982)



Josh Randall (Chuck Norris) ist Sicherheitschef und Geldeintreiber in einem großen Spielcasino in Hongkong.
Das Osiris-Kartell will alle Casinos unter seine Hand bringen, um die alleinige Macht im Spielermilieu zu haben.
Der Betreiber der Spielhalle ist allerdings nicht interessiert, wird daraufhin umgebracht, und Randall gilt als Hauptverdächtiger.
Er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, und mischt das Kartell auf...

Eine simple Rachestory, einige coole Oneliner von Norris ("Ich kann den Boss jetzt nicht stören" - "Musst du nicht, das mache ich selbst!"),
ein paar schöne Kampfszenen, und ein generell gut aufgelegter Chuck Norris sorgen für gute Unterhaltung.
Dass dieser zu den eher unbekannteren Norris-Filmen gehört, liegt mit Sicherheit auch daran, dass es bis heute keine legale DVD oder Blu-ray von "Kalte Wut" gibt.
Hier wird klassische 80'er Jahre-Action geboten.
Noch nicht im ganz großen Stil, aber auch nicht zu billig- und einige optisch sehr schön eingefangene Szenen gibt es auch zu bewundern.
Was auch auffällt: Erstmals hat Norris hier auffällig viel Dialog, kommt damit durchaus ordentlich rüber- und scheint sich damit inzwischen auch wohl zu fühlen.
Die etwas flapsige Deutsche Synchro passt gut zum geschehen, und rutscht nie ins peinliche ab,
lediglich das immer wieder eingesetzte Voice-Over passt zu diesem Film irgendwie gar nicht, und erzählt auch nichts wirklich wichtiges.

8/10

McQuade - Der Wolf (1983)



Texas Ranger J.J. McQuade (Chuck Norris) ist ein harter Kerl, welcher mit brachialer Härte das Gesetz vertritt, und nur wenig von sauberer, gepflegter Dienstkleidung hält.
Er lebt in einer Bruchbude in der Wüste, hält sich einen Wolf als Haustier, und ein gelegentliches Bierchen ist ebenfalls pflicht.
Kein Wunder, dass seine Frau sich von ihm getrennt hat, und mit der gemeinsamen Tochter ausgezogen ist- trotzdem haben die drei ein freundschaftliches Verhältnis bewahrt.
Bei einem Überfall auf einen mit Waffen beladenem Truck sind zufällig seine Tochter und ihr Freund in der Nähe. Die beiden werden entdeckt, ihr Freund erschossen- und die Tochter entführt.
McQuade nimmt das natürlich persönlich, und ermittelt auf eigene Faust, da hier das FBI zuständig ist.
Er kommt einem Waffenschuggler-Ring auf die Spur, welcher von Rawley Wilkes (David Carradine), einem bekannten Karate-Champion geleitet wird...

Von der ersten Minute an erscheint einem der Film wie ein dreckiger Western, nur mit modernen Waffen und Autos.
Die trockenen Wüsten in Texas sind die perfekte Location für diesen Film, in dem ein Einzelgänger gegen böse (natürlich) Mexikanische Pferdediebe und Waffenschmuggler antreten muss.
Insofern haben wir hier einen atmosphärischen, mit typischem, an Ennio Morricone erinnernden Western-Score unterlegten Action-Western mit jeder Menge Schusswaffen,
in welchem ausführliche Martial Arts-Szenen erst am Ende, im Zweikampf gegen David Carradine gezeigt werden.
Die Action ist ordentlich inszeniert, das auftreten von McQuade cool dargestellt.
Das einzig unpassende am Film ist die eingefügte Lovestory zwischen Norris & Barbara Carrera, die so irgendwie gar nicht zum Rest passen will.
Davon abgesehen aber ein echtes Highlight im Lebenslauf von Chuck Norris.
Ganz offensichtlich ist "McQuade" auch das klare Vorbild für die spätere TV-Erfolgsserie "Walker, Texas Ranger".

9/10

"Lone Wolf McQuade" war ein Wunschprojekt von Chuck Norris, doch kein einziges Filmstudio erklärte sich zur Produktion bereit, da der Film zu sehr einem modernen Western glich.
Zu diesem Zeitpunkt waren Western quasi tot, und ein hohes Risiko für die Studios.
Daher stemmten die Norris-Brüder Chuck und Aaron den kompletten Film alleine, holten sich Wunsch-Regisseur Steve Carver, der schon bei "Der Gigant" Regie geführt hatte,
und wie Chuck ein großer Western-Fan war, und sicherten sich mit "Orion Pictures" zumindest einen bekannten Verleiher.
Unter diesen eher widrigen Umständen entstand einer der besten, wenn nicht sogar der beste Film, den Norris in seiner Karriere gedreht hat.
Fast schon schade, dass er nach diesem Risiko, welches sich für ihn aber durchaus lohnte, einen langjährigen Vertrag mit der B-Actionfilm-Schmiede "Cannon" einging.
Dort hatte er in den ersten Jahren auch einige Hits vorzuweisen,
aber mit "Cannon" ging es einige Jahre später steil abwärts, die Budgets wurden kleiner- und Norris war an seinen Vertrag gebunden...


1984 - 1991 - Die "Cannon"-Jahre

Missing in Action (1984)



Die Amerikanische Regierung schickt einige Vertreter nach Vietnam, um über die freilasung der letzten dort noch vermissten und vermutlich gefangenen Soldaten zu verhandeln.
Der Hochdekorierte Captain James Braddock (Chuck Norris) kommt wegen seiner Erfahrungen als Berater mit, setzt sich, kaum in Vietnam angekommen, jedoch von den anderen ab-
und versucht auf eigene Faust Beweise für die immer noch gefangenen Amerikaner zu finden...

Senator: Das wird ‘ne Menge Ärger geben, Braddock.
Braddock: Deshalb bin ich hier, Senator!

Was als erstes auffällt: Chuck Norris hat einen anderen Synchronsprecher, hier und im "Nachfolger" Thomas Danneberg.
Nicht unpassend, aber eben ungewohnt. Und so manchen peinlichen Dialog hätte man sich hier sparen können, wie den "Bengel ohne Hose"- sowas passt eher in Spencer/Hill-Filme.
Ansonsten ist der Film sauber inszeniert, bietet einiges an Action, und Chuck Norris in seiner Paraderolle, in die er auch am besten passt.
Lediglich in der Mitte des Films gibt es einen Durchhänger- wofür die Actionreiche letzte halbe Stunde aber entschädigt.
Ein offensichtliches Produkt der 80'er. Voller Klischees, bösen Vietnamesen, tollen Amis und dem entsprechenden Patriotismus.
In dem Jahrzehnt war das bei Actionfilmen aber quasi Standard, soll also nicht zu Punktabzug führen.

7/10

Genau genommen ist "MiA" der zweite Film der Reihe, er wurde direkt im Anschluss an "MiA 2" gedreht.
Bei Testvorführungen fiel der eigentlich erste Teil allerdings durch, so dass man den besser und teurer produzierten Nachfolger zuerst veröffentlichte.
Dieser lief auch sehr erfolgreich, und holte ein vielfaches seiner Kosten wieder rein.
Was liegt da näher, als den eh schon fertig gedrehten, aber schwächeren Film direkt im Anschluss ins Kino zu bringen?
So wurde aus dem eigentlich ersten Film eben ein Prequel, mit dem Untertitel "The Beginning", und wurde bei uns als "Die Rückkehr" vermarktet.


Missing in Action 2 - Die Rückkehr (Gedreht 1984, Veröffentlicht 1985)



In Vietnam wird der Hubschrauber von Colonel Braddock (Chuck Norris) bei einem Einsatz abgeschossen. Die komplette Besatzung überlebt, wird jedoch vom Vietcong gefangen genommen.
Im Lager der Vietcong herrschen Folter und Gewalt gegen die Gefangenen Amerikaner, man will sie dazu bringen, angebliche Kriegsverbrechen zu gestehen.
Als der Lagerkommandant Yin (Soon-Tek Oh) einen der Männer lebendig verbrennt, täuscht Braddock danach seinen Selbstmord durch erhängen vor,
kann den Vietcong der ihn entdeckt überwältigen, und aus dem Lager fliehen.
Doch Braddock denkt gar nicht daran, alleine nach Hause zurückzukehren...

Die Vorgeschichte des zuerst veröffentlichten eigentlichen zweiten Teils.
Klischeehafter und politisch unkorrekter geht es kaum noch.
Vietnamesen sind generell nur Sadisten oder Nutten, Amis die armen unschuldigen Opfer, die nie etwas böses wollten.
Die erste Hälfte des Films trieft nur so vor ermüdenden Klischees, sowie Folterung und Erniedrigung der armen Amis,
dafür ist die zweite Hälfte beinahe durchgehend Actionreich- und Chuck darf sogar ein wenig Martial Arts zeigen, und nicht nur herumballern.

6/10

Cusack der Schweigsame (1985)



In Chicago beherrschen Kolumbianer unter der Führung von Louis Camacho (Henry Silva) die Drogenszene.
Polizist Eddie Cusack (Chuck Norris) steht Undercover kurz vor einem Zugriff, als unerwartet einige Mafiosi eingreifen- und die ganze Aktion mit einigen toten endet.
Damit nicht genug, wird auch noch ein unschuldiger von dem Alkoholisierten Cop Cragie aus Cusack's Einheit erschossen, was danach vertuscht werden soll.
Cusack weigert sich als einziger, eine falsche Aussage zu Gunsten von Cragie zu machen, und wird daher von seinen Kollegen gemieden.
Es kommt zum Krieg zwischen den Kolumbianern und der Mafia- und Cusack steht als Einzelkämpfer in der Mitte.
Seine einzige Hilfe ist ein neuartiges, ferngesteuertes Kampf und Erkundungsfahrzeug der Polizei namens "Prowler", welches er sich "ausleiht"...

"Cusack" gehört mit Sicherheit zu den besten Filmen, die Norris gedreht hat.
Mit Henry Silva steht ein wunderbar fieser Gegner bereit, Norris überzeugt in seiner Rolle- und gut gefilmte Action gibt es ausreichend.
Alles, was man von einem 80'er Jahre Actionfilm erwartet, wird geboten:
Explosionen, Verfolgungsjagden, Schießereien, gefährliche Stunts und natürlich auch mal Kampfeinlagen von Norris.
Lediglich den "Prowler" hätte man sich vielleicht doch besser sparen sollen, irgendwie passt dieses "Spielzeug" nicht zum ansonsten eher ernsten Film.

8/10

Direkt nachdem "Cusack" abgedreht war, bot man Chuck Norris die Hauptrolle in "American Ninja" (bei uns bekannt als "American Fighter") an.
Dieser wollte jedoch sein Image weiter in Richtung "Actionstar, der Martial Arts beherrscht" ausbauen,
und nicht als "Martial Arts-Star, der nebenbei schauspielert" wahrgenommen werden, so dass er die Rolle ablehnte- und Michael Dudikoff die Hauptrolle bekam.
Dies sollte auch nicht das einzige mal sein, dass Dudikoff von für Norris geplanten Filmen profitierte, und so selbst zum B-Actionstar aufstieg...


Invasion USA (1985)



An der Küste Floridas geschehen zur Weihnachtszeit diverse, scheinbar nicht zusammenhängende Morde und Terroranschläge.
Ob nun kubanische Flüchtlinge oder amerikanische Liebespaare am Strand, nichts und niemand ist sicher.
Verantwortlich ist der Russe und Drogenhändler Rostov samt seiner Söldnertruppe, welche gezielt Terror verbreiten wollen.
Matt Hunter (Chuck Norris), ehemals Special Agent, wird wieder aktiviert- da er schon einmal gegen Rostov angetreten ist.
Damals wurde der Einsatz gestoppt, und Hunter daran gehindert Rostov zu töten. Jetzt ist Rostov auf der Suche nach Hunter...

Die Story ist einfach nur dümmlich, Klischeebeladen und alles andere als politisch korrekt.
Was hier aber an Action, Schießereien und Explosionen geboten wird, ist schon beachtlich.
Die Filmcrew hatte damals Drehgenehmigung für einen Stadtteil, welcher komplett abgerissen werden sollte- dementsprechend bleibt hier beim Showdown kein Stein auf dem anderen.
Dank Unterstützung des US-Militärs wurden auch Panzer, Raketenwerfer und Hubschrauber eingesetzt.
Was Actionszenen angeht, ist "Invasion USA" also extrem aufwändig inszeniert.
Man darf sich daher nicht wundern, dass das ganze wie ein US-Propagandafilm daherkommt.
Ein paar coole Norris-Sprüche gibt's hier natürlich auch, aber leider darf Norris hier kaum zeigen was er an Martial Arts drauf hat.
Fazit: Saudumm, aber doch schwer unterhaltsam.

6/10

Das Spiel wiederholt sich. Obwohl "Invasion USA" ein gigantischer Flop war, wollte man sofort einen zweiten Teil nachschieben. "Invasion USA II - Night Hunter".
Norris hatte kein Interesse, und wieder sprang Michael Dudikoff ein.
Der Film wurde schließlich unter zwei Titeln vermarktet. Als "Night Hunter", ohne Hinweis auf den direkten Vorgänger, und als "Avenging Force", also einem völlig neutralem Titel.
Den Namen der Hauptfigur des ersten Teils, "Matt Hunter" behielt man allerdings bei- so dass sowohl Norris, als auch Dudikoff diese Rolle spielten.


Delta Force (1986)



Arabische Terroristen entführen ein voll besetztes amerikanisches Passagierflugzeug nach Beirut.
Die Regierung entsendet die auf Geiselnahme spezialisierte Einheit "Delta Force", unter der Führung von Major Scott McCoy (Chuck Norris) und Colonel Nick Alexander (Lee Marvin)...

Was hier ganz besonders auffällt, ist das recht große Aufgebot an bekannten Darstellern.
Neben Norris und Marvin spielen unter anderem noch Martin Balsam, Robert Forster, George Kennedy, Hannah Schygulla, Robert Vaughn und Steve James mit.
Somit ist Norris hier mal nicht die gewohnte Ein-Mann-Armee, sondern Teil eines Teams- was aber durchaus gut funktioniert.
Man hat sich auch Mühe gegeben, nicht nur einen stumpfen Actionfilm abzuliefern, sondern mehr als üblich auf die Handlung zu achten.
Die erste Hälfte des Films erinnert dann auch eher an ein Entführungsdrama im Stil der klassischen "Airport"-Filme, bevor es dann in der zweiten Hälfte deutlich Actionreicher abgeht.

8/10

Feuerwalze (1986)



Die beiden erfolglosen Abenteuerer Max (Chuck Norris) und Leo (Lou Gosset Jr.) sind auf der Suche nach einem versteckten Schatz.

Viel mehr Handlung gibt es nicht- und braucht es auch nicht.
"Firewalker" dürfte wohl seit seinem erscheinen auf VHS mein meistgesehener Norris-Film sein.
Norris und Gosset haben sichtlich Spaß an ihrer Zusammenarbeit, und werfen sich dumme Sprüche um die Ohren- aber auch der restliche Cast ist passend ausgesucht.
Regisseur J.Lee Thompson war seinerzeit auch kein unbekannter Name, und bekannt für einige der besseren B-Actionfilme zu dieser Zeit.
Actionszenen gibt es hier allerdings eher wenige, Firewalker ist eine Abenteuer-Komödie, die an den ein Jahr zuvor, ebenfalls von Cannon produzierten "Quatermain" erinnert.
In der Deutschen Synchro wird mit Zitatwürdigen Kalauern nur so um sich geworfen, was zu diesem Film aber seltsamerweise richtig gut passt:
Man kriegt "Gepresste Krümelkacke aus dem Medizinmann-Discount" als Talisman, und beschwert sich über den sandigen Sand oder über das nasse Wasser-
vor allem aber einige Anspielungen auf die Hautfarbe Leo's (Von Beruf Neger) wären heute wohl undenkbar, damals aber für einen Lacher gut.
Niveauvolle Dialoge sehen jedenfalls anders aus, aber die erwartet man von einem Cannon-Film ja auch nicht, oder?
Klarer Fall von recht teuer produziertem Trash. Macht aber einfach Spaß, der Film!

9/10

Braddock - Missing in Action 3 (1988)



Colonel James Braddock (Chuck Norris) hat in Vietnam geheiratet, und versucht, seine Frau aus dem vom Krieg gezeichneten Land zu bringen.
Bei einem Bombenanschlag auf ein Hotel kommt es allerdings zu einer Verwechslung, und Braddock denkt, seine Frau wäre ein Opfer des Anschlages geworden.
Jahre später, Braddock lebt wieder in Amerika, erfährt er, dass seine Frau noch am leben ist- und er einen Sohn hat.
Er reist nach Vietnam und findet die beiden- dummerweise wird auch er gefunden- von einem sadistischen General der Vietnamesischen Armee, welcher Braddock noch aus früheren Zeiten kennt...

Story? Flop! Inszenierung? Top!
Wie schon die Vorgänger, so lebt auch der dritte Teil von Patriotismus und Klischees über böse Vietnamesen- und diesmal leider zu wenig Action.
Hier wurde versucht eine Herzschmerz-Story in die Handlung einzubinden, was den Film leider in die Länge zieht- und auch schauspielerisch einfach nicht glaubwürdig rüberkommt.
Wenn sich dann, vor allem in der zweiten Hälfte des Films etwas rührt, ist das ganze allerdings aufwändig inszeniert, gut gemacht- und einige male auch wieder recht brutal.

5/10

Hero (1988)



Detective O'Brian, genannt "Hero" (Chuck Norris), hat sich diesen Spitznamen verdient, als er im Alleingang den brutalen Frauenmörder Simon Moon festnehmen konnte.
Dieser kam danach in eine geschlossen Anstalt, und kam kurz darauf angeblich bei einem Fluchtversuch um's Leben.
Es dauert jedoch nicht lange, bis O'Brian auf eine neue Mordserie angesetzt wird- welche sehr an die taten von Simon Moon erinnert...

An sich hätte hier trotz eher konventioneller Story ein richtig guter Cop-Thriller mit düsteren Horror-Anleihen entstehen können- leider ist der Film ziemlich schnarchig inszeniert.
Nicht nur, dass Norris hier kaum Kampfszenen hat, auch generell werden Action und Spannung leider recht oft hinter dem eher belanglosen Privatleben des Cops eingeordnet.
Darstellerisch geht das in Ordnung, auch ein paar Nebenrollen sind mit Steve James, Billy Drago und Jack O'Halloran als Simon Moon recht gut besetzt.
Gefilmt ist auch alles sehr solide, inclusive einiger stimmungsvoller düsterer Bilder.
Am interessantesten dürften hier noch die Tatsache sein, dass dies wohl der einzige Norris-Film ist, in dem er an Selbstzweifeln und sogar Angst leidet-
und dass manches in der Handlung an Carpenter's "Halloween" und den "Phantom der Oper" Verfilmungen angelehnt zu sein scheint.
Kein schlechter film- aber auch kein besonders guter.

6/10

Delta Force 2 - The Colombian Connection (1990)



Major Scott McCoy (Chuck Norris) und seinem Kollegen Chavez gelingt es durch einen Trick, den Drogenbaron Ramon Cota (Billy Drago) festzunehmen, und vor Gericht zu stellen.
Dort kommt dieser jedoch gegen eine Kaution wieder frei, und rächt sich an der Familie von Chavez.
Dieser versucht daraufhin auf eigene Faust Cota zu töten, wird dabei aber von seinen Männern gefangen genommen und hingerichtet.
Der mord an Chavez wird gefilmt, und das Video an die US-Regierung geschickt- welche daraufhin den Einsatz der Delta Force plant.
Da die Planung des gesamten Einsatzes zu lange dauert, wird McCoy zunächst alleine losgeschickt, um sich zu Cota durchzuschlagen...

Soso, "Delta Force 2" also. Die Titelgebende Delta Force wird zwar anfangs mal erwähnt, und kommt am Ende sogar mal vor- aber der Film ist genau genommen eine Chuck Norris One-Man-Show.
Das macht den Film jetzt nicht schlechter, aber eine "richtige" Fortsetzung ist das irgendwie nicht.
Das Budget war hier wohl auch etwas knapper als im ersten Teil, große Namen ausser Norris fehlen hier komplett- trotzdem hat man es bei Cannon wieder geschafft, einen gut aussehenden Film abzuliefern.
Man kriegt, was man erwartet: Eine auf Norris zugeschnittene Story, US-Patriotismus, Klischees und Action.
Richtige Action. Echte Stunts, echte Hubschrauber, echte Explosionen. Kein CGI-Mist, wie er heute üblich ist. Und darauf kommt es hier doch an, oder?

7/10

Von Anfang an stand die Fortsetzung des erfolgreichen ersten "Delta Force" unter keinem guten Stern.
Die Planungen liefen schon, während Norris noch "Hero" drehte,
und eigentlich war, weil die letzten Filme von Norris keine großen Hits im Kino mehr waren, Michael Dudikoff für die Hauptrolle vorgesehen.
Das Drehbuch wurde oft umgeschrieben, der Regisseur gewechselt- und am Ende bekam doch wieder Norris die Hauptrolle.
Der Film lief auch etwas erfolgreicher als die vorherigen, blieb aber trotzdem hinter den Erwartungen zurück.

Unter der Regie von Sam Firstenberg (American Fighter, Night Hunter) entstand 1991 noch "Delta Force 3 - The Killing Game".
Ohne Chuck Norris, dafür mit seinem Sohn Mike Norris in einer der Hauptrollen.
Delta Force 3 war ein großer Flop, und ist bisher nur auf VHS als deutschsprachige Fassung erschienen.
Mehr dazu am Ende dieses Berichtes.


Hitman (1991)



Der Cop Garret (Chuck Norris) und sein Partner Delaney (Michael Parks) starten eine Razzia in einem entlegenen Lagerhaus.
Dumm nur, dass Delaney die Seiten gewechselt hat, und mittendrin auf Garret schießt...
Garret überlebt schwer verletzt, wird aber für tot erklärt- und Jahre später, nach seiner Genesung, mit neuer Identität ausgestattet.
Als Profikiller Grogan wird er in eine große Mafia-ähnliche Organisation eingeschleust, wo er im laufe der Zeit aufsteigt, und den Anführern immer näher kommt.
Irgendwann trifft er auf seinen ehemaligen Partner Delaney, der ebenfalls aufgestiegen ist- nur auf der anderen Seite des Gesetzes...

Von den extrem peinlichen, pubertären Dialogen am Anfang des Filmes, und den übertrieben oft vorkommenden rassistischen Bemerkungen im Film abgesehen,
ist "Hitman" wohl der letzte einigermaßen gelungene Film von Chuck Norris.
Das Budget war wohl niedriger als in seinen letzten Filmen, aber das Ergebnis ist immer noch im grünen Bereich.
Düstere Locations, ausreichend Actionszenen, und ein insgesamt recht cooler Auftritt von Norris- mit Vokuhila, was bei ihm aber nicht mal so übel aussieht.
Wieder unter der Regie von Aaron Norris entstanden, spielt Chuck hier neben Michael Parks einmal mehr den harten Cop,
bevor er sich erstmal von dieser Rolle verabschiedet- und in den Niederungen Familientauglicher Billigfilme, Direct to Video Actiongülle und TV-Produktionen versumpft.
Interessanterweise kommt hier in einer kurzen Nebenhandlung schon die komplette Story seines nächsten Filmes vor,
was dann auch die größte, weil hier völlig unpassende Schwachstelle des Films ist...

6/10

Sidekicks (1992)



Der Teenager Barry leidet an Asthma, und ist ein Tagträumer- weswegen er bei seinen Mitschülern einen schlechten Stand hat.
In seinen Träumen kämpft er mit seinem Vorbild Chuck Norris gegen alles Böse auf dieser Welt, gegen Ninjas ebenso wie gegen den Vietcong oder böse Outlaws im wilden Westen.
Seine Lehrerin will ihm helfen, sein Selbstwertgefühl wieder aufzubauen- und vermittelt ihn an ihren Onkel Mr. Lee (Mako), der ihm Karate beibringt.
In kürzester zeit ist Barry bereit für ein Kampfsport-Turnier, doch dazu fehlt ihm ein Partner, denn es geht um Gruppen, die verschiedene Kampfstile zeigen.
Wie gut, dass Chuck Norris (Chuck Norris) zufällig anwesend ist, und Mr.Lee diesen auch noch überreden kann, mit Barry gegen die Kampfschule des fiesen Mr. Stone (Joe Piscopo) anzutreten.

"Delta Force 2" blieb hinter den Erwartungen zurück, "Hitman" floppte trotz einiger guter Ansätze total- so dass Norris es mit einem radikalen Kurswechsel versuchte.
Weg vom Cannon-Actionfilm, zurück zum Martial Arts, allerdings im komplett Familiengerechten Stil, und mit einer anderen Produktionsfirma im Rücken.
Das große Vorbild hört zweifellos auf den Titel "Karate Kid", und wurde mit jedem nur erdenklichen peinlichem Klischee umgesetzt.
Peinliche, pöbelnde Rocker im Restaurant von Mr. Lee gibt es hier ebenso, wie den bösen Karatelehrer von nebenan, für den der Begriff "overacting" noch viel zu harmlos erscheint.
Das einzig witzige am Film sind die zahlreichen Anspielungen auf die vorherigen Norris-Filme,
Barry und Chuck kämpfen in Barry's Träumen zusammen z.B. in Vietnam (Missing in Action), oder gegen Ninjas (Octagon).
Genau genommen ist die ganze Story schon in verkürzter Form in "Hitman" zu sehen, und Mako als Mr.Lee spielte schon mit Norris in "Der Gigant".
Wer jetzt hofft, dass das Turnier am Ende noch Schauwerte bietet, wird wohl ebenfalls enttäuscht- das ganze wird komplett unspektakulär und Kindgerecht dargestellt.

2/10

Hellbound (1994)



Jerusalem, 1186: Richard Löwenherz besiegt mit seinen Kreuzrittern den Dämon Prosatanos, und sperrt ihn in einen Sarg, welcher mit heiligen Schlössern gesichert wird.
Seine Macht bezog dieser aus einem Zepter, das in mehrere Teile zerschlagen wurde, welche auf der ganzen Welt verteilt wurden.
1951: Plünderer zerstören die Schlösser, und befreien somit unwissentlich den Dämon.
Gegenwart: Prosatanos ist noch immer auf der Suche nach Teilen des Zepters- und zieht eine blutige Spur hinter sich her.
Der harte Cop Shatter (Chuck Norris) wird mit seinem Partner Jackson (Calvin Levels) auf den Fall angesetzt, so begeben sich zwei Cops aus Chicago nach Israel, wohin alle Spuren deuten.
Dort treffen sie an einer Ausgrabungsstätte auf Leslie (Sheree Wilson), die Assistentin von Professor Lockley (Christopher Neame), welcher die Ausgrabungen leitet...

Nachdem "Sidekicks" komplett ohne Cannon produziert wurde, war Hellbound der letzte Film, bei dem Chuck Norris noch einmal mit Cannon Films zusammenarbeitete.
Hellbound beginnt dann auch vielversprechend...
Die Mittelalter-Szenen sind nett anzusehen, ein paar blutige Szenen sind auch zu bestaunen- und man denkt beinahe schon an einen richtigen Horrorfilm.
Leider hat man diesen Stil nicht komplett durchgezogen, und schon bald wandelt sich Hellbound nicht nur immer mehr in einen Actionfilme mit leichtem Horror-Einschlag,
sondern wird mit dem "üblichen" ungleichen Cop-Duo genervt.
Norris spielt routiniert, und hat einige nette Szenen- sein Sprücheklopfer-Partner, ein Eddie Murphy für Arme, nervt allerdings gewaltig.
Kaum eine Szene, in der er nicht irgendeinen "coolen" Spruch von sich geben muss.
Immerhin sind die weiteren Rollen passend besetzt.
Sheree Wilson als Leslie kennt man schon aus "Walker - Texas Ranger", und Christopher Neame sieht man deutlich an, dass ihm seine Rolle Spaß gemacht an.
Immerhin ist die Story, erst recht für einen Chuck Norris-Film, nicht alltäglich, wird mit teils atmosphärischen Bildern erzählt- und wird zu keiner Zeit langweilig.
Leider hat man hier versucht, verschiedene Stile unter einen Hut zu bringen- hätte man den Anfang weiter durchgezogen, wäre da durchaus potential vorhanden gewesen.
So versumpft Hellbound leider nur im Mittelmaß, und wurde ohne Kinostart direkt als Video-Premiere veröffentlicht.

5/10

Top Dog (1995)



Der Cop Jack Wilder (Chuck Norris) soll den Mord an einem seiner Kollegen aufklären- dessen einziger Zeuge vier Beine hat, und auf den Namen "Einstein" hört.
Daher kriegt der Einzelgänger Wilder nun Einstein als "Kollegen", muss sich erstmal mit ihm zusammenraufen, sich mit dem Enkel des toten anfreunden, und natürlich die Mörder suchen.

Irgendwie hat man die Grundgeschichte schon besser gesehen. Und nicht nur einmal.
Der Film ist aber auch die seltsamste und unpassendste Mischung, die man sich Vorstellen kann...
Ein Film ab 12 Jahren, ein Kind spielt eine wichtigere Rolle- der Hauptdarsteller ist ein Hund, und manches ist gnadenlos kitschig.
Allerdings gibt es hier auch einige Martial Arts-Szenen, nicht gerade zimperliche Schießereien-
und ausführlich breitgetretenes Nationalsozialistisches Gedankengut inclusive langer rassistischer Reden der Bösewichte.
Zudem ist immer wieder von bösen Skinheads die Rede- nur, dass kein einziger im Film vorkommt. Vom Spießer-Schnitt bis zur Rocker-matte ist alles vertreten, aber keine einzige Glatze.
Moment, stimmt nicht. Einer der Polizisten trägt Glatze. Ein farbiger, ganz nebenbei erwähnt...
Dazu kommt dass manches sehr gut gemacht ist (Choreographie der Kämpfe, Explosionen...),
und anderes dermaßen billig, dass es schon weh tut (Auto überschlägt sich deutlich sichtbar ohne Fahrer, ein anderes wird deutlich sichtbar bei einer Verfolgungsjagd mit eine Schleppstange gezogen...)
Norris spielt seine Rolle sympathisch, der Hund ist toll dressiert und sorgt für ein paar wenige Lacher- aber ich frage mich, wer denn nun eigentlich die Zielgruppe dieses Films sein soll...?
Für den Actionfan zu billig gemacht, für Kinder zu hart und teils extrem rassistisch, als Komödie nicht lustig genug.
Seltsamer Film.

3/10

Forest Warrior (1996)



Als "Action Warrior" auf DVD erschienen, allerdings "Out of Print" und entsprechend teuer/selten.
Es existieren aber mehrere "Chuck Norris Box"-Veröffentlichungen mit unter anderem diesem Film.

Einige extrem nervige und unglaublich schlecht schauspielernde Kinder haben sich im Wald ein Baumhaus gebaut.
Hier werden blöde Sprüche gerissen, und mit süßen Tierchen gespielt, dass es nur so eine Freude für bis zu 10-Jährige Zuschauer ist.
Dumm nur, dass ein geldgieriger Bösewicht den kompletten Wald abholzen will.
Gut, dass es einen Berggeist gibt, der die Natur und die Kinder fortan beschützt.
Dieser ist ein Gestaltwandler, und taucht mal als Bär, als Adler, als Wolf- oder sogar als Chuck Norris auf.

Mein Gott, was für ein Mist. Und warum ist dieser offensichtliche Kinderfilm ab 16 Jahren freigegeben??? Eine FSK 12 wäre da schon eher realistisch, und selbst die noch fraglich.
Mit Langhaar-Perücke und Winnetou-Klamotten hat Chuck Norris hier ein paar wenige Szenen, die Hauptrollen haben die durchweg komplett untalentierten kinder.
Mag ja sein, dass die penetrante Öko-Botschaft gut gemeint war, aber nach diesem Film würde man am liebsten in den nächsten Wald fahren, und ein paar Bäume fällen...

0/10

Enter the Hitman (1998)



Logan Fallon hat als Kind mit ansehen müssen, wie seine Eltern getötet wurden.
Seitdem lebt er bei seinem Onkel Jake Fallon (Chuck Norris), welcher mit ihm Kampfsport trainiert, und ihm den Umgang mit Waffen beibringt.
Nebenbei besitzt er die Fähigkeit, Gefahren zu spüren, bevor etwas passiert.
Als Erwachsener folgt er seinem Vorbild Jake, und geht wie dieser zur Armee um dort zum Elitesoldaten ausgebildet zu werden-
und kehrt erst Jahre später als hochdekorierter, perfekt ausgebildeter Kampfspezialist zurück.
Sein Ziel: Die Mörders einer Eltern zu finden...

TV-Produktion mit hölzernen Darstellern, einer einfachen Rachestory, und Chuck Norris in einer etwas größeren Nebenrolle- auch wenn einem das Cover etwas anderes suggeriert.
Action gibt es hauptsächlich am Ende des Films, zuviel Spielzeit des Films dreht sich um Logan's Vorgeschichte, Ausbildung und einen relativ unspektakulär inszenierten Einsatz in Panama.
Logiklöcher gibt es auch ohne Ende: Logan wird problemlos in eine Mafia-Familie aufgenommen, niemand ausser Logan altert- in einer Handlung, die sich über 15 Jahre erstreckt, usw...
Zumindest hat man aus dem TV-Budget wohl das beste herausgeholt- was sich aber eben in vielen Handlungs, und wenigen Actionszenen niederschlägt.
Mit abgeschaltenem Hirn kann man hier noch halbwegs Spaß haben, wirklich empfehlen will ich den Film allerdings nicht.
Immerhin wirkt er trotz TV-Herkunft rein optisch deutlich besser, als einige der anderen späten Chuck Norris-Filme...
...auch wenn Chuck hier nur wenig Screentime hat, und erst am Ende als ein wenig draufhauen darf.

4/10

The President's Man (2000)



Joshua McCord (Chuck Norris) ist Universitätsprofessor und nebenbei Spezialagent und Personenschützer, der direkt dem Präsidenten der Vereinigten Staaten untersteht.
Ausser dem Präsidenten selbst, und McCord's Tochter Que, welche als Kontaktperson fungiert, kennt niemand McCord's zweite Identität.
Nachdem McCord auf spektakuläre weise die entführte Frau des US-Präsidenten im Alleingang befreit hat, entschließt er sich, einen Nachfolger für seinen Job zu finden und Auszubilden.
Diesen findet er in Deke Slater (Dylan Neal), einem Ex-Sergeant einer militärischen Spezialeinheit, der sich weigerte einen Befehl, bei dem viele Unschuldige sterben müssten, auszuführen.
Seine Vorgesetzten hängen ihm daraufhin einen Mord an, und stecken ihn ins Militärgefängnis.
Dank seiner Verbindungen holt McCord ihn raus, und beginnt mit ihm seine Ausbildung.
Bei ersten, kleineren Einsätzen bewährt sich Slater, doch schon bald steht ein Auftrag in Kolumbien an, in den der berüchtigte General Vinh Tran (Soon-Tek Oh) verwickelt ist.
Dieser ist ein alter Bekannter von McCord, hat er doch seine Frau, und somit Mutter von Que getötet...

Dass der Film nur eine TV-Produktion ist, erkennt man trotz auf 16:9 Format aufgeblasenem Bild sofort.
Offensichtlich war das Budget recht knapp, der komplette Film wirkt sehr billig, speziell das Setting kommt teils übelst unglaubwürdig und künstlich daher.
Die Dschungelszenen wurden wohl im Nächstgelegenen größeren Gewächshaus gedreht...
...und alle 15 Minuten kommt ein Schwarzbild zwischen den Szenen- welches im TV die Werbepausen einleitete.
Dazu kommt der inzwischen des öfteren gelesene Name des Regisseurs: Michael Preece ("Enter the Hitman", diverse "Walker, Texas Ranger"-folgen)
Immerhin ist der Film größtenteils flott inszeniert, und und hat nur mit den langweilig inszenierten, und mit unpassender Musik unterlegten Trainingsszenen gelegentlich kurze Durchhänger.
Rein optisch kommt Chuck Norris immer noch Fit rüber, wird hier aber offensichtlich in fast jeder Actionszene durch Stuntmen ersetzt. Da war die Versicherung wohl zu teuer.
Die meisten Kampfszenen hat hier ohnehin Dylan Neal, Norris kommt nur selten zum Einsatz.
Nach "Black Tiger" und "Missing in Action 2" ist hier Soon-Tek Oh mit gewohnt fieser Fresse zum dritten mal als Gegner in einem Norris-Film zu sehen.

3/10

McCord - The President's Man 2 (2002)



Islamische Terroristen verüben Anschläge auf die Vereinigten Staaten.
McCord und Slater werden auf Abdul Rashid, den Anführer der Terroristen angesetzt, können diesen überwältigen- und ihn in den USA vor Gericht stellen.
Dummerweise hat Abdul einen noch viel fieseren Bruder, Masood, welcher daraufhin die USA mit einer Atombombe bedroht...

"McCord" ist eine Familienproduktion: Regie führte Chuck's Sohn Eric Norris, produziert hat wie so oft Aaron Norris- und Chuck hat natürlich die Hauptrolle.
Der Aufhänger des Vorgängers wird hier komplett übergangen, Deke Slater, der eigentliche "Nachfolger" von McCord, ist jetzt eben einfach sein Partner.
Auch dass Slater hier von einem anderen Schauspieler (Judson Mills, bekannt aus Serien, unter anderem auch "Walker, Texas Ranger") dargestellt wird, fällt negativ auf.
Der Film beginnt ähnlich wie der Vorgänger, McCord ist Universitätsprofessor und nebenbei Spezialagent des Präsidenten, Tochter Que ist wieder Vermittlerin.
Story und die Bösewichte sind übelstes Klischee, die Inszenierung des ganzen ist ebenso billig wie im Vorgänger, die Schauspieler sind größtenteils schwach- sogar Norris wirkt gelangweilt.
Robert Urich hat eine kleine Rolle als Präsident der Vereinigten Staaten abbekommen.- vermutlich hat das den Großteil des Budgets gekostet...  
Actionszenen gibt es deutlich weniger als im Vorgänger, Norris macht sich noch rarer- und wird auch hier wieder durch Stuntmen vertreten.
Zudem sind hier extrem viele Szenen offensichtliches Stock Footage (Aus anderen Filmen und Dokus eingefügte Szenen), was sich auch oft in extrem unterschiedlicher Bildqualität bemerkbar macht.
(Die Stealth-Bomber Szenen aus Teil 1 waren vermutlich auch Stock Footage, wurden aber zumindest optisch angepasst und dadurch nicht so extrem auffällig eingefügt)

1/10

Bells of Innocence (2003)



Auf einem Flug nach Mexico müssen Jux Jonas (Mike Norris) und zwei seiner Freunde mit ihrer Privatmaschine in der texanischen Wüste notlanden.
In Ceres, der nächstgelegenen kleinen Stadt hoffen sie Hilfe zu finden, doch die Bewohner verhalten sich merkwürdig, und die drei fühlen sich 100 Jahre in der Zeit zurückversetzt.
Moderne Autos, Telefone und sonstige technische Errungenschaften gibt es hier nicht, und dass im örtlichen Kirchturm keine Glocke hängt, erstaunt die drei Männer ebenfalls.
Die gesamte Stadt scheint unter dem Bann des dämonisch wirkenden Bürgermeisters zu stehen, nur der abgelegen lebende Matthew (Chuck Norris) scheint ihnen freundlich gesinnt...

"Bells of innocence" ist in Deutschland bisher nicht veröffentlicht worden, man muss also auf einen Import zurückgreifen.
Aber lohnt sich das?
Das Cover täuscht hier mal wieder gewaltig, denn schon im Vorspann wird Chuck Norris nur am Ende, quasi als Gastrolle genannt.
Dementsprechend fällt seine Screentime hier dann auch aus- die Hauptrolle spielt sein Sohn Mike Norris.
Inhaltlich handelt es sich um einen Mystery-Thriller, welcher zwar solide inszeniert, aber doch arg behäbig und billig wirkend daherkommt.
Die Schauspieler agieren zwischen erträglich und nervig, Effekte oder Kampfszenen kommen kaum vor-
und die Auflösung des ganzen, vor allem was die Rolle von Chuck Norris betrifft, ist schon arg... nennen wir es "ungewöhnlich".
Auch scheint es sich um eine TV-Produktion zu handeln, denn wie oft man hier beim 16:9 maskierten Bild der US-DVD oben abgeschnittene Köpfe zu sehen kriegt, fällt schon extrem auf.

3/10

The Cutter (2005)



Bei einer Ausgrabung in der Wüste Sinai wird ein komplettes Archäologen-Team hingerichtet, und der in einem Grab gefundene Schatz gestohlen.
Darunter befinden sich auch ungeschliffene Juwelen, und der Drahtzieher des Überfalls, ein alter Nazi, erinnert sich an den ehemaligen KZ-Häftling Isaac Teller,
welcher Juwelenspezialist ist, und eine ganz besondere Schleiftechnik für Edelsteine entwickelt hatte.
Als Teller entführt wird, sucht seine Nichte Elizabeth (Joanna Pacula) Hilfe bei dem Ex-Polizisten John Shepherd (Chuck Norris), welcher nun als Privatdetektiv arbeitet.
Es dauert nicht lange, da gerät auch Elizabeth in die Hände der Gangster...

Das ist er nun, der letzte Film mit Chuck Norris in einer Hauptrolle.
Großspurig mit "Chuck Norris - The Legend is back!" auf dem Cover beworben, kommt diese Direct to DVD-Produktion daher.
Das ist wohl etwas hochgegriffen, so ganz verschwunden war Norris ja nicht, auch wenn er zuletzt hauptsächlich in TV-Produktionen zu sehen war.
Ob eine DtDVD-Produktion nun generell besser ist, sei mal dahingestellt...
Tatsache ist, dass Norris hier zum zweiten mal mit dem "Hero"-Regisseur William Tannen zusammenarbeitet, und immerhin ein mittelmäßiges Filmchen dabei herausgekommen ist.
Wie schon damals bei "Cannon", steckt auch hier eine bekannte Schmiede für B-Actionfilmen dahinter, "Nu Image".
Am auffälligsten ist daher, dass relativ wenig Action vorkommt- und der Film recht Storylastig, aber zumindest gut ausbalanciert erzählt wird.
Es gibt durchaus gut inszenierte Schießereien, eine Verfolgungsjagd und Explosionen zu bestaunen, Kampfszenen bleiben aber Mangelware-
und wer genau hinsieht, kann auch mal ein Double für Norris entdecken... der Mann war immerhin auch schon 65, als er den Film drehte.
Dafür kommt er allerdings immer noch glaubwürdig und Fit rüber, im Gegensatz zu manch anderem B-Actionstar, der noch deutlich jünger ist...

5/10

The Expendables 2 (2012)



Hier hat Norris zwar nur eine Nebenrolle, diese bringt er aber mit viel Humor rüber.
Sein erster Auftritt hier ist jedenfalls legendär- und spielt herrlich auf die "Chuck Norris Facts" an.
Jedenfalls dürfte mit Sicherheit kein Fan enttäuscht sein!


Zuletzt von Retro am Mo Mai 29, 2017 12:32 pm bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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Re: Chuck Norris

Beitrag von Retro am So Nov 15, 2015 3:33 pm

Walker, Texas Ranger - TV Serie (1993 - 2001) & TV Film (2005)






Ursprünglich wurden 9 Seasons im TV gezeigt, allerdings wurde die komplette Serie als Import im Europäischen Ausland sowie in den USA in 8 Seasons auf DVD veröffentlicht.
Die erste Season enthielt lediglich den Pilotfilm sowie zwei weitere Folgen, so dass diese bei den DVD-Veröffentlichungen zusammen mit Season 2 als "Season 1" verkauft wurde.
Leider wurden bei uns nur die ersten beiden (bzw. eben drei) Seasons veröffentlicht, der Rest ist bis heute nicht als Deutsche DVD erhältlich.
Der ein paar Jahre nach dem Ende der Serie mit Originalbesetzung gedrehte TV-Film "Feuertaufe" wurde aber auch bei uns auf DVD veröffentlicht.

Chuck Norris Karate Kommandos - Zeichentrick TV Serie (1986)



Ganze 5 Folgen zu je 22 Minuten lang durfte sich ein Trickfilm-Norris durch diese kurze Serie kloppen.
Immerhin spricht er seine Trickfilm-Version auch selbst, und sagt am Anfang und Ende jeder Folge in seinem Trainingsraum noch ein paar Worte dazu.
Zusammen mit ein paar Freunden, welche unterschiedliche Kampftechniken beherrschen,
kloppt sich das "Karate Kommando" von Chuck Norris durch 5 Folgen mit bösen Ninjas der Verbrecherorganisation Vulture, und deren Anführer Klaw.
Den Zuschauer erwarten die Titel Deadly Dolphin, Target Chuck Norris, Terror Train, Menace from Space und Island of the Walking Dead.
Der Zeichenstil ist typisch 80'er Jahre- anders gesagt: Sehr einfach gehalten.
Selbst für eine Kinderserie stellen sich die bösen Jungs hier aber durchgehend alle dermaßen dumm an, dass man sich eher ärgert, als annehmbar Unterhalten wird.
Da helfen auch die teils abgefahrenen Ideen innerhalb der Folgen nichts.
Wer unbedingt mal einen gezeichneten Chuck Norris gegen Zombies kämpfen sehen will, kann zuschlagen. Dem Rest würde ich eher abraten.
Auf DVD über amazon.com erhältlich, ob die Serie auch in Deutschland lief, ist mir nicht bekannt.



Filme, die eigentlich mit Chuck Norris in der Hauptrolle vorgesehen waren:



American Fighter (American Ninja, 1985)



Der Soldat Joe Armstrong (Michael Dudikoff) kommt neu auf einen US Army-Stützpunkt auf den Philippinen.
Vom ersten Tag an fällt er dort auf, eckt an, und findet nur schwer Anschluss, lediglich der Soldat Curtis Jackson (Steve James), der von Joe in einem fairen Zweikampf besiegt wurde,
ahnt, dass hinter Armstrong mehr steckt als man denkt- und hält zu ihm.
Armstrong leidet an einer Art Gedächtnisschwund, und kann sich an vieles aus seiner Vergangenheit nicht mehr erinnern. Sicher ist nur eines: Er beherrscht die Kampftechnik der Ninja...
Dank seiner Vergangenheit kann er bei einem Überfall von Ninja auf einen Militärkonvoi die Entführung der Tochter des Generals verhindern, und bringt diese in Sicherheit.
Statt Dank erfährt er daraufhin allerdings nur Schikane seiner Vorgesetzten auf dem Stützpunkt.
Auf der suche nach Antworten findet er heraus, dass seine Vorgesetzten in illegale Geschäfte verwickelt sind, und hinter den Überfällen auf die Militärtransporte stecken...

Nachdem Chuck Norris die Rolle des Joe Armstrong abgelehnt hatte, gab man stattdessen dem bis dahin eher unbekannten Michael Dudikoff die Hauptrolle-
mit der er dann auch gleich seinen bisher größten Erfolg feiern konnte.
Wenn man bedenkt, dass Dudikoff vor diesem Film kaum Martial Arts-Kenntnisse hatte, kann man mit dem Ergebnis halbwegs zufrieden sein.
Die Choreografie ist zwar oft alles andere als optimal, einige Schläge enden zu offensichtlich im nichts, aber er bringt das ganze doch recht brauchbar rüber.
American Fighter profitiert auch vom Ninjafilm-erfahrenen Regisseur Sam Firstenberg, so dass der Film zumindest gut ausbalanciert erzählt wird, und nicht langweilt.
Teils zwar unfreiwillig komisch, und generell ziemlich trashig- aber durchaus ansehbar.

6/10

Night Hunter (Invasion USA II - Night Hunter, Avenging Force, 1986)



Die rechtsradikale Organisation "Pentangle" will durch Terrorismus ein "weißes Amerika" erschaffen.
Da passt natürlich der schwarze, aufstrebende Politiker Larry Richards (Steve James) absolut nicht ins Bild.
Bei einem Umzug versucht Pentangle dann auch, diesen zu töten- doch zum Glück ist sein Freund Matt Hunter (Michael Dudikoff) vor Ort, und erkennt die Gefahr früh genug.
Doch Pentangle gibt nicht auf, und greift nun Richards' Familie an- woraufhin die beiden Freunde beschließen, das Problem auf eigene Faust zu lösen...

Nachdem "Invasion USA" ein recht großer Flop war, hatte Chuck Norris kein Interesse an einer ihm angebotenen Fortsetzung.
Und wieder stand Michael Dudikoff bereit, der ja schon in American Fighter ein passabler "Ersatzmann" für Norris war- und auch Steve James hatte Interesse an einer weiteren zusammenarbeit.
Allerdings entschied man sich aufgrund der Absage von Chuck Norris für einen "neutralen" neuen Filmtitel, auch wenn das Drehbuch, und somit auch der Name der Hauptfigur gleich blieben.
So kommt es, dass der Film zum Teil unter seinem eigentlichen Untertitel "Night Hunter" herauskam, und zum Teil als "Avenging Force" vermarktet wurde.
Warum man sich nicht auf einen Titel geeinigt hatte, ist mir allerdings nicht klar...
Wie schon in "American Fighter" stimmt hier die Chemie zwischen Michael Dudikoff und Steve James.
Und auch für diesen Film stand Sam Firstenberg wieder als Regisseur bereit, kein Wunder also, dass auch Night Hunter ein solider Actionfilm geworden ist.
Ich würde sogar sagen dass dieser, trotz ebenfalls teils offensichtlicher Mängel in Story und Actionszenen, einen Hauch gelungener als "American Fighter" ist.

7/10



Fortsetzung von "Delta Force 1 & 2", ohne Chuck Norris, aber mit seinem Sohn Mike Norris:

Delta Force 3 - The Killing Game (1991)



Ein arabischer Terrorist droht, mitten in Amerika eine Atombombe zu zünden.
Die Regierung schickt die Delta Force los, welche allerdings diesmal auf die Hilfe einer russischen Speznaz-Einheit angewiesen ist...

Die Namen auf dem Cover klingen teils seltsam vertraut... zumindest die Familiennamen.
Und tatsächlich: "Delta Force 3" ist eine kleine Ansammlung von Söhnen bekannter Schauspieler und Regisseure.
Neben Mike Norris spielen hier noch Nick Cassavetes (Sohn von John Cassavetes), Eric Douglas (Sohn von Kirk, Bruder von Michael Douglas), und Matthew Penn (Sohn von Regisseur Arthur Penn).
In diesem Thread ist der Film gelandet, da mit Mike Norris der Sohn von Chuck Norris eine der Hauptrollen hat- und natürlich weil er eine "echte" Fortsetzung der beiden Delta Force-Filme ist.
Regie führte hier Sam Firstenberg, der auch schon die beiden weiter oben genannten "beinahe-Norris" Filme American Fighter und Night Hunter drehte.
Immerhin ist die Delta Force hier wieder eine Spezialeinheit, welche auch als solche agiert- und ist somit näher an Teil 1 als die direkte Fortsetzung.
Schauspielerisch ist das ganze irgendwo im unteren Mittelmaß angesiedelt, auch wenn die Delta Force teilweise ein wenig wie eine Teenie-Kampfgruppe daherkommt.
Was die Kampfszenen angeht regiert hier allerdings leider allgemein ziemlich schlechte Choreografie.
Ansonsten ist fast alles wie gehabt, nur schnarchiger inszeniert: Geballer und Explosionen sind vorhanden, aber alles dümpelt vor sich hin.
Überraschend ist hier lediglich, dass die US-Kämpfer sich mit Russen zusammentun müssen.

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