Störkanal - Das andere Filmerlebnis

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Störkanal - Das andere Filmerlebnis

Beitrag von Retro am Mo Sep 04, 2017 11:03 pm

Die STÖRKANAL Filmreihe hat es sich zur Aufgabe gemacht, aussergewöhnliche Filme jenseits des Mainstreams dem geneigten Publikum vorzustellen.
Filme mit dem Störkanal-Logo sind in der Regel nicht nur auf Unterhaltung aus, sondern wollen den Zuschauer auch verstören, schockieren und aufrütteln.
Alle Filme sind ungekürzt und behandeln düstere Themen, sind aber nicht zwingend auf brutale Szenen aus- was das gezeigte Bild angeht.
Man sollte allerdings nicht davon ausgehen, dass ein Film der Reihe mit USK 16 zwangsläufig harmloser als die anderen ist. Leichte Kost ist etwas anderes...

Die meisten Filme der Reihe kann ich empfehlen, folgende Störkanal-Filme stehen bisher in meinem Regal:



WHITE LIGHTNIN' (Störkanal 1)



Jesco White (Edward Hogg), bekannt als "Dancing Outlaw", ist in einer Welt voller Gewalt, Brutalität, Alkohol und Drogen aufgewachsen.
Sein einziges Ventil Frust abzubauen ist der von seinem Vater gelernte "Mountain Dance", eine Art Steptanz.
Psychisch labil, und jeder Art von Rauschmitteln nicht abgeneigt, wird er immer aggressiver- und landet schließlich in der Psychiatrie.
Erst seine Freundin (Carrie Fisher) schafft es, ihn zu bekehren- und Jesco beschließt zusammen mit ihr und einem Gitarristen durch das Land zu ziehen,
und all seine Emotionen vor Publikum im Steptanz herauszulassen.
Er genießt den Erfolg und die Achtung seines Publikums- doch schon eine Kleinigkeit bringt seine immer noch labile Psyche wieder ausser Kontrolle...

Dieser Film ist definitiv keine leichte Kost, und sicher nichts für den entspannten Filmabend im Freundeskreis.
Erzählt wird die Lebensgeschichte des (real existierenden) Jesco White, welche unglaublich gut besetzt und intensiv gespielt wurde.
White Lightnin' ist dreckig, grimmig, böse, zynisch- aber auch ein sozialkritisches Drama mit durchaus sogar witzigen Szenen.
Das ganze wird in tristen, beinahe farblosen Bildern dargeboten, und zusammen mit der meist präsenten Musik und der Stimme aus dem off
wird durchaus auch beim Zuschauer eine verstörende Stimmung heraufbeschworen.
Regisseur Dominic Murphy, welcher zuvor eine Doku über Horrorfilme, und nach White Lightnin' nichts mehr gedreht hat,
erzählt auch diesen Film im Doku-Stil, ganz ohne Partei zu ergreifen- und überlässt den Zuschauern was sie darüber denken.
Die Freigabe ab 18 ist im übrigen berechtigt, ein paar heftige Szenen sind neben der generell dreckigen Geschichte auch vorhanden.
Definitiv ein Film, wie man ihn nur selten zu sehen kriegt, und der im Kopf hängen bleibt. Aber eben auch sicher nicht jedermanns Sache.

9/10

7 DAYS (Störkanal 2)



Die achtjährige Tochter des Arztes Bruno Hamel wird auf dem Schulweg entführt, vergewaltigt und danach getötet.
Der Täter wird schon bald gefasst, doch der Vater sinnt auf Rache ausserhalb der gesetzlichen Normen.
Er entführt den Täter, bringt ihn in eine einsame Hütte im Wald, und will ihn sieben Tage lang foltern um ihn danach zu töten,
denn in sieben Tagen hätte seine Tochter Geburtstag gehabt...

Was jetzt wie ein beliebiger Folter oder Selbstjustizfilm klingt, ist durchaus ziemlich eigenständig-
und vor allem ernsthafter als beinahe alle anderen Filme dieser Art geworden.
Mit nur wenigen Dialogen und komplett ohne Hintergrundmusik wird hier eine sehr böse Stimmung aufgebaut,
auch wirkt die gezeigte Gewalt, trotz einiger herber Szenen, nie übertrieben.
Der Film ist viel mehr ein Psychothriller, der seine Charaktere sich entwickeln, zweifeln und auch verzweifeln lässt.
Alleine wegen der letzten beiden Worte Hamel's im Film, über die man noch länger nachdenkt, ist hier schon die Höchstwertung fällig!

10/10

IN MY SKIN (Störkanal 3)



Die junge Analystin Esther (Marina de Van) verletzt sich auf einer Party zufällig am Bein, bemerkt dies aber erst später und begibt sich in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Sowohl dem diensthabenden Arzt, als auch später ihrem Freund Vincent (Laurent Lucas), ist es rätselhaft, dass Esther die tiefe, stark blutende Wunde zunächst nicht bemerkt hat. Esther fühlt sich jedoch wohl und beginnt sich immer mehr für ihre Verletzung zu interessieren. Die Faszination, die ihr eigenes Fleisch und Blut auf sie ausüben, steigert sich zu einer regelrechten Obsession, die sie immer wieder dazu zwingt die Wunde erneut zu öffnen. Als ihr die eine Wunde nicht mehr ausreicht, fügt sich die junge Frau immer häufiger weitere Verletzungen zu und beginnt ein selbstzerstörerisches Doppelleben.




Story

Eines Nachts passiert der mitten im Leben stehenden Analystin Esther (Marina de Van) etwas Seltsames: Nach einer Party torkelt sie in der Dunkelheit über eine Baustelle und fügt sich dabei eine leichte Fleischwunde am Bein zu. Zu ihrer eigenen Überraschung spürt Esther kaum Schmerzen, im Gegenteil. Die Wunde öffnet eine neue, bislang unbekannte Bewusstseinsebene in Esther. Immer wieder schneidet sie die verheilende Wunde auf, beschäftigt sich fortan mit der Verletzbarkeit ihres Körpers und beginnt, sich auch anderweitig zu verstümmeln. Vor ihrem Freund Vincent (Laurent Lucas), mit dem Esther schon seit langem Pläne für ein gemeinsames Haus schmiedet, kann sie ihren Hang zur Selbstverletzung nur schwerlich geheim halten. Immer öfter drängt es sie dazu, ihre Haut mit spitzen Gegenständen zu öffnen, was in ihrem Umfeld nicht auf Verständnis stößt und sie immer mehr in die Isolation treibt…


Kritik

Die Thematik des selbstverletzenden Verhaltens (SVV) ist ein durchaus heißes Eisen, da viele Menschen davon betroffen sind. Die Bestrafung des eigenen Körpers aufgrund von Borderline und darin mündenden Autoaggressionen oder in Folge von starken Depressionen und Minderwertigkeitsgefühlen ist ein aktuelles Thema, unter dem viele Menschen leiden. Dennoch gibt es erstaunlich wenig Filme darüber, von allzu selbstzwecktaften Splatterproduktionen à la "Guinea Pig: He Never Dies" natürlich mal abgesehen. Nun nahm sich die heute 35 jährige Französin Marina de Van im Jahr 2003 des Ganzen an und schuf als Drehbuchautorin, Regisseurin und Hauptdarstellerin zugleich den Film "Dans ma peau" oder auch "In My Skin", der die Selbstverstümmelungs-Obsession einer mit beiden Beinen im Leben stehenden Frau zum Thema hat. de Van war auch zuvor schon als Regisseurin aktiv, konnte aber mit keiner ihrer Produktionen für viel Bekanntheit sorgen, sondern machte sich eher als Schauspielerin einen Namen.
"In My Skin" betreibt keineswegs oberflächlichen Ekel-Voyerismus, sondern geht in seiner Darstellungsweise im wahrsten Sinne unter die Haut. Marina de Van konfrontiert ihr Publikum mit einem Drama, einem blutigen in der Tat, das zum Nachdenken verleitet und nicht einfach so nebenbei gesehen werden kann. Es ist die Frage nach dem Warum, die hier über allem im Raum schwebt und den ganzen Film über nicht beantwortet wird. Man erfährt nicht, wieso sich eine gutaussehende, die Karriereleiter nach oben kletternde Frau derart selbst verletzt und verstümmelt. Es wird allgemein nicht viel erklärt, die Kunst ist es vielmehr, sich die Antworten aus dem Ungesprochenen zu suchen, zwischen den Zeilen zu lesen. "In My Skin" kann nur dann funktionieren, wenn man ihn nicht als Ekelmarathon oder stumpfe Blutorgie betrachtet, denn ein solches Werk abzuliefern war sicherlich nicht die Intention Marina de Van’s.
In erster Linie ist der Streifen eine Charakterstudie erster Güte, die einem unvermittelt eine etwa 30 jährige Frau präsentiert und in deren Gefühlswelt eintauchen lässt. Wir erfahren über Esther nur das Nötigste. Sie scheint ein Workaholic zu sein, die Tag und Nacht für ihre Arbeit lebt, welche viel von ihr fordert. Ihr Lebensabschnittsgefährte Vincent ist beruflich erfolgreich und gutaussehend, findet aber keinen Zugang zu Esther. Die Beziehung der Beiden scheint eher körperlicher, als platonischer Natur zu sein. So lässt sich nur erahnen, was Esther dazu treibt, nach ihrer Beinverletzung einen Wundenfetisch zu entwickeln, der sie in eine völlig neue Welt einführt. Blut und Schmerzen scheinen Esther zu befreien und zu erregen, wie eine Droge zur Abhängigkeit zu verleiten. So verletzt sich Esther immer häufiger und heftiger, in einer eindrucksvollen Szene des Films sogar mit Messer und Gabel still und heimlich während eines Geschäftsessens.
"In My Skin" ist durchaus keine leichte Angelegenheit für den Zuschauer, will dies aber auch gar nicht sein. Wer sich ein reines Splattermovie erhofft, darf sich nach einem anderen Film umsehen, denn Marina de Van’s Werk lebt nie vom Effekt allein. Zugegeben: Es ist schon recht heftig, wenn Esther Stücke aus ihrem Fleisch herausschneidet, ihr eigenes Blut erregt auf dem ganzen Körper verteilt oder sich immer wieder spitze Gegenstände in die Haut sticht. Zur selbstzwecktaften Effektparade verkommt der Film aber nie. Selbst dann nicht, wenn sich Esther ein Stück eigene Haut konservieren lässt und sich angeregt an diesem reibt.
Der Film ist viel zu ruhig und überlegt, um als Horrorfilm durchzugehen, es passiert im kompletten Filmverlauf beinahe Nichts, was Spannung aufbauen würde. Der Streifen lebt von der zentralen Figur Esther, die in vielen Facetten beleuchtet wird, letztendlich aber immer noch ein Rätsel bleibt. Geklärt wird das Warum letztendlich nicht, man kann sich nur selbst damit befassen und die Frage individuell für sich beantworten. Für viele ist "In My Skin" deshalb auch nur ein langweiliges, undurchschaubares Stück Film, und diese kritischen Stimmen kann man durchaus verstehen. "In My Skin" ist wohl nur für ein kleines Publikum geeignet und dürfte insbesondere Mainstream-Konsumenten schwer im Magen liegen. Nicht nur wegen den reichlich blutigen Szenen, sondern vor allem aufgrund der belastenden, schwermütigen Inszenierung. Szenen aus Esther’s Alltag vermischen sich immer mehr mit puren Selbstzerstörungsorgien, die irgendwann in ein Fragen aufwerfendes, nicht ganz eindeutiges Ende hineinlaufen.
Die Obsession zur Verunstaltung des eigenen Körpers, der Bestrafung des eigenen Fleisches, wird von "In My Skin" in überzeugenden Bildern festgehalten. Der Streifen wirkt durch ein glanzvolles Intro und eine edle Optik absolut nicht wie ein auf Blut ausgelegtes B-Movie. Stilmittel wie Splitscreens und dergleichen runden das Ganze ab.
Marina de Van hat die richtige Entscheidung getroffen, sich neben der Inszenierung des Films auch für die Hauptrolle zu verantworten, denn ihre Darstellung der Esther überzeugt auf ganzer Linie. de Van agiert nicht oscarverdächtig, doch sie bringt die Frau, die ihre Neigung zur Selbstverstümmelung entdeckt, glaubhaft rüber, spielt nicht over the top, sondern stets ruhig und bedacht. Während sie sich mit spitzen Gegenständen Schmerzen zufügt ruht die Kamera oftmals statisch auf Marina de Van’s Gesicht und dabei ist ihre Mimik so real, dass man den Schmerz, den sie spüren muss, schon beinahe selbst fühlen kann.
Eine leichte Angelegenheit ist "In My Skin" definitiv nicht, doch das ist auch gut so. Ob allerdings ein Zugang zu dem schwermütigen und erschütternden Werk gefunden werden kann ist eine subjektive Frage, denn Filme wie dieser werden von jedem anders aufgefasst. Wer sich für derartige Streifen öffnen kann und ihnen nicht kritisch gegenübersteht, der wird mit "In My Skin" eine blutige Charakterstudie erleben, wie es sie heutzutage viel zu selten gibt. Ehrlich und nicht auf den bloßen Effekt aus. Ein Meisterwerk hat Marina de Van hiermit aber dennoch nicht abgeliefert. Unterhaltsam im eigentlichen Sinn ist der Film nicht und in geselliger Runde wäre er wohl der optimale Stimmungskiller. Dennoch spricht nichts dagegen, sich "In My Skin" zumindest mal auszuleihen.



5150 ELM'S WAY - SPIEL UM DEIN LEBEN (Störkanal 4)



Der Filmstudent Yannick hat einen Unfall mit seinem Fahrrad, bei dem er sich leicht verletzt und das Fahrrad beschädigt wird.
Im nächstgelegenen Haus an der Straße, eben 5150 Elm's Way, will Yannick nun ein Taxi rufen- und Jaques, welcher dort wohnt, lässt ihn hinein.
Als Yannick kurzzeitig alleine ist, geht er einem seltsamen Geräusch im Haus nach- und entdeckt im Obergeschoss einen schwer verletzten Mann.
Als Jaques bemerkt dass Yannick herumspioniert,  nimmt er auch ihn gefangen und sperrt ihn ein.
Schon bald stellt Yannick fest, dass die komplette Familie des Mannes involviert ist, und ein krankes Spielchen treibt.
Die zu Gewaltausbrüchen neigende Tochter Michelle stellt ebenso eine Gefahr für ihn dar wie Jaques selbst,
nur seine Frau Maude scheint noch halbwegs normal geblieben zu sein,
hat aber resigniert und ist zu ängstlich um etwas gegen das Treiben von Mann und Tochter zu unternehmen.
Jaques ist allerdings ein Meister im Schach spielen- und auch Yannick spielt gerne, wenn auch nur Hobbymäßig.
Yannick's einzige Chance das Haus am Elm's Way lebend zu verlassen ein Sieg im Schach gegen den bisher ungeschlagenen Psychopathen...

5150 Elm's Way ist keiner dieser in den letzten Jahren "üblichen" Folterfilmchen, sondern setzt mehr auf die Psychoschiene.
Yannick verhält sich zwar bei seinen Fluchtversuchen nicht immer schlau, spielt aber zumindest überzeugend-
und auch die anderen Darsteller kommen glaubwürdig herrlich fies bzw hoffnungslos überfordert rüber.
Dass beinahe der komplette Film nur in einem Haus, und auch dort in nur wenigen Räumen spielt, fällt ebensowenig negativ auf,
wie die nur wenigen vorkommenden Personen.
Dazu kommen ein paar schöne, fast schon surreale Bilder gegen Ende,
als Yannick zunehmend selbst psychotischer wird und sich immer mehr in das Schachspiel steigert.

7/10

VAN DIEMEN'S LAND (Störkanal 6)







SAVAGE - AT THE END OF ALL HUMANITY (Störkanal 8 )



Paul Graynor ist ein freundlicher, zurückhaltender, aber erfolgreicher Fotograf,
welcher sich neben seinem Job auch um seinen kranken Vater kümmert, welcher schon länger im Krankenhaus liegt.
Mit der Zeit freundet er sich auch immer mehr mit der Krankenschwester Michelle an.
Als er jedoch eines Abends völlig grundlos von zwei Jugendlichen überfallen und halb tot geprügelt wird, ändert sich alles.
Erst Tage später erwacht er aus einem Koma, und hat fortan vor jedem fremden Menschen Angst und fühlt sich bedroht.
Sitzungen beim Psychologen bringen ihn nicht weiter, ebensowenig die Medikamente, welche ihn beruhigen sollen.
Ein normales Leben scheint ihm nicht mehr möglich zu sein, obwohl auch Michelle alles versucht, um ihm zu helfen.
Er wird erst etwas ruhiger, als er einen Selbstverteidigungskurs besucht.
Dort entwickeln sich bei ihm allerdings auch die ersten Gedanken an Rache,
und der bisher so friedliche Paul wird zunehmend mutiger, dadurch aber auch wieder angreifbarer und sogar gewaltbereiter...

Dieser Rachethriller setzt mehr auf die psychologische Seite, und erzählt das Leben eines Opfers von Gewalt, und wie dieser sich dadurch verändert.
Das Opfer ist hier kein eiskalter Rächer, sondern ein ängstlicher Typ, der irgendwann keinen anderen Ausweg mehr sieht, als sich zu wehren.
Durch seine Ängste und Unsicherheit kommt der Film intensiver rüber, als der "typische" Rachefilm,
wo meist sofort und geplant auf Rache, Gewalt und Selbstjustiz gesetzt wird.
Eine hervorragend gespielte Charakterstudie eines Gewaltopfers, welches mit seinem Leben nicht mehr klar kommt.
Der Fokus hier liegt ganz klar auf der Wesensänderung des Opfers, was durch den hervorragend spielenden Hauptdarsteller niemals langweilig wird.

8/10

MARTYRIUM (Störkanal 9)







WEAPONS (Störkanal 11)



Ein Tag wie jeder andere in einer amerikanischen Kleinstadt. Jugendliche langweilen sich zu Hause, oder hängen am Sportplatz herum.
Die drei Teenager Sean, Chris und Jason fahren zum Sportplatz, um Mädels nachzusehen, Jason lässt sich sogar von den schon anwesenden zum Basketball überreden.
Selbst die beiden lokalen Gangs, streng getrennt in farbige und weisse Mitglieder, verhalten sich friedlich. Noch.
Denn wie aus dem nichts erscheint der jüngste der farbigen Gang auf dem Sportplatz, schießt Jason nieder- und verschwindet.
Einen Grund dafür scheint es nicht zu geben- und erst nach und nach stellt sich heraus, dass dies eine Rache-Aktion war,
ausgeübt von einem eigentlich unbeteiligten, an einem unschuldigen, der von einem farbigen Mädel aus Liebeskummer verleumdet wurde.
Dies setzt eine Gewaltspirale in gang, die sich nicht mehr aufhalten lässt...

"Weapons" ist ein Ghetto-Drama, wie es härter und zugleich realistischer nicht gezeigt werden könnte.
Bei den gelangweilten Jugendlichen dreht sich alles um Drogen, Sex, Geld und Gewalt, was auch teils äusserst drastisch gezeigt wird.
Bemerkenswert ist, dass das Grundthema nicht aus Rassismus heraus geboren wird- die Gangs lassen sich eigentlich in Ruhe,
sondern von einer bestimmten Situation ausgeht, welche nur zufällig zwischen Schwarz und Weiss entsteht.
In einer rein weissen oder rein farbigen Gang wäre wohl exakt das selbe passiert.
Der Film verfehlt jedenfalls seine Wirkung nicht, ist hervorragend gespielt, zeigt das langweilige, triste Leben in einer eben solchen Kleinstadt,
in welcher es keine Arbeit und somit Zukunft gibt- weshalb die einzigen Auswege der Sport, und/oder Drogen- und somit, mangels Geld, auch Gewalt sind.

9/10

BEAUTIFUL (Störkanal 12)




Sunshine Hill, Australien. Gepflegte Straßen und Häuser, alles scheint sauber und idyllisch.
Was man jedoch natürlich nicht sehen kann, ist das Geheimnis, welches diesen Ort umgibt:
Hier sind schon drei junge Mädchen spurlos verschwunden, was von den Behörden und dem örtlichen Sheriff allerdings als urbaner Mythos abgetan wird.
Einig sind sich die Bewohner von Sunshine Hill nur in dem Punkt, dass mit dem Haus Nummer 46 am Ende der Straße etwas nicht stimmt.
Der 14-jährige Aussenseiter Danny ist der Sohn des Sheriffs, und sein größtes Hobby ist das fotografieren.
Sein Lieblingsmotiv ist die 17-jährige Suzy aus dem Nachbarshaus, welche das schon lange mitgekriegt hat, und sich entsprechend lasziv gibt.
Eines Tages, als Suzy mal wieder einen ihrer Freunde rausgeschmissen hat, spricht sie den schüchternen Danny auf seien Foto-Streifzüge an.
Man kommt zögerlich ins Gespräch, und irgendwann auch auf das Thema der angeblich verschwundenen Mädchen.
Suzy überredet Danny, dass er gezielt mehr in Richtung Haus 46 spioniert, Bilder macht- und eventuell etwas über dessen Bewohner herausfindet.
Als Belohnung winken ihm erotische Gegenleistungen von Suzy, welche ihn mit solchen Versprechungen immer mehr manipuliert.
Danny lässt sich natürlich darauf ein, und findet sogar einiges über das Haus, und die mysteriöse Frau, welche man oft am Fenster sieht heraus-
und glaubt schon bald, dass diese seine schon lange verschwundene, ihm unbekannte Mutter sein könnte, über die ihm sein Vater nichts erzählen will.
Dumm nur, dass der Mann des Hauses ein vorbestrafter Gewalttäter ist- und seiner Frau jeglichen Kontakt nach aussen verbietet. Sehr verdächtig.
Als eines Tages auch Suzy scheinbar spurlos verschwunden ist, sieht sich Danny gezwungen zu handeln- er vermutet Suzy im Haus Nummer 46...

"Beautiful" wird sehr ruhig, aber hervorragend gespielt erzählt, hat Momente, die aus einem David Lynch-Film stammen könnten,
und pendelt gekonnt irgendwo zwischen Thriller und Drama hin und her.
Die Kameraführung ist herausragend, die gesamte Optik des Filmes ist hochwertig- und als Zuschauer wird man im ebenso manipuliert wie Danny im Film.
Es gibt so einige Überraschungen in der Geschichte, welche man nicht unbedingt erwartet hat- wenngleich am Ende trotzdem noch Fragen übrig bleiben.
Definitiv keine leichte Kost, wer einen "üblichen" Thriller erwartet könnte aufgrund des langsamen Tempos des Films durchaus enttäuscht werden.
Es lohnt sich aber, dranzubleiben. Mir hat "Beautiful" jedenfalls sehr gut gefallen.

8/10

HUNGER (Störkanal 13)



Fünf Personen wachen in einem Kellerverlies auf. Sie kennen sich nicht, und wissen auch nicht, wer sie dorthin gebracht hat.
Hinweise, worum es dem Entführer gehen könnte, finden sich von Anfang an.
In den zwei unterirdischen Räumen finden sich vier Fässer Wasser, vier Tassen, und vier Rollen Toilettenpapier. Verdursten muss man also schon mal nicht...
Schon bald erhalten die fünf ein Tranchiermesser und eine Nachricht: "Der durchschnittliche Mensch kann 30 Tage ohne Nahrung überleben".
Die fünf glauben nun zu wissen, was von ihnen erwartet wird, und wie lange sie gefangen gehalten werden sollen...

Die Grundidee ist durchaus interessant, die Geschichte ist recht spannend und ohne längen erzählt, und auch die Schauspieler machen ihre Sache generell recht gut.
Aber... je länger der Film läuft, desto mehr Fehler fallen einem leider auf.
Man bemerkt schon in den ersten Minuten, dass die Höhlenwände nach Pappmaché aussehen. damit könnte man leben...
Leider hat sich aber offensichtlich nur ein Teil der Schauspieler wirklich intensiv in die jeweilige Rolle eingelebt.
Während die Hauptdarstellerin sichtlich auch körperlich im Verlauf des Films abbaut,
wirken andere auch nach Wochen ohne Nahrung noch wohlgenährt, wenngleich sie trotzdem gut spielen.
Gleiches gilt für die Haare/Frisuren. Bärte wachsen scheinbar in Gefangenschaft ebenfalls nicht. Auch die Klamotten halten sich erstaunlich lange relativ sauber...
Und ob es die Sex-Szene gebraucht hat, frage ich mich auch... in einer solchen Situation? Ohne Nahrung, neben Leichenteilen, Urin und Kot? Lecker...
Leider wird der Film dadurch doch deutlich schwächer, da wäre einfach mehr dringewesen.

7/10

BEDEVILLED - ZEIT DER VERGELTUNG (Störkanal 14)



Hae-won hat mit Kollegen Stress an ihrem Arbeitsplatz in Seoul, und wird deshalb von ihrem Chef beurlaubt.
Um sich zu erholen begibt sie sich zur Insel Moo-do, auf welcher sie aufgewachsen ist, und wo immer noch Bok-nam, eine Freundin von ihr lebt.
Diese wollte ihr sowieso schon immer nach Seoul hinterherreisen, konnte es sich aber nie leisten.
Kaum auf der Insel angekommen, bemerkt sie sofort die sehr aggressive Grundstimmung dort.
Bok-nam's Mann Man-jong verprügelt sie regelmäßig, lässt sich dann prostituierte kommen-
und schreckt auch nicht davor zurück, seine Stieftochter sexuell zu belästigen.
Auch der Bruder ihres Mannes ist keine Hilfe, im Gegenteil- er vergewaltigt Bok-nam immer wieder mal.
Da auf der Insel sonst fast nur ältere Frauen- und eben Männer leben, hat sie hier keine Hilfe zu erwarten.
Hae-won schweigt zu all den vorkommnissen, all das geht sie ihrer Meinung nach ja nichts an.
Kurz nachdem jedoch Bok-nam's Tochter durch die Hand von Man-jong stirbt, eskaliert die Situation, Bok-nam hat nun nichts mehr zu verlieren...

Bis kurz vor Ende des Films wähnt man sich in einem (großartig gespieltem, glaubwürdigem) Drama,
welches unglaublich trostlos und dreckig daherkommt- und eigentlich ausschließlich menschlich kaputte Charaktere zeigt.
Am Ende kippt der Film in ein brutales Revenge-Movie um, vom ruhig erzählten Drama zum hasserfüllten, brutalen Blutbad.

8/10

RED WHITE & BLUE (Störkanal 16)







EVIL WORDS (Störkanal 19)



Ein Polizist schießt auf offener Straße scheinbar grundlos auf eine Gruppe Kinder.
Kurz danach amputiert sich der Schriftsteller Thomas Roy seine Finger, und versucht sich dann durch einen Sprung aus dem Fenster zu töten.
Zwei scheinbar völlig unterschiedliche Vorfälle, die getrennt voneinander passierten.
Thomas Roy überlebt, und kommt in eine psychiatrische Einrichtung.
Dort kommt Dr. Paul Lacasse, sein behandelnder Arzt, auf zusammenhänge zwischen den Fällen, welche zunächst unmöglich erscheinen.
Zusammen mit dem Journalisten Charles Monette, welcher gerade einen Bericht über Thomas Roy schreiben wollte,
kommt Dr. Lacasse einem unheilvollen Geheimnis auf die Spur, welches Thomas Roy umgibt...

Hier wird deutlich mehr auf einen Mystery-Anteil gesetzt, als bei den bisherigen von mir gesehenen Störkanal-Filmen,
welche in der Regel eher realistische, glaubwürdige Geschichten erzählen.
Dass das aber kein Nachteil sein muss, beweist "Evil Words" sehr deutlich.
Gut besetzt und mit einer hervorragenden Spannungskurve ausgestattet steigert sich der Film bis zum Ende-
und bleibt trotz übernatürlichem Einschlag weitgehend glaubwürdig.
Brutale Szenen gibt es nur wenige- diese sind aber gut gemacht und realistisch dargestellt.

9/10

CIVIC DUTY (Störkanal 23)



BELLFLOWER (Störkanal 25)

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