Retro's Band-Reviews

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Retro's Band-Reviews

Beitrag von Retro am Sa Dez 12, 2015 11:32 am

GANGSTAGRASS

Zwei Dinge fallen einem bei Gangstagrass sofort auf:
Extrem einfallslose, aber trotzdem irgendwie passende CD-Covers- und ihr eingängiger und ziemlich einzigartiger Bluegrass-HipHop-Stil.
Von 2010 bis 2015 haben Gangstagrass stolze vier CD's aufgenommen, welche allesamt hochwertig sind, und den Gangstagrass-typischen Stil bewahren.
Nicht übel, für diese relativ kurze Zeit- für einen größeren Bekanntheitsgrad hat es aber (zumindest bei uns in Deutschland) bisher nicht gereicht.
Leider wartet man bis Heute vergebens auf weitere Musik von Gangstagrass.









Hier werden Country/Squaredance/Bluegrass-Klänge mit Hip-Hop dargeboten- und das mit einem extrem hohen Ohrwurmfaktor.
Oft wechselnde Sänger und Sängerinnen sorgen für einiges an Abwechslung, hinter all dem steckt von Beginn an der Producer, Gitarrist und Sänger Rench,
welcher auch schon mit einer Emmy-Nominierung bedacht wurde.
Halbwegs bekannt wurden Gangstagrass mit dem Titellied zur TV-Serie Justified, "Long hard times to come".
Dummerweise ist aber genau dieses Lied so gut wie nicht aufzutreiben, da es bisher auf keiner CD veröffentlicht wurde.
Über amazon.com kann man aber immerhin an eine legale CD-R des "Justified" Soundtracks kommen, welcher natürlich auch diesen Song enthält.
Eine Neuaufnahme des Songs ist auf der 2015er CD "American Music" zu finden, passend zum Ende der Serie Justified im selben Jahr.
Leider ist die neue Version deutlich schwächer, irgendwie fehlt die "Power" der Originalaufnahme...

Wie auch immer: Wer Justified, und somit "Long hard times to come" kennt, und mit diesem etwas schrägen Musikstil etwas anfangen kann,
macht bei keiner der veröffentlichten CD's etwas falsch.


Zuletzt von Retro am Mo Sep 03, 2018 12:20 am bearbeitet; insgesamt 6-mal bearbeitet
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Re: Retro's Band-Reviews

Beitrag von Retro am So Jul 30, 2017 4:43 pm

WEISSGLUT & SILBER

Eine Demo-CD, zwei darauf folgende geniale Alben, ein unrühmliches Ende, ein neuer Anfang, parallelen zu den Onkelz, Missverständnisse und das bittere Ende...



1997 wurde die 4-Track-Demo "IM STAUB DER REBELLION" aufgenommen.
Mit "Unter deiner Asche" sowie "Weiss glüht die Sonne" sind hier zwei Songs in ziemlich rohen Versionen enthalten,
welche ein Jahr später neu eingespielt, und deutlich überarbeitet, auf dem ersten Longplayer erscheinen.
Die beiden anderen Tracks ("Jeder Hund hat seinen Tag" und "Lichtbringer") sind nur auf dieser Demo erhältlich-
meiner Meinung nach aber auch nicht besonders gelungen.
Erst 2001, nachdem die Band halbwegs bekannt war, wurde diese Demo nachträglich ohne Wissen der Band auch "offiziell" veröffentlicht.
Die CD ist somit für Fans die mehr über "ihre" Band erfahren wollen nicht uninteressant, aber sonst eher nicht essentiell.



1998 kam die erste CD kurzzeitig unter dem schlichten Titel "WEISSGLUT" heraus,
ein paar Monate danach wurde die CD mit dem Bonustrack (und Titelgeber) "ETWAS KOMMT IN DEINE WELT" noch einmal veröffentlicht.

Mit dem Titeltrack "Etwas kommt in deine Welt", "Tief unter deiner Asche" und vor allem "Unschuldsengel" sind auch drei "Hits" dabei,
die in Rock & Metaldiscos rauf und runter laufen, auch der Rest der CD liegt klar im oberen Mittelfeld, "Lückenfüller" sind keine zu finden.
Im Vergleich zum Demo hat sich hier vor allem der Sänger deutlich verbessert, aber auch musikalisch hat man enorm zugelegt und eine gute Produktion erwischt.
Dummerweise wird parallel zum langsam anlaufenden Erfolg der Band auch das Privatleben des (sehr guten) Sängers Josef Maria Klumb immer bekannter,
der sich gerne in "rechten" Kreisen aufhält- und auch (allerdings wirklich NUR ausserhalb der Band) deren Gedankengut unter's Volk bringt.
Wie erwähnt: Die Band selbst hat NICHTS mit "rechtem" Gedankengut zu tun- innerhalb der Band nicht mal Klumb, die texte sind meines Erachtens definitiv unpolitisch.
Musikalisch und thematisch ist die CD recht düster gehalten, mit teils fast schon melancholischem Gesang-
wenn es eine Band gibt, welche die Bezeichnung "GothicMetal" verdient hat, sind das definitiv Weissglut.
Leider werden von Teilen der Presse immer wieder mal Textfetzen wie "Weiss glüht die Sonne" in ein "rechtes" Licht gerückt... ähnliches kennt man ja von den Böhsen Onkelz.

Eine Folge der immer härter werdenden Kritik, es handle sich bei Weissglut um eine rechte Band, und sogar einiger Auftrittsverbote dank dem Gehetze der Presse,
ist die Trennung von Sänger Josef Maria Klumb, der zwiespältig reagiert:
Einerseits zeigt er danach in Interviews Verständnis, andererseits fühlt er sich auch "verraten", da er sich im Bandgefüge nichts zu schulden kommen ließ-
ein Rauswurf zum Wohle des erhofften kommerziellen Erfolges also.



Im Jahr 2000 erscheint dann die zweite scheibe, "ZEICHEN".

Tom, der neue Sänger, ersetzt Klumb sehr gut. Stimmlich klingt er ähnlich, nur eine Spur aggressiver als der eher melancholisch singende Klumb.
Auch hier sind wieder ein paar echte Hits enthalten: "Tanz der Sinne", "Wie es niemals war", "Meine liebe ist rot" und "Wir haben nichts gemein" ragen heraus,
insgesamt gesehen ist wie schon beim Debüt KEIN einziger schwacher Song enthalten, auch hier dominieren wieder düstere Texte ohne jeglichen politischen Bezug.
Zum Glück ist aber auch kein Song der Marke "Böse Presse, alles Lügner" enthalten,
solches textliche Gejammer überließ man den Onkelz- welche damit immer wieder Erfolg hatten, was mich persönlich aber unglaublich genervt hat.

Leider ist die Macht verblendeter Hetzer in der Presse jedoch größer als gedacht-
so dass man neben hervorragenden Kritiken in der Musikpresse sonst überall entweder totgeschwiegen und boykottiert wird,
oder aber von Kommerz-Hetzblättern weiterhin als rechte band dargestellt wird...

Nach zwei hervorragenden CD's ohne jeglichen politischen Inhalt ist man jetzt also am Ende mit den Nerven-
und entschließt sich genau das zu tun, was man den Onkelz auch immer wieder nahelegte:
Ein Namenswechsel musste her. Wäre man da mal lieber stur geblieben...



2003 gab es ein neues Lebenszeichen unter dem namen "SILBER".

Schon am Cover-Artwork bemerkt man, dass man nicht mehr so düster wie zuvor daherkommen, und mit dem Namen wohl auch das alte Image ablegen will.
Ohne Keyboarder, dafür mit einem zweiten Gitarristen schaffen es Silber deutlich kommerzieller und weniger aggressiv und melancholisch zu klingen als zuvor.
Leider trifft das auch auf die Texte zu, welche beliebiger und Massenkompatibler geworden sind.
Das dargebotene ist trotzdem nicht schlecht, und man kann sich das selbstbetitelte "Debüt" von SILBER immer noch gut anhören-
aber an die beiden Vorgänger kommt man bei weitem nicht mehr heran.
Hier schleicht sich erstmals auch eine Coverversion ein, "Heut Nacht" ist nichts anderes als der NDW-Hit von Spliff. Kommerz, wir kommen.
Der Erfolg war für ein Debüt (welches es ja eigentlich nicht ist) respektabel, hielt sich aber im vergleich zu den beiden Vorgängern in Grenzen.



2006 kam dann "HIER UND JETZT" heraus, und schon das Cover war wieder deutlich ansprechender als beim Silber-Debüt...

Gleich nach dem einlegen der CD wird man durchaus positiv überrascht:
Die Gitarren knallen einem deutlich druckvoller entgegen als beim Vorgänger,
und schon der Opener "Niemand anders" zeugt vermeintlich von einem wiedererstarkten Kampfgeist der Band.
Einige Songs haben sogar einen leichten Drall in Richtung Weissglut, auf "Hier und jetzt" ist eine gelungene musikalische Mischung enthalten.
Härtere Songs wechseln sich mit kommerziellerem Gute-Laune-Rock, ruhigeren Ohrwürmern und eher düsteren Themen ab.
Nicht jeder Song ist ein Treffer- aber die zweite CD ist schon deutlich besser als der Vorgänger- und ganz klar ein Schritt in die richtige Richtung.
Leider blieb der Erfolg aus, und 2007 löste sich die Band auf.
Man kann da natürlich weitestgehend nur vermuten- aber die vielen Wechsel (Name, Musiker, Stil) dürften der Band deutlich geschadet haben.
Sehr schade um eine der zumindest Anfangs in meinen Augen (oder Ohren?) besten deutschsprachigen Bands, die ich mir jemals in mein CD-Regal stellen durfte...



Gerüchten zufolge hat Josef Maria Klumb wohl versucht, Weissglut mit neuen Musikern wiederzubeleben, und wirklich textlich in die rechte Ecke zu gehen.
Was sich aber nach nur einem Auftritt auf einer Demo schon wieder erledigt haben soll...

Desweiteren existiert seit 2004 eine Rammstein-Coverband namens Weissglut, welche aber natürlich nichts mit den oben genannten zu tun hat.
Diese Band kopiert ausschließlich Rammstein, und tritt nur Live auf.


Zuletzt von Retro am So Okt 15, 2017 10:45 pm bearbeitet; insgesamt 7-mal bearbeitet
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Re: Retro's Band-Reviews

Beitrag von Retro am So Jul 30, 2017 11:23 pm

PINK FLOYD

Das "Discovery" Box-Set mit allen 14 bis dahin veröffentlichten Studioreleases als "Remastered Recordings".



01. The Piper At The Gates Of Dawn
02. A Saucerful Of Secrets
03. Music From The Film "More"
04. Ummagumma
05. Atom Heart Mother
06. Meddle
07. Obscured By Clouds
08. The Dark Side Of The Moon
09. Wish You Were Here
10. Animals
11. The Wall
12. The Final Cut
13. A Momentary Lapse Of Reason
14. The Division Bell

Die Box selbst ist recht hochwertig, die darin enthaltenen CD's sind allerdings lediglich in Pappschuber-Hüllen untergebracht.
Zudem liegt ein 60-seitiges Booklet mit dem titel "Graphic Tales" exclusiv dieser Box bei.
Klanglich ist bei den CD's teils wirklich eine deutliche Verbesserung zu älteren Versionen zu hören, es gab hier ja schon diverse Releases mit unterschiedlichen Masterings.
Enthalten sind im übrigen keinerlei Bonustracks, lediglich die neu gemasterten ursprünglichen Veröffentlichungen.





Was "Piper at the gates of dawn" (1967) und "Saucerful of secrets" (1968) angeht,
muss man sagen dass man wohl ein wenig high sein sollte, wenn man die ersten beiden Scheiben wirklich "genießen" will.
Im nüchternen Zustand gelingt zumindest MIR das definitiv nicht. Beide Alben wollen sich mir absolut nicht erschließen- und ich habe es wirklich einige male versucht...



Erst die dritte CD, Music from the Film "More" (1969), enthält immerhin zumindest teilweise nachvollziehbare Songstrukturen, die auch einem "normalen" Publikum gefallen können.
Mit dem "Nile Song" findet man hier den wohl härtesten Song der Band, und mit "Cymbaline" eine schöne Ballade.



Die kurz darauf folgende Veröffentlichung, "Ummagumma" (1969) ist zweigeteilt:
Eine teils nur schwer anhörbare Live-CD mit Songs der ersten beiden Alben, wie weiter oben erwähnt kann auch hier ein Joint wohl nicht schaden-
und eine Studio-CD... von der ich mich frage, was das soll. Musik ist da nicht wirklich drauf- bestenfalls Geräusche.



"Atom Heart Mother" (1970) startet mit dem beinahe 24-minütigen Titelsong teilweise recht schräg, ist aber insgesamt bei weitem nicht so anstrengend wie die älteren Veröffentlichungen.
Der dritte Song, "Summer '68" geht gut ins Ohr, wird von zwei Balladen umrahmt-
und mit dem fünften Song "Alan's psychedelic breakfast" gibt's dann schon das widerum etwas zu schräge Ende der CD.



Mit "Meddle" (1971) beginnt der Sound von Pink Floyd in die Richtung zu gehen, welche die Band danach zu ihren größten Erfolgen führte.
Schon der Opener "One of these days" schafft den perfekten Spagat aus eingängigkeit und psychedelic,
und leitet den Hörer in einen zwar größtenteils ruhigen, aber sehr Gitarrenlastigen Trip.
Mit "Seamus" ist nur einziger Ausfall zu hören, das abschließende, 24-minütige "Echoes" ist bis auf den etwas zu lang gezogenen psychedelischen Mittelteil ebenfalls absolut gelungen.



"Obcscured by clouds" (1972) nimmt dann, wie schon "More", wieder eine Sonderstellung ein, auch diese Veröffentlichung ist ein Soundtrack- diesmal zu "La Vallee".
Trotzdem ist der Stil ähnlich der vorherigen Scheibe, ein sehr gelungener Opener geht in eine recht abwechslungsreiche CD über,
die lediglich ein paar verzichtbare Instrumentalstücke beinhaltet. Im Film mögen diese Sinn machen, auf CD wirken sie eher unpassend.
Insgesamt aber eine empfehlenswerte CD, vor allem "Childhood's end" hat sich zu einem meiner Lieblingssongs der Band entwickelt.



Der bis dahin größte Erfolg der Band, "The dark side of the moon" (1973), startet vielversprechend, kann (mich) aber nach wie vor kein bisschen überzeugen.
Nach dem Intro folgt der gelungene Opener "Breathe", gefolgt von "On the run", einem extrem nervigen Instrumental, welches in "Time" übergeht,
was aber leider erst nach 2 Minuten nervigen Geräuschen zu einem Ohrwurm wird.
"The great gig in the sky" nervt dann mit belangloser Piano-Musik und nervigem Geschrei, und warum ausgerechnet das folgende "Money" zu einem der beliebtesten Songs der Band wurde,
entzieht sich mir komplett. Fand ich schon "damals" fürchterlich, kann ich mir auch heute noch nicht anhören.
"Us and them" langweilt nur, "Any colour you like" tut immerhin trotz Waber-Sound nicht weh, "Brain Damage" ist anhörbar-
und das abschließende "Eclipse" nervt wieder mit gejaule im Hintergrund.
Fürchterliche CD. Irgendwas muss zwar wohl toll daran sein- aber ich kann es nicht entdecken...



Mit "Wish you were here" (1975) folgt das exakte Gegenteil.
Das knapp 14-minütige "Shine on you crazy diamond (Parts 1-5)" gehört bis heute zum besten, was man sich anhören kann,
auch das folgende "Welcome to the machine" ist trotz starkem Synthie-Einsatz nie nervig, "Have a cigar" ist der schwächste Song der Scheibe, aber immer noch gut anhörbar.
Der Titelsong "Wish you were here" wirkt fast schon zerbrechlich sanft, geht aber unglaublich ins Ohr-
und das abschließende knapp 13-minütige "Shine on you crazy diamond (Parts 6-9) beendet das Album perfekt, wie schon der Opener perfekt war.



"Animals" (1977) kopierte dann das Aufbau-Konzept des Vorgängers, drehte dieses jedoch ins Gegenteil um.
Anfang und Ende bilden hier die sehr ruhigen und kurzen Songs "Pigs on the wing - Part 1 & 2", während der Rest durchgehend stark Gitarrenlastig daherkommt.
Das inhaltliche Konzept wurde von George Orwell's "Animal Farm" stark beeinflusst, so werden hier die Menschen nach ihrem Verhalten in drei verschiedene Tier-Rassen aufgeteilt.
Sowohl "Dogs", als auch "Pigs" sind eingängige, aber inhaltlich eher düstere Rocksongs, das folgende "Sheep" rockt am heftigsten,
hier dürften selbst die Fans von klassischem Hardrock, die mit der Band bisher wenig anfangen konnten, begeistert sein.
Nach "Wish you were here" ein weiteres Meisterwerk. Doch Pink Floyd schaffen es, dieses noch zu überflügeln...:



Zu "The Wall" (1979) muss man wohl nicht viel schreiben, nehme ich an...
Der kreative Höhepunkt der Band war hiermit erreicht, und gipfelte sogar in einer sehr gelungenen Verfilmung des Albums.
Das größte Problem welches die Band nun hatte, war nach dieser übermächtigen Veröffentlichung eine zumindest gleichwertige Platte zu produzieren-
was keinesfalls so einfach sein sollte...



Mit "The final cut - A requiem for the post war dream" (1983) versuchte man offensichtlich, direkt an "The Wall" anzuschließen.
Die Ähnlichkeiten sind nicht zu überhören, beinahe der komplette Stil und die musikalischen Arrangements sind gleichgeblieben,
auch thematisch bewegt man sich mit dem Thema Krieg am Rande des Vorgängers.
Der große Erfolg wiederholte sich allerdings nicht, trotzdem muss man der Platte zugestehen, dass sie sehr gelungen ist, und als Nachfolger durchaus ihre Berechtigung hat.



"A momentary lapse of reason" (1987) ist erstmals eher kommerziell ausgerichtet, was wohl auch am Ausstieg von Roger Waters liegen dürfte, der bisher den Großteil der Floyd-Alben schrieb.
Das muss nicht schlecht sein, und ist es auch nicht- aber das "experimentelle", was die meisten anderen Alben ausmachte, ist hier kaum noch vorhanden.
Trotzdem eine sehr gelungene CD!



"The division bell" kam 1994 raus, war lange Zeit das letzte Lebenszeichen der Band- und kommt insgesamt deutlich ruhiger daher als die bisherigen Veröffentlichungen.
Langweilig ist die CD trotzdem nicht, zumal mit "High hopes" am Ende der CD noch ein absolutes Song-Highlight auf den Hörer wartet.



Was dann 2014 unter dem Titel "The Endless River" als "neue CD" von Pink Floyd verkauft wurde, ist schon ziemlich frech...
Von einem winzigen, natürlich kleingedruckten, Copyright 1987-Vermerk auf der Rückseite abgesehen, deutet nichts auf eine Resteverwertung hin.
1987 wurde das vorletzte Album "A momentary lapse of reason" veröffentlicht (siehe oben).
Im Booklet steht dann allerdings, dass es sich um 1993'er Sessions handelt, was widerum auf das letzte Album "The division bell" hindeutet.
Ja, was denn nun?
Anders gesagt: Hier erhält man wohl die damals nicht verwendeten Reste der Aufnahmesessions zum letzten regulären Album, welches 1994 veröffentlicht wurde.
Die CD enthält lediglich einen Track mit Gesang, nämlich "Louder than words" am Ende der CD.
Ansonsten kann man sich das ganze so vorstellen:
Ein ruhiges, wie von Pink Floyd gewohntes Intro, geht über in ein ruhiges, wie von Pink Floyd gewohntes Intro, welches sich zu einem ruhigen, von Pink Floyd gewohntem Intro entwickelt.
Zwischendurch wird's kurzzeitig auch mal etwas flotter, aber ein roter faden ist irgendwie nicht zu entdecken- im Gegenteil:
Kaum baut sich mal etwas musikalische Spannung auf (Sum), geht das ganze in nervige Geräuschcollagen über (Skins),
und wird belanglos (Unsung) übergeleitet zu langweiligem Gitarren-Pop (Anisina), der problemlos aus einem 80'er Jahre TV-Serien Soundtrack sein könnte.
Das ganze ist irgendwo trotzdem durchaus typisch Pink Floyd, man kann sich auch reinhören, aber insgesamt enttäuscht das Ergebnis.
Einer Musik-Legende wie Pink Floyd ist ein solcher "Abschluss" einfach nicht würdig, zumindest hätte man offensichtlicher darauf hinweisen müssen, was einen erwartet.
Nicht jeder informiert sich erst im Netz, bevor man sich spontan 'ne neue CD kauft...


Zuletzt von Retro am Mo Sep 03, 2018 12:30 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Retro's Band-Reviews

Beitrag von Retro am So Jul 30, 2017 11:25 pm

HAUDEGEN & HAGEN STOLL SOLO

Haudegen sind die beiden Berliner Sänger Hagen Stoll und Sven Gillert, welche ihre ersten musikalischen Erfolge mit deutschem Hiphop feierten.
Hagen war bekannt als "Joe Rilla", Sven als "Tyron Berlin", und immerhin muss man sagen, dass die Texte wohl schon damals kritisch angehaucht waren,
und nicht nur primitiven Aggro-Mist enthielten.
Trotzdem natürlich kein Wunder, dass ich die beiden vor der Gründung von Haudegen nicht kannte, ist schließlich absolut nicht meine Richtung...



Der musikalische Wandel der beiden kam 2010  mit der EP HAUDEGEN auf den Markt.
Erstaunlicherweise ist gerade diese Scheibe das härteste, was die Band bisher veröffentlicht hat.
Vier Songs lang härterer deutscher Rock, am ehesten vergleichbar mit den Onkelz, und mit "Großvater sagt" ein sehr gelungenes ruhiges Stück am Ende.
Gute Texte, gute Musik, ein guter Einstieg in eine neue Musikrichtung!



Ein Jahr darauf, 2011, kam dann eine Doppel-CD auf den Markt, mit dem Titel SCHLICHT UND ERGREIFEND.
Thematisch erwartungsgemäß gesplittet in eine "Schlicht", und eine "Ergreifend" betitelte CD.
"Schlicht" enthält flotte Songs mit intelligenten und hintergründigen, aber auch einfach generell positiven Texten wie "Ein Mann ein Wort".
"Ergreifend" enthält eher ruhige Stücke, aber keineswegs nur Liebeslieder. Von kritischem Text in "Weisse Westen" bis zu Trennungsschmerz in "Dein Zimmer" ist alles vorhanden.
Den Wechsel vom eher harten Rock im Jahr zuvor, in eher poppige Rocksongs fällt natürlich auf-
wird aber mit hohem Ohrwurmpotential aufgefangen, und stört, zumindest mich, nicht im geringsten.



Im selben Jahr wurde dann noch eine Live-Aufnahme auf CD mit Bonus-DVD veröffentlicht, LIVE IN DER PASSIONSKIRCHE.
Die CD enthält allerdings nur einzelne Songs, welche jeweils ein, bzw. ausgeblendet werden. Live-Stimmung kommt da natürlich absolut nicht auf.
Generell ist die Aufnahme aber qualitativ gelungen, und die Songs sind in softeren Akustik-Versionen gut Live umgesetzt.
Auch ein wenig seltsam: Die CD enthält 17 Songs, die enthaltene DVD dagegen nur 12...



EN GARDE kam 2012 auf den Markt.
Neben dem Hit "Feuer und Flamme" enthält die CD größtenteils poppig angehauchte Rocksongs im selben Stil,
mit "Zwei für alle" kommt man den Onkelz aber wieder recht nah, und auch bei "Hölle" werden nochmal härtere Gitarren aufgefahren.
Natürlich enthält die CD auch eher ruhige Songs wie das nachdenkliche und textlich sehr starke "Der fehlerlose Mann".



2015 erschien LICHTBLICK, welche den Stil des Vorgängers beibehält, und dementsprechend ebenfalls sehr gelungen ist.

2016 erschien mit HAUDEGEN ROCKEN ALTBERLINER MELODIEN ein Konzeptalbum, welches komplett an meinem Interesse vorbeigeht,
und wohl nur Berliner mit Hang zu alten Schlagern ansprechen dürfte. Vor allem, da hier der Berliner Dialekt beabsichtigt hart durchschlägt...
Die CD steht dementsprechend nicht in meiner Sammlung.



2017 gibt es mit Blut, Schweiß und Tränen gleich 3 CD's, diese sind sowohl einzeln, als auch als Box erhältlich.
Den Titeln nach kann man sich schon denken, wie die Musik hier aufgeteilt wurde:
Auf "Blut" sind einige der bisher härtesten Songs der Band zu hören, hier wird richtig gerockt.
Allerdings nervt es schon bald, dass sich die Jungs hier gleich in mehreren Songs deutlich von ihrer politisch stark "linken" Seite zeigen.
Statements gegen "rechts" sind schön und gut- aber soviel Politik will ich nicht unbedingt in meiner Musik hören...
"Schweiß" dagegen enthält den "typischen" Haudegen-Stil, also die gewohnte Rock-Pop-Mischung.
Und obwohl mir die Musik auf "Blut" besser gefällt, punktet "Schweiß" im Vergleich ganz klar mit den Texten.
Auf "Tränen" wird es dann allerdings wirklich arg schnulzig, mir persönlich schon deutlich ZU schnulzig.
Ich mochte auf den vorherigen CD's durchaus auch die meisten der ruhigen Stücke,
aber die geballte Ladung schmalziger Balladen auf "Tränen" ist leider kaum am Stück zu ertragen.
Schade, dass ich das so schreiben muss- aber die wirklich guten Songs, also Textlich UND Musikalisch gesehen,
konnte ich mir problemlos für's Auto auf EINE CD brennen.





2014 erschien Hagen Stoll's Solo-Album TALISMANN.
Die Veröffentlichung unter eigenem Namen macht durchaus Sinn, denn stilistisch kriegt man hier eine unerwartete Vielfalt zu hören,
die als reguläre Haudegen-Veröffentlichung wohl einiges an Stirnrunzeln erzeugt hätte.
Neben den natürlich vorhandenen Rock-Einflüssen kommen hier auch noch Freunde von Blues, Ska und sogar Polka-Klängen auf ihre kosten.


Zuletzt von Retro am So Sep 17, 2017 1:35 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Retro's Band-Reviews

Beitrag von Retro am So Jul 30, 2017 11:33 pm

SPIDER - THE COMPLETE ANTHOLOGY



Spider waren in den 80'ern kurzzeitig mit ihren drei Releases "Rock'n'Roll Gypsies", Rough Justice" und "Raise the Banner (for Rock'n'Roll") halbwegs erfolgreich,
haben sich jedoch mit ihrer gespielten Musikrichtung nie so wirklich durchsetzen können.
Der Sound schwankt zwischen Hardrock mit Metal-Einschlag und Boogie-Rock, wie ihn Status Quo schon immer erfolgreich spielen.
Und genau dieser Zielgruppe kann man die Scheiben von Spider nur empfehlen- die Kurzbeschreibung "Status Quo auf Speed" trifft das ganze ziemlich genau.
Die drei schon damals auf Vinyl erhältlichen regulären Veröffentlichungen enthalten jeweils Bonustracks (Single B-Seiten, neue Versionen, Live-aufnahmen),
und ein 20-Seitiges informatives (englisches) Booklet ist auch dabei.
Die nicht auf Vinyl erhältliche "Early Years" CD enthält Demos und alte Versionen von bekannten Stücken, aber auch Live-aufnahmen von nicht regulären Spider-Songs,
wie eine deutlich flottere Version von Steppenwolf's Klassiker "Born to be wild".
Empfehlenswert für Fans- und solche die es werden wollen!
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Re: Retro's Band-Reviews

Beitrag von Retro am So Okt 01, 2017 7:43 pm

IRON MAIDEN

Gleich mal vorneweg: Ich mag Maiden. Schon immer. Auch mit Bayley- und mit Di'Anno.
Mein Geschmack muss sich trotzdem nicht mit der Masse der anderen Fans decken, und tut das wohl auch nicht unbedingt,
was ich mir schon in vielen Musik-Diskussionen anhören durfte. Daher mal ein paar Anhaltspunkte:
Lieblings-Album: Killers
Lieblings-Song Di'Anno: Wrathchild
Lieblings-Song Dickinson: To tame a Land
Lieblings-Song Bayley: Sign of the Cross
Schwächstes Album: Seventh Son of a seventh Son
Wer jetzt schon mit den Augen rollt, sollte vielleicht nicht weiterlesen...

Ich habe im Lauf der Jahre Jahre fast alle Maiden-Scheiben sehr oft angehört, und jetzt während dem schreiben laufen die neueren ein weiteres mal.
Die alten Klassiker kann man ja eh teilweise schon fast auswendig mitsingen, da seit 1981 jede Platte zum Release gekauft wurde.
Damals waren Iron Maiden neben Kiss meine Lieblingsband. Und da gab es nur Schallplatten (und qualitativ meist miese Tapes), aber keine CD's.
Inzwischen stehen aber schon lange Zeit (wieder seit Release) alle Scheiben auf CD in meinem Regal. Auch die (meines Erachtens) schlechteren.
Alle Eindrücke sind also nach mehrmaligem anhören entstanden, und keinesfalls "Ersteindrücke",
welche gerade den späteren Alben teils einfach nicht gerecht werden können. Progressiv angehauchtes geht einem eben manchmal nicht sofort ins Ohr.

Ich schreibe hier im übrigen eher nach dem Motto "Kurz aber knackig", gehe zwar auf die Sängerwechsel ein, aber nicht auf die anderen Musiker.
Für mich steht oder fällt eine jede Platte mit dem Gesang, die Instrumentalisten sind in der Regel, meiner Meinung nach, ziemlich austauschbar.
Auch besitze ich nur die Studio-Scheiben, ich mag Live-Aufnahmen generell nicht besonders.
Und immer dran denken: Das ist hier alles nur MEIN Geschmack, und mal eben zum Spaß geschrieben.
Wer genauere Infos haben will als ich sie hier biete, darf gerne diverse andere Seiten besuchen.



IRON MAIDEN (1980)



Das Debüt. Noch ziemlich roh gespielt, mit Paul Di'Anno am Mikro, welcher die flotten Songs sehr gut meistert,
mich in den ruhigeren Passagen der Platte (besonders bei "Strange World") aber eher nervt, oder gar langweilt.
Musikalisch allerdings schon auf recht hohem Niveau, so dass man sich zumindest den Großteil des Albums gut anhören kann.
Ich muss zugeben dass ich "damals" ziemlich enttäuscht war, da ich das Debüt gekauft hatte,
nachdem "Killers" sich schon wochenlang auf meinem Plattenspieler drehte. Auch heute kann ich mir die Scheibe nicht komplett anhören.
Im Vergleich mit dem Nachfolger kann man aber meines Erachtens auch nur verlieren- für ein Debüt trotzdem beachtlich.

Meine Favoriten: Running free, Phantom of the Opera

6/10

IRON MAIDEN - KILLERS (1981)



Das zweite Album macht seinem Namen alle Ehre: Ein echtes Killer-Album. Kein einziger schwacher Song drauf.
Selbst die Instrumentalen Stücke, welche mich sonst fast immer nerven, sind hier absolut passend. Die komplette Platte wirkt wie aus einem Guss.
"Killers" war damals meine dritte selbst gekaufte Platte (nach "Police - Regatta De Blanc" und "Kiss - Gene Simmons"), und begeistert mich bis heute.
Hier hat die Band wohl erkannt, dass Di'Anno eher für die flotteren Songs geeignet ist, so dass hier größtenteils höheres Tempo geboten wird.
Leider war diese auch gleichzeitig die letzte Platte mit Di'Anno, aufgrund seiner Alkoholprobleme musste er die Band verlassen.
Es würde mich wirklich interessieren, wie die Karriere von Maiden mit ihm am Mikro weiter verlaufen wäre...

Meine Favoriten: Die komplette Platte!

10/10

IRON MAIDEN -THE NUMBER OF THE BEAST (1982)



Erstmal mit Bruce Dickinson. Nicht nur, dass er rein technisch gesehen der "bessere" Sänger ist, auch musikalisch hat man hier ordentlich zugelegt.
Der Einstieg könnte mit dem flotten "Invaders" und dem darauf folgenden ruhigen "Children of the Damned" nicht besser gewählt sein.
Schon die ersten beiden Songs beweisen, dass Dickinson wohl ziemlich alles singen kann, was im "klassischen" Heavy Metal-Bereich gespielt wird.
Ein komplett gutklassiges Album, welches zu recht seinen Klassiker-Status hat.
Was auch auffällt: Mit dem Einstieg von Dickinson finden sich auf einmal Songs zu Filmen (oder den Romanvorlagen) im Programm von Maiden.
Der Song "The Prisoner" basiert auf der bekannten TV-Serie, bei uns als "Nummer 6" bekannt,
"Children of the Damned" erzählt die Geschichte vom Film "Dorf der Verdammten".
Ein wirklich gutes Einstiegsalbum für Dickinson- trotzdem kommt für mich nichts an den rauen, noch etwas ungeschliffenen Sound von "Killers" ran.
Keine Frage: Dickinson kriegt Live auch die alten Songs hin, während Di'Anno an den Songs dieses Albums wohl verzweifelt wäre.
Trotzdem höre ich die Songs von "Killers" doch lieber im Original, eben von Di'Anno.

Meine Favoriten: The Number of the Beast, Run to the Hills, Hallowed be thy Name

10/10

IRON MAIDEN - PIECE OF MIND (1983)



Auf Album Nummer vier hat sich, von vielen eher unbemerkt, mein absoluter Maiden-Lieblingssong am Ende versteckt.
"To tame a Land" handelt vom Wüstenplaneten "Dune", welcher auch zu meinen Lieblingsfilmen gehört,
"Where Eagles dare" basiert ebenfalls auf einem Film, bei uns als "Agenten sterben einsam" bekannt.
Auch "Quest for Fire" hat ein filmisches Vorbild: "Am Anfang war das Feuer".
Generell ist "Piece of Mind" wieder ein gutes Album geworden,
auch wenn ich persönlich zumindest "Revelations", "Die with your Boots on" und "Still life" eher mittelmäßig finde.
Fangen Maiden etwa an zu schwächeln?

Meine Favoriten: Flight of Icarus, The Trooper, To tame a Land

7/10

IRON MAIDEN - POWERSLAVE (1984)



Der Einstieg mit "Aces High" lässt stark hoffen, hier wieder eine durchgängig hervorragende Scheibe auf die Ohren zu kriegen.
Und ja, es geht durchgehend in hohem Tempo weiter, ein Ohrwurm folgt auf den nächsten.
Erstmals haben Iron Maiden hier auch einen Song in Überlänge auf einem Album, "Rime of the ancient Mariner" ist eines der Highlights der Platte.
Auch auf "Powerslave" schlägt wieder die Vorliebe für Filmthemen durch:
"The Duelists" erzählt die Geschichte von Ridley Scott's gleichnamigen Film,
und das instrumental "Losfer Words" wurde wohl stark vom "Time Rider" Soundtrack inspiriert.
"Back in the Village" erzählt, wie schon "The Prisoner" auf "Number of the Beast" wieder von der schon genannten TV-Serie.
"Flash of the Blade" hat Dario Argento übrigens ein Jahr später in seinem Horror-Thriller "Phenomena" für den Soundtrack verwendet.
Das funktioniert also auch andersherum.

Meine Favoriten: Die komplette Platte!

10/10

IRON MAIDEN - SOMEWHERE IN TIME (1986)



Zum ersten mal ließen sich Iron Maiden zwei Jahre Zeit für ihr nächstes Album.
Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung wurde bekannt, dass hier erstmals auch Synthesizer verwendet werden-
was allerdings nur selten auffällt, und was ich persönlich nicht störend finde, da eher songdienlich und nicht aufdringlich eingesetzt.
Wer Angst hatte, Maiden könnten zu "poppig" werden konnte aufatmen. Allerdings begann hier langsam der Umbruch zu immer längeren, epischen Songs.
"Caught somewhere in Time" ist von "Blade Runner" und "Flucht ins 23. Jahrhundert" inspiriert- ansonsten finden sich diesmal keine Filmverweise.
Und wieder haben Iron Maiden es geschafft, ein Album voller Ohrwürmer aufzunehmen.
Die Platte hat keine schwachen Songs- ausser man hat eine generelle Synthesizer-Allergie.

Meine Favoriten: Die komplette Platte!

10/10

IRON MAIDEN - SEVENTH SON OF A SEVENTH SON (1988)



Wieder dauerte es zwei Jahre bis zur nächsten Platte... und diesmal waren die Veränderungen im Sound deutlich gravierender.
Erstmals bei Maiden handelt es sich hier um ein Konzeptalbum, und die Synthesizer sind nicht mehr zu überhören.
Wenn man es freundlich sagen will, könnte man die Platte "experimentell" nennen- oder auch den Versuch, eine Progressive-Metal Scheibe aufzunehmen.
Auch Seventh Son of a seventh Son" enthält ein paar gute Songs,
aber insgesamt gesehen war (und bin) ich hier zum ersten mal bei einer Platte mit Dickinson am Mikro eher enttäuscht worden.
Beachtlich ist lediglich einmal mehr die extreme Gesangsleistung von Dickinson, welcher jedes Tempo und jede Tonlage perfekt meistert.
Genau genommen ist eines der beiden Highlights des Albums, "Can i play with Madness", aber fast schon kein Metal mehr,
oder zumindest stark kommerziell ausgerichtet und Radiotauglich, was auch die knackige Laufzeit von 3:30 Minuten beweist.
Metal mit (zu) viel Keyboards und angezogener Handbremse sozusagen.
Die Scheibe war kommerziell sehr erfolgreich, sorgte aber dafür dass zumindest ich die nächste Maiden-Platte erstmals nicht "blind" kaufte,
sondern wartete bis man reinhören konnte.

Meine Favoriten: Moonchild, Can i play with Madness

4/10

IRON MAIDEN - NO PRAYER FOR THE DYING (1990)



Weitere zwei Jahre später: Vorab-Kritiken lassen bereits schlimmes erahnen,
aber scheinbar sind die negativen Kritiken jetzt da, weil man einen direkten Nachfolger von "Seventh Son" erwartet hatte.
Die Scheibe startet mit "Tailgunner" flott und recht hart, Dickinson singt aggressiv wie nie zuvor,
und auch der zweite Song, "Holy Smoke", klingt eher, wie man es früher von Maiden gewohnt war.
Back to the Roots ist offensichtlich angesagt, die Platte ist gekauft.
Generell besteht "No Prayer..." aus überwiegend kürzeren Songs, und Keyboard-Sounds halten sich wieder im Hintergrund.
Auch hat sich hier wieder ein Film-inspirierter Song eingeschlichen, "Run silent, run deep" basiert auf dem Film "U 23 - Tödliche Tiefen".
Und ebenfalls schon wieder hat sich ein Filmsoundtrack bei Iron Maiden bedient- "Bring your Daughter..." wurde in "Nightmare 5" verwendet.
Insgesamt ein durchaus gutes Album, auch wenn man die Klasse von früheren Werken nicht mehr ganz erreicht.
Die vielen schlechten Kritiken, welche die Scheibe bis heute kriegt, sind mir ein Rätsel...

Meine Favoriten: Tailgunner, The Assassin, Bring your daughter... to the Slaughter, Mother Russia

8/10

IRON MAIDEN - FEAR OF THE DARK (1992)



Mittlerweile ist man den Zwei-Jahres-Abstand schon gewohnt, also mal sehen, was Maiden uns diesmal vorsetzen.
Wenn ich mich recht erinnere, war "Fear of the dark" wieder ein "Blindkauf" von mir,
das neue Cover ist der Hammer, die letzte Scheibe war zumindest gut- was soll also schief gehen? Kurz gesagt: Nicht viel.
Der Opener "Be quick or be dead" fetzt wie man es erwartet, und auch die weiteren Songs halten größtenteils das Niveau.
Lediglich der Mittelteil von "Fear is the Key" nervt mich bis heute, dafür entschädigt aber "Wasting Love", eine der besten Balladen, die ich kenne.
Auch ist mit "The Fugitive" wieder ein Song zu einer TV-Serie (Bei uns: "Auf der Flucht") dabei.
Der Titelsong am Ende ist über jeden Zweifel erhaben, und dürfte wohl Pflichtprogramm bei jedem Metal-Fan sein.
Dummerweise sollte "Fear of the dark" das (vorerst) letzte Album mit Bruce Dickinson werden,
auf der dem Album folgenden Tour erklärte er seinen Ausstieg nach Beendigung des letzten Konzerts.

Meine Favoriten: Be quick or be Dead, Afraid to shoot Strangers, Wasting Love, The Fugitive, Fear of the Dark

9/10

IRON MAIDEN - THE X FACTOR (1995)



Offensichtlich war es nicht ganz einfach, einen Nachfolger für Bruce Dickinson zu finden,
so dass man diesmal ganze drei Jahre auf die nächste Platte warten musste.
Maiden rekrutierten ihren neuen Sänger Blaze Bayley von der Band "Wolfsbane", welche mit ihnen als Vorgruppe schon einmal auf Tour war.
Eine zwiespältige Wahl, da Bayley zwar kein schlechter Sänger ist, aber mit seiner Stimme niemals in die Bereiche kommen konnte wie Dickinson.
Die neuen Songs sind durchaus auf seine tiefe Stimme zugeschnitten, kommen daher auch etwas düsterer daher, was nicht unbedingt schlecht ist.
Musikalisch kann man zwar trotz meist gebremsten Tempo immer noch die "alten" Maiden heraushören, aber gesanglich ist Bayley ein völlig anderer Typ.
Vor allem bei Live-Konzerten hatte er erwartungsgemäß große Probleme die Songs von Dickinson akzeptabel rüberzubringen,
was ich ihm nicht vorwerfen will- selbst mit einer weniger dunklen Stimme kommen wohl nur wenige Sänger an die Leistung von Dickinson heran.
Wenn man mit größtenteils ruhigeren und düsteren Songs leben kann, wird man durchaus ein paar Highlights auf "X Factor" finden.
Auch Film, bzw Buchfreunde werden wieder großzügig bedient: "Lord of the Flies" thematisiert natürlich den "Herr der Fliegen",
"Man on the Edge" wurde von "Falling down" inspiriert, und "Edge of Darkness" bedient sich bei "Apocalypse now".

Meine Favoriten: Sign of the Cross, Man on the Edge, Look for the truth

7/10

IRON MAIDEN - VIRTUAL XI (1998)



Weitere drei Jahre, und eine wenig erfolgreiche Welttour später kam das zweite Album mit Blaze Bayley auf den Markt.
Dass er sich bemühte an seiner Stimme zu arbeiten ist nicht zu überhören, leider mangelte es diesmal eher an guten Songs-
einige plätschern nur so dahin und reissen einen nicht mit.
"The Clansman" basiert auf "Braveheart", "When two Worlds collide" auf "Der jüngste Tag" (OT: When Worlds collide)
Bei der Tour zum Album bekam er erhebliche Problem beim Gesang-so dass man die Tour abbrach, und sich einvernehmlich trennte.
Schon kurz nach der Trennung wurde die Rückkehr von Bruce Dickinson für das nächste Album bekanntgegeben.

Meine Favoriten: Futureal, The Clansman, Educated Fool

6/10

IRON MAIDEN - BRAVE NEW WORLD (2000)



Die Rückkehr von Bruce Dickinson bringt uns nach zwei Jahren wieder eine wieder etwas progressiv angehauchten Platte mit einigen langen Songs.
Abwechslung wird hier großgeschrieben, Melodie und Härte finden perfekt zusammen- und Dickinson's Stimme ist wie üblich über jeden Zweifel erhaben.
Insgesamt gesehen könnte "Brave New World" musikalisch als der direkte Nachfolger von "Somewhere in Time" durchgehen.
Auch hier gibt es wieder Keyboards, aber niemals aufdringlich, sondern wohlüberlegt eingesetzt.
Gleich als Opener wird mit "The Wicker Man" wieder eine Filmvorlage vertont, "Out of the Silent Planet" basiert auf "Forbidden Planet" (Alarm im Weltall).
"The Mercenary" wurde wohl von "Predator" inspiriert.

Meine Favoriten: Die komplette Platte!

10/10

IRON MAIDEN - DANCE OF THE DEATH (2003)



Zum ersten Mal in der Maiden-Historie schaue ich mir das Cover an- und denke mir: Vielleicht sollte ich die Scheibe mal auslassen...
Hören wir mal rein. Der Opener "Wildest Dreams" kommt kurz und knackig daher, das folgende "Rainmaker" hat einen fiesen Ohrwurm-Refrain.
Überhaupt ist "Dance of Death" wieder ein größtenteils hochklassiges Album geworden- die progressive Ausrichtung ist auch hier vorhanden.
Man darf sich nur vom Cover nicht abschrecken lassen (und schaltet am besten vor dem letzten Song den CD Player aus).
Diesmal hat sich übrigens kein einziger Film-Track eingeschlichen, dafür gehen die Texte stärker in Richtung Kriegsgeschichte.
Die Höchstwertung vergeigt lediglich "Journeyman", ein unglaublich öder Akustik-Song am Ende.

Meine Favoriten: Rainmaker, No more Lies, Dance of Death, Paschendale

9/10

IRON MAIDEN - A MATTER OF LIFE AND DEATH (2006)



Das Cover zeigt schon, wohin die Reise textlich gesehen geht. Kriegsthemen prägen "A matter of Life and Death" wie kein Album zuvor.
Die Platte startet mit einem klassischen Maiden-Uptempo Song, "DIfferent World", dessen Refrain mich allerdings schon seit dem ersten hören nervt.
Musikalisch gibt es danach kaum Überraschungen-
die zuletzt eingeschlagene Prog-Metal Richtung mit meist überlangen Songs und Keyboards wird erwartungsgemäß weiterhin gespielt und noch verfeinert.
Mir persönlich wird es teilweise schon zu progressiv, was manche Titel wie "Brighter than a thousand Suns" für meine Ohren eher anstrengend macht.
Dass "The longest Day" nebenbei auch ein Filmtitel ist, darf als Zufall bezeichnet werden- in Lied wie Film geht es um die Landung der Alliierten
am 6.6.1944 in der Normandie, welcher von Generalfeldmarschall Rommel damals als "längster Tag" im Krieg bezeichnet wurde.

Meine Favoriten: These Colours don't run, Out of the Shadows, The Reincarnation of Benjamin Breeg, The Legacy

7/10

IRON MAIDEN - THE FINAL FRONTIER (2010)



"The Final Frontier" nenne ich immer meine "Überraschungs-CD". Gekauft, in den Player geschmissen- und eigentlich schon gedacht das war's mit Maiden...
Der Opener ist, wie sein Titel, zweigeteilt: "Satellite 15... The Final Frontier". Laufzeit: Fast 9 Minuten.
Die erste Hälfte dachte ich, da ist 'ne falsche CD drin. Kodo auf Drogen oder so. Fürchterlich.
Nach ziemlich genau der Hälfte folgt ein Break- und aus dem Nerv-Sound wird ein klassischer Maiden-Song, wenn auch eher ein recht beliebiger.
Ehrlich: Das war der schlechteste Opener, den man sich vorstellen kann. Erst recht für eine Band wie Iron Maiden. Warum???
Mit Song Nummer 2 ändert sich dann meine Meinung- "El Dorado" gehört seit dem ersten hören zu meinen absoluten Maiden-Favoriten.
Wie übrigens auch der mit 11 Minuten recht lange Rausschmeisser "When the wild Wind blows". Diese beiden Songs alleine sind schon den kauf wert!
Insgesamt gesehen würde ich sagen, die Scheibe ist in etwa seinem Vorgänger ebenbürtig.
Nicht alles entspricht meinem Geschmack, aber ein paar richtig gute Songs sind durchaus auch vertreten. Auch zwei meiner Favoriten im Gesamtwerk.
Auffällig ist vor allem, dass inzwischen beinahe jeder Song Überlänge hat, Kurz & Knackig gibt es hier nicht mehr.
Thematisch gibt es hier, passend zum Cover, hauptsächlich Fantasy und Science Fiction-Themen auf die Ohren.

Meine Favoriten: El Dorado, Mother of mercy, The Alchemist, The Talisman, When the wild Wind blows

7/10

IRON MAIDEN - THE BOOK OF SOULS (2015)



Der Begriff "Überlänge" kriegt hier eine neue Dimension: 11 Songs mit insgesamt 92 Minuten auf 2 CD's.
Alleine der letzte Song der Platte "Empire of the Clouds" kommt mit 18 Minuten daher...
Aber: Maiden können es noch! Oder wieder. Trotz inzwischen stark Prog-lastiger Ausrichtung sind auch genügend härtere und flotte Parts vertreten.
Hier stimmt die Mischung erstmals wieder durchgehend, auch wenn man wohl wirklich ein paar durchläufe braucht, bis das Gesamtwerk bei einem ankommt.
Beim ersten hören tut man sich etwas schwer die Highlights rauszuhören- man findet aber auch keine Lückenfüller. Ging zumindest mir so.
Inzwischen ist "The Book of Souls" in meiner Hitliste ziemlich weit oben!
Bemerkenswert ist auch das Cover: Beinahe schon schlicht kommt es daher- und nach vielen Jahren mal wieder mit dem alten, originalen Bandlogo.
Schon lange nichts mehr Filmlastiges gehört? Stimmt. Auch hier nicht.
Aber immerhin ist "Tears of a Clown" eine Hommage an den 2014 verstorbenen Schauspieler Robin Williams.
Die erstmals deutlich längere Wartezeit auf neues Futter von Iron Maiden hat sich definitiv gelohnt!

Meine Favoriten: Die komplette Platte!

Iron Maiden haben es am Ende doch noch geschafft, von einer, wenn nicht sogar DER "klassischen" Heavy Metal-Band,
zum überzeugenden Progressive Metal zu wechseln.
Wenn auch der erste Versuch in dieser Richtung meiner Meinung nach schon fast eine Katastrophe war...
1988 war dafür der Schritt vom Vorgänger weg zu massiv- oder die Songs zu sehr mit zu auffälligen Keyboards zugekleistert. Eigentlich beides.
Egal. Das Fazit bleibt: Up the Irons!
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Re: Retro's Band-Reviews

Beitrag von Retro am So Apr 15, 2018 12:44 am

STEPPENWOLF


Steppenwolf gehörten neben Johnny Cash, Jethro Tull und Waylon Jennings zu den Lieblingsbands meines Vaters, ich bin also mit deren Musik aufgewachsen.
Und obwohl ich persönlich mit Live-Aufnahmen bis heute in der Regel wenig anfangen kann, 
dürfte "Steppenwolf Live" dadurch eine der meist gehörten Schallplatten meines Lebens sein, denn diese lief bei uns damals sehr oft.

Immer wieder wenn heute mal ein Gespräch auf diese Band kommt, fällt natürlich der Titel "Born to be wild".
Verständlich, ist eben dieser Song doch der bekannteste der Band, genau genommen wohl sogar einer der bekanntesten Hardrock-Songs überhaupt.
Allerdings finde ich das sehr schade, denn viele Leute kennen maximal noch "The Pusher" aus dem Easy Rider-Soundtrack, und das war es dann oft schon.
Das wird einer Band, die seit 1967 bis heute auf der Bühne steht, aber einfach nicht gerecht.
Natürlich gab es in den mittlerweile über 50 Jahren Bandgeschichte höhen und tiefen sowie Auflösungen und Reunions,
aber zumindest Sänger und Bandgründer John Kay hat die Musik nie aufgegeben, und hat auch Solo-Platten veröffentlicht.

1965 als "Sparrow" gegründet, folgte 1967 ein teilweiser Austausch der Musiker und die Umbenennung in "Steppenwolf".
Die Band spielte unter dem neuen Namen immerhin 6 Alben ein- bis sie sich 1972 auflöste.
Bereits 1974 folgte die Reunion, welche aber nur für 3 Alben anhielt, 1976 löste sich die Band ein zweites mal auf.
1980 wollte es John Kay noch einmal wissen, änderte den Namen in "John Kay & Steppenwolf", da er inzwischen das letzte Originalmitglied der Band war,
und fing mit seinen neuen Musikern wieder an, Live aufzutreten- und etwas später auch wieder ein paar Platten aufzunehmen.
Unter diesem Namen sind Steppenwolf immer noch Live unterwegs, veröffentlichen inzwischen aber schon lange keine neuen Studioaufnahmen mehr.
Die letzte Studio-LP kam 1990 heraus, von Neuaufnahmen älterer Songs und 2 neuen Bonustracks auf dem 1996er Album "Feed the Fire" einmal abgesehen.

Steppenwolf sind zumindest bis 1971 irgendwo zwischen Psychedelic, Progressive und Hardrock einzuordnen,
die Alben der zweiten Phase von 1974 bis 1976 bieten eher klassischen Hardrock mit Blues-einflüssen.
In der dritten Phase wurden die Alben dann leider kommerzieller, und passten sich dem typischen glattproduzierten US-Hardrock dieser Zeit immer mehr an.
Zwingend haben muss man diese nicht- noch dazu, weil gerade diese Alben (ausser dem letzten) auch zu den seltensten und damit teuersten gehören.
Zumindest die Discographie bis 1976 lohnt sich aber definitiv (neu) entdeckt zu werden,
auch wenn selbst ich als Fan sagen muss, dass auf den meisten Alben auch nervige bis belanglose "Lückenfüller" enthalten sind.

Wie immer bei solchen Berichten gehe ich nur auf die Studio-Releases ein, Live-Aufnahmen lasse ich mangels Interesse aussen vor.
Einzige Ausnahme in diesem Fall macht die CD "Steppenwolf Live", welche im bereits am Anfang erwähnte. 
Da ich diese zum einen "gezwungenermaßen" sehr oft hören durfte, und zum anderen Songs enthalten sind, welche nicht auf Studio-LPs veröffentlicht wurden,
werde ich "Steppenwolf Live" am Ende des Berichts noch vorstellen.

Fun-Fact: Sänger John Kay wurde 1944 in Ostpreußen als Joachim Fritz Kraudelat geboren. 
1948 zogen die Kraudelats nach Hannover, 1958 wanderte die Familie dann nach Kanada, und später in die USA aus. 
Joachim K. wandelte, als er anfing professionell Musik zu machen, seinen Namen in Anlehnung an englische Sprachgewohnheiten in John Kay um.


STEPPENWOLF (1968)



Steppenwolf's Debüt enthält die beiden bis heute bekanntesten, weil 1969 im Soundtrack zu "Easy Rider" verwendeten Songs "Born to be wild" und "The Pusher".
Innerhalb von nur vier Tagen und mit wenig Geld hat die Band ihr Debüt komplett eingespielt, trotzdem (oder deshalb) klingt das Ergebnis bis heute überzeugend.
Schon der opener "Sookie Sookie" rockte für seine Zeit erstaunlich hart, und die Platte bot neben manch schlüpfrigen auch tiefgründigere Texte.
Ebenfalls noch zu erwähnen sind das hervorragende Chuck Berry-Tribut "Berry rides again",
sowie das extrem gut gelungene Willie Dixon / Muddy Waters Cover von Hoochie Coochie Man, welches mir persönlich besser gefällt als das Original.
Bis heute wird übrigens auch diskutiert, ob die Textstelle "Heavy Metal Thunder" aus "Born to be wild" der Namensgeber eben jener Stilrichtung war.

STEPPENWOLF - THE SECOND (1968)



Nur wenige Monate nach dem Debüt wurde auch gleich der Nachfolger aufgenommen.
Da ist es nicht verwunderlich, dass das Album zwar stark anfängt, aber in der zweiten Hälfte extrem nachlässt.
Essentiell ist "The Second" trotzdem, alleine schon wegen der unverzichtbaren Songs "Don't step on the grass, Sam" und "Magic carpet ride".

STEPPENWOLF - AT YOUR BIRTHDAY PARTY (1969)



Das Tempo der Veröffentlichungen im Hause Steppenwolf bleibt hoch. Wie sieht es mit der Qualität der Songs aus? Erstaunlich gut.
Manche Songs sind ruhiger und teils etwas weniger eingängig geworden, aber natürlich sind trotzdem ein paar Hits enthalten.
"Rock me", "Don't cry", "Chicken Wolf", "Jupiter's child" und die Ballade "It's never too late" gehören auf jede Best of-Zusammenstellung der Band.

STEPPENWOLF - MONSTER (1969)



Mit Album Nummer 4 hat man erstmals einen anderen Ansatz verfolgt: 
Ein stark politisch angehauchtes Konzeptalbum, welches diverse Probleme im amerikanischen System anprangert.
Wen wundert es da, dass "Monster" das erste Steppenwolf-Album war, das in Amerika keinen großen Erfolg hatte...?
Das mag auch ein wenig daran liegen, dass man erst gar nicht versucht hat einen Single-Hit zu landen,
am ehesten sticht diesbezüglich noch "Move over" heraus. 
Der Rest des Albums ist durchaus gut anhörbar, verfolgt aber offensichtlich auch ganz andere Ziele als zum Hit zu werden.
Irgendwie denke ich, dass eine Band wie Steppenwolf auch heute noch einiges zu aktuellen Themen zu sagen hätte....

STEPPENWOLF - 7 (1970)



Studioalbum Nummer 5 mit dem Titel "Steppenwolf 7". Den Sinn dahinter verstehen viele bis heute nicht, 
denn selbst wenn man das direkt davor veröffentlichte "Steppenwolf Live" Album mitzählt wären wir ja erst bei der Nummer 6...
In der "offiziellen" Zählweise wird aber auch das Album "Early Steppenwolf" mitgezählt, 
welches mit zwei Jahren Verspätung 1969 veröffentlicht wurde.
Warum zähle ich es hier nicht auf? Weil auch "Early Steppenwolf" ein Live-Album ist, bereits 1967 noch als "Sparrow" aufgenommen wurde- 
und ausserdem teilweise Songs enthält, die unter dem Namen "Steppenwolf" als Studioaufnahme nie erschienen sind.
Musikalisch geht es auf "7" jedenfalls wieder zurück in Richtung der ersten drei Alben, der eingängige, harte Rock ist zurückgekehrt.
Trotz nicht weniger Songs die sofort im Ohr hängenbleiben
("Ball Crusher", "Fat Jack", "Foggy mental breakdown", "Snowblind Friend", "Who needs ya", Hippo Stomp")
hatte auch dieses Album keinen großen Erfolg mehr zu verzeichnen.
Vom Gesamteindruck gefällt mir dieses bisher allerdings am besten, von nur 9 enthaltenen Songs sind für meinen Geschmack 6 Volltreffer dabei.

STEPPENWOLF - FOR LADIES ONLY (1971)



Das etwas seltsam betitelte Album "For Ladies only" scheint seinen Titel leider etwas zu ernst zu nehmen.
Hauptsächlich vergleichsweise ruhige Songs, welche teilweise zwar nicht übel sind- aber (mich) im gesamten irgendwie nicht überzeugen können.
Der Titelsong kommt mit über 9 Minuten daher, und wäre generell sogar richtig gut gelungen- 
wenn man nicht in der Mitte ein nicht enden wollendes Pianosolo eingebaut hätte. 
Der einzige Song der mir hier komplett zusagt ist "Ride with me". Aus Steppenwolf scheint die Luft raus zu sein. 
Zu dem Eindruck passt natürlich auch bestens, dass die Band sich nach diesem Album erstmal für eine kurze Weile auflöste...

STEPPENWOLF - SLOW FLUX (1974)



1974 gab es wieder ein Lebenszeichen von Steppenwolf. 
Offensichtlich tat die Pause der Band recht gut, denn schon der Opener "Gang War Blues" rockt ordentlich los.
Auch das etwas ruhigere "Children of Night" kann komplett überzeugen- ebenso "Straight shootin' Woman" und "A Fool's Fantasy".
Mit "Get into the Wind" ist sogar einer der flottesten und besten Steppenwolf-Songs überhaupt hier enthalten.
Ein überzeugendes "Comeback", auch wenn die früher allgegenwärtigen psychedelischen Elemente hier fast komplett weichen mussten-
welches dafür aber sogar wieder in den US-Charts auftauchte, wenn auch nicht mehr ganz oben wie früher.

STEPPENWOLF - HOUR OF THE WOLF (1975)



Wieder ein Jahr später steht der Nachfolger in den Regalen- und kann ebenso überzeugen wie schon "Slow Flux" im Jahr zuvor.
Mit "Caroline - Are you Ready for the Outlaw World" eröffnet die Scheibe angenehm rockig, wenn auch fast schon etwas Poplastig.
Dafür entschädigen im weiteren Verlauf allerdings "Two for the Love of one", "Hard Rock Road" und "Mr.Penny Pincher",
welche für mich wiederum bis heute zu den rockigen Highlights der Band gehören.
Einziges Problem des Albums: Das Label unter dem man "Hour of the Wolf" damals veröffentlicht hat, wurde kurz nach dem Release verkauft-
so dass in den umstrukturierungen des Labels kaum Promotion gemacht wurde, und die Platte in der Öffentlichkeit unverdient ein wenig unterging.

STEPPENWOLF - SKULLDUGGERY (1976)



Neues Lahr, neues Label (Sony), und ein unheimlich gutes, (vorerst) letztes Album kam auf den Markt.
Man muss zwar leider auch attestieren, dass man mit dem großen Label im Rücken wohl Zugeständnisse an eine glattere Produktion gemacht hat
(oder machen musste), die härte früherer Songs ist zurückgefahren, und schräge, leicht psychedelische Klänge findet man gar nicht mehr.
Der namensgebende Opener "Skullduggery" ist trotzdem bis heute mein persönlicher Lieblingssong von Steppenwolf.
Auch der Rest muss sich nicht verstecken, die Ballade "Rock'n'Roll Song" lief bei mir auch schon unzählige male-
ebenso wie "I'm a Roadrunner", "Train of thought" und "Life is a Gamble". Erst zum Ende des Albums ist die Luft dann etwas raus. 
Trotzdem insgesamt eine der besten Platten von Steppenwolf. Leider folgte danach wieder eine Auflösung der Band- 
einhergehend mit einer diesmal deutlich längeren Pause...

JOHN KAY & STEPPENWOLF - WOLFTRACKS (1983)



Das nächste Lebenszeichen von Steppenwolf, diesmal unter dem Namen "John Kay & Steppenwolf", 
da John Kay komplett neue Musiker um sich versammelt hatte.
Leider nicht nur neue Musiker, sondern auch einen neuen Stil. 
Die "Wolftracks" kommen komplett zahnlos daher, typisch langweiliger 80'er Radio-Pop-Rock.
Nur Kay's Stimme ist noch unverkennbar, aber diese komplett langweiligen Songs kann gar nichts mehr retten.
Auch nicht die drei Coverversionen (Argent - Hold you head up, John Cougar Mellencamp - Hot night in a cold town, Primal Park - Down to earth), 
welche allesamt dermaßen langweilig daherkommen, dass es schon weh tut.
Ich habe es mehrmals versucht- aber von dieser Platte blieb wirklich kein einziger Song bei mir hängen. Belanglosigkeit in Perfektion.

JOHN KAY & STEPPENWOLF - ROCK & ROLL REBELS (1987)



Mit "Give me life" und "Rock'n'Roll Rebels" startet die Platte unerwartet vielversprechend und Gitarrenlastig, 
nur um dann ab dem dritten Song wieder in einen größtenteils öden und belanglosen Pop-Rock Bereich abzudriften.
Immerhin entwickelt sich "Rock Steady" trotz massivem Pop-Anteil und Keyboards nach ein paar durchläufen zum Ohrwurm,
der Rest allerdings ist mit "belanglos" recht gut beschrieben.
Die Platte ist nicht wirklich "schlecht", aber extrem kommerziell eingespielt- und es bleibt nur wenig hängen.
Alte Steppenwolf-Fans dürften enttäuscht sein, wer generell den typischen Radio-Rock dieser Zeit mag, macht aber nichts falsch.

JOHN KAY & STEPPENWOLF - PARADOX (1990)



1990 ist langweiliger Mainstream-Radio-Rock mit starkem Pop-Einschlag angesagt. Und John Kay macht mit. Leider.
Der Opener "Watch your innocence" ist übelst langweiliger Pop-Mist mit gaaaanz viel Keyboardgedudel. Grausam. Wirklich.
Mit "Rock" oder gar "Steppenwolf" hat das nichts mehr zu tun- ausser dass man John Kays Gesang erkennt.
Bei den restlichen Songs kann man dann teilweise wenigstens auch mal eine Gitarre heraushören-
sofern man die überall vorherrschenden Popmelodien und Keyboard-Solos erträgt.
Mit viel wohlwollen kann man "Give me news i can use" noch als kleinen Hit hervorheben- ist zwar auch arg poppig, bleibt aber im Ohr hängen.
Wenn man bedenkt dass gerade diese Scheibe am teuersten der gesamten Steppenwolf-Discographie gehandelt wird, kann ich nur abraten.

JOHN KAY & STEPPENWOLF - RISE & SHINE (1990)



Wäre da nicht die unverkennbare Stimme von Kay, könnte "Rise & Shine" von jeder beliebigen Rockband aus dieser Zeit stammen.
Immerhin von einer Rockband, wenn auch einer belanglosen. Besser als "Paradox" ist die Scheibe allemal- nur eben nicht gut.
Die Platte tut nicht weh, ist auch nicht wirklich "schlecht", aber enthält ausschließlich langweilige Songs
die man im Hintergrund im Supermarkt laufen lassen könnte. 
Erstaunlicherweise wurden sogar ganze drei Songs als Single ausgekoppelt- der Erfolg ließ wohl trotzdem zu wünschen übrig.
Von daher kein Wunder, dass nach diesem Album nichts nennenswertes mehr von Steppenwolf kam, 
da muss man sich eher wundern dass Kay ab den 80'ern überhaupt noch Platten verkaufen konnte.

JOHN KAY & STEPPENWOLF - FEED THE FIRE (1996)



Hier muss man sich wirklich fragen was das sollte... "Feed the Fire" enthält 8 (von 10) Songs von "Rock'n'Roll Rebels, 
welche neu und überproduziert (sprich noch kommerzieller klingend) aufgenommen wurden.
Braucht eigentlich kein Mensch. Vor allem, da mit "Give me life" auch noch der beste und härteste Song besagter Platte hier fehlt.
Kann dann wenigstens der Rest überzeugen? Immerhin sind ganze zwei neue Tracks enthalten...
"Bad Attitude" fängt zwar mit leicht schrägen Orgeltönen an, und weckt ein wenig Hoffnung auf den alten Stil der Band, 
das war's dann aber auch schon, der Song schleppt sich nach dem start durchgehend langweilig dahin.
Und dann hätten wir da noch den Titelsong "Feed the Fire". Eine wirklich schöne Ballade, kann man eigentlich nicht meckern.
Nur dass Balladen nicht gerade das sind, was man von Steppenwolf erwarten würde... 
Trotzdem ist "Feed the Fire" der beste Song der Scheibe, und auch der einzige Grund, warum diese in meinem Regal bleibt.



BONUS:

STEPPENWOLF LIVE (1970)



Musikalisch ist an Steppenwolf Live" nicht viel auszusetzen. 
Für die damalige Zeit sowieso nicht, da musste man Doppel-LPs eben mehrfach umdrehen und wechseln.
Warum man sich aber seit dem CD-Release bis heute nicht die Mühe gemacht hat, ein zusammenhängendes Konzerterlebnis zu bieten,
noch dazu bei einer ja nicht gerade unbekannten Band, bleibt ein Rätsel.
Der Klang ist etwas dünn, aber damit kann man leben- die LP war da nicht anders.
Womit man aber eigentlich seit es CDs gibt nicht mehr leben kann, bzw will, sind Ausblendungen, 
wie sie auf Vinyl noch beim Seiten- und Plattenwechsel üblich und natürlich auch nötig waren.
Diese Ausblendungen hat man mit auf die CD übernommen, ein durchgehendes "Live-Erlebnis" ist hier definitiv nicht gegeben.
Das ist besonders nervig, da es ja vor allem heute problemlos möglich wäre das ganze wieder mittels Software so zu verbinden,
dass man nicht mehr merkt dass dort Pausen zugunsten der damaligen Doppel-LP-Veröffentlichung waren.
Zumal das gesamte Album sowieso, was aber damals kaum jemand wusste, zusammengestückelt ist.
Die Live-Aufnahmen sind schon größtenteils echt, und wurden auch auf einem einzelnen Konzert in Santa Monica mitgeschnitten,
aber als es an die Veröffentlichung auf Vinyl ging, bemerkte man ein Problem:
Man hatte durch die Länge des Konzerts mehr Songs, als auf eine einzelne Schallplatte passten- aber zuwenige für eine vollwertige Doppel-LP.
Das Konzert beschneiden kam für die Band nicht in Frage, also ging man ins Studio, 
nahm drei Bonus-Songs auf, welche auf keiner der Studio-LPs erhältlich waren, mischte Publikum darunter- und fertig war die Live-Aufnahme.
Ja, ist eigentlich irgendwo verarsche. Andererseits aber auch Fanservice.
Wie auch immer: Wirklich empfehlen kann ich die Steppenwolf Live-CD aufgrund der nervigen Ausblendungen nicht- 
ausser es käme mal jemand auf die Idee, ein vernünftiges Remaster herzustellen...  
Die würde ich dann sogar kaufen- trotz meiner eigentlicher Abneigung gegen Live-Aufnahmen!


Zuletzt von Retro am Fr Sep 07, 2018 6:47 pm bearbeitet; insgesamt 5-mal bearbeitet (Grund : Platte)
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Re: Retro's Band-Reviews

Beitrag von Retro am So Sep 09, 2018 10:43 pm

STEVE'N'SEAGULLS

Die spinnen, die Finnen.
Eine Band aus Finnland, welche hauptsächlich (aber nicht nur) Coverversionen von Rock und Metal-Songs im Bluegrass-Stil spielt,
und dabei herumläuft wie man sich "typische" Ami-Rednecks vorstellt.
2012 hatten ein paar finnische Freunde die blöde Idee, mit allerlei hierfür eher ungewöhnlichen Instrumenten Musik zu machen.
Scheinbar hatte man damit viel Spaß, denn 2014 kam man auf die Idee, "Thunderstruck" von AC/DC nachzuspielen-
das ganze im Garten Live aufzunehmen, und den Clip auf youtube zu stellen.





Die Gruppe wurde im Sommer 2014 durch ihre Bluegrass-Versionen bekannter Hits von AC/DCIron Maiden oder Metallica durch die Internetplattform YouTube bekannt. Mai 2015 erschien ihr Debütalbum Farm Machine beim Label Spinefarm Records. Es enthält ausschließlich Coverversionen von Rock- oder Metalsongs.

Ein paar Freunde hatten Bock AC/DC´s „Thunderstruck“ im Blue Grass Stil zu spielen und sich obendrein die bescheuertsten Klamotten dabei anzuziehen. Das ganze wurde dann im eigenen Garten performed, gefilmt und bei You Tube hochgeladen. Im nächsten Moment wurde das Video viral und bekam über 5 Millionen Views in ein paar Wochen. Größere Internationale Musikseiten wie Revolver, Loudwire, Metalsucks und Blabbermouth, bekamen Wind davon und feierten es ebenfalls ab.
Die 5 Mann starke Gruppe, ausgestattet mit Banjo, Mandoline, Akkordeon und Cajon


5 Redneck-Finnen interpretieren Rockklassiker anders. Bluegrass gepaart mit finnischen Polkaelementen ist auf seine eigene Art und Weise schon irgendwie orginell. Mein Lieblingsstück auf der CD ist Holy Diver. (in Orginal von Ronnie James Dio, Gott sei seiner Seele gnädig). Auch die beiden Stücke von Iron Maiden (The Trooper und Run to the hills) sind absolut hörenswert. Durch die Banjoeinlagen nimmt es den Songs die Härte der Orginale, jedoch verstehen es die Finnen meisterlich, den Songs durch Polkaelemente, mittels Akkordeon eine erfrischend leichte Note zu geben. Ich mag die Art von Musik, die uns die fünf sympathischen Jungs aus Finnland auf eine unbeschwerte Art köstlich servieren. Von mir gibt es eine Kaufempfehlung.


Farm Machine (2015)



Brothers in Farms (2016)



Grainsville (2018)



Zuletzt von Retro am Mi Okt 03, 2018 11:53 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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Re: Retro's Band-Reviews

Beitrag von Retro am So Sep 30, 2018 6:20 pm

SKAMELEON



So ein Skameleon ist schon ein ziemlich seltsames Tierchen. Es ist beheimatet in Herborn, und sein Musikgeschmack ist breit gefächert.
Ja, es handelt sich hier "nur" um eine Coverband- aber schon um eine eher ungewöhnliche.
Die Band wurde 2009 gegründet, besteht aus neun Musikern und bietet einen musikalischen Querschnitt aus Pop, Rock, Soundtrack, NDW, 
und eigentlich allem, was sich irgendwie im Ska-Gewand spielen lässt. 
Das ist nicht wenig, selbst Melodien aus Videogames lassen sich umsetzen, entsprechend groß ist die Auswahl der "geskacoverten" Songs.
Da Skameleon über einen Sänger und eine Sängerin verfügen, kann man aus dem vollen Schöpfen,
von Donna Summer über Michael Jackson bis zu den Doors und AC/DC wird alles sehr gelungen interpretiert.
Zusammenfassend kann man sagen, dass so ziemlich jeder Song den Skameleon spielen beinahe jedem bekannt sein dürfte.
Auch wenn man das Original nicht mag, kann man durchaus Spaß an einigen Ska-Versionen haben, wenn auch nicht an allen.

Bisher haben Skameleon zwei CDs veröffentlicht (2013 & 2018), haben aber Live noch sehr viel mehr Songs zu bieten.
CDs, Shirts, Jacken, Buttons usw gibt es unter www.skameleon.de
wer eine Gute-Laune Band für Hochzeitsparty oder sonstige Events sucht, findet dort auch Kontaktdaten und ein unverbindliches Anfrageformular.

 

Die erste CD bietet eine gelungene und breite Mischung aus bekannten Songs, auch wenn natürlich nicht jeder Song jedem Geschmack recht wird.
Die Rocker unter uns dürfen sich auf eine (sehr) flotte "Highway to Hell"-Version freuen, und auch die Doors auf Ska sind unglaublich gut!
Insgesamt gesehen ein sehr gelungener CD-Einstand, der zumindest größtenteils jedem Musikfan gefallen dürfte.
Einerseits würde ich mir niemals freiwillig Musik von Haddaway oder Ace of Base reinziehen- die Ska-Versionen gehen aber dermaßen gut ins Ohr...
Andererseits kann ich mir nicht mal als Ska-Versionen Songs der Spice Girls oder Madonna geben- aber man kann es eben nicht jedem recht machen.

 

Die zweite CD bietet die bewährte Mischung diverser Stile- mit einem gelungenen (leider aber nur Instrumentalen) Ska-Metallica-Intro.
Auch sonst gilt das gleiche wie beim CD-Debüt: Ich werde mir im Original keine Donna Summer oder Eurythmics anhören-
aber als Ska-Version haben die Songs definitiv Ohrwurmpotential. Sogar die Backstreet Boys sind auf einmal immerhin anhörbar...
Michael Jackson (obwohl komplett umgekrempelt und gut gesungen) oder Mr.President kann ich mir aber auch als Ska nicht anhören. 
Ihr wisst ja: Die Geschmäcker. Aber auch hier findet sicher jeder ezwas für sich.
Nach "Alles nur geklaut" kommt noch ein eher untypischer Hiddentrack, und zwar "Anita war ein Junge", im Original von Funny Van Dannen.

Anspieltip: https://www.youtube.com/watch?v=G9CF1vXmtrQ
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