Retro's CD-Reviews

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Retro's CD-Reviews

Beitrag von Retro am So Apr 26, 2015 10:45 pm

AT WAR: ORDERED TO KILL



Ein Thrash-Metal Klassiker aus der Mitte der 80'er, der wohl in Deutschland nicht weiter bekannt sein dürfte, was nicht zuletzt auch an deren "bekanntestem" Song liegt:
"Ilsa - She-Wolf of the SS", welches von einem kurzen Ausschnitt einer Hitler-Rede eingeleitet wird, textlich aber auf dem gleichnamigen Trash/Exploitation-Film beruht.
Soundmäßig immer irgendwo zwischen 80'er Thrashmetal und Motörhead schwankend (incl. einer "The Hammer" Coverversion),
muss man noch die kurze Laufzeit von nur 32 Minuten, sowie den dumpfen, nicht überarbeiteten Klang betonen, der schon damals auf LP nicht besser war.


GUS BLACK: AUTUMN DAYS - OFFICIAL BOOTLEG



Gus Black kann man am ehesten als Folk/Pop/Rock Songwriter bezeichnen, der musikalisch meist mit Akustikgitarre auskommt,
aber auch vor E-Gitarre, Streichern und sogar Orgelmusik nicht zurückschreckt.
Die Songs sind meist ruhig und melancholisch gehalten, und leben klar von Black's Gesang.
Diese Quasi-Best of Zusammenstellung ist besonders deshalb erwähnenswert, da es hier nicht nur alternative Versionen seiner Songs gibt,
sondern auch sehr gelungene Coverversionen von Neil Young, Bob Dylan und, was besonders heraussticht, Blue Öyster Cult's "(Don´t fear) the reaper" als ruhige Akustik-Ballade.
Wer sich gerne auch mal ruhige Akustik-Songs anhört, kann hier bedenkenlos zugreifen.
Das einzige Manko der CD ist die sehr kurze Laufzeit von gerade mal 34 Minuten.


JOE BONAMASSA: DUST BOWL



Der für Bonamassa-Verhältnisse recht experimentelle Vorgänger "Black Rock" wird mit "Dust Bowl" übergangen- hier regiert wieder der Blues mit Einflüssen von Rock und Country.
Als Gastmusiker sind bei je einem Song mit dabei: John Hiatt, Glenn Hughes und Vince Gill.
Besonders die Version von Hiatt's "Tennessee Plates" gefällt mir ausgesprochen gut- ich bin aber auch ein Fan des Originals.
Der Einstieg ins Album ist mit dem langsamen, aber alles niederwalzenden "Slow Train" perfekt gewählt- aber auch der Rest braucht sich nicht zu verstecken.
Der Großteil der Songs rumpelt staubtrocken durch die Boxen, immer dominiert von Joe's Gitarre- die balladesken Songs sind hier eine klare Minderheit.
Für Rocker und Blueser gleichermaßen geeignet!
"Dust Bowl" darf sich mit der ebenfalls genialen "Ballad of John Henry" um den Platz als meine Lieblings-Bonamassa-CD streiten...


MAERZFELD - TIEF



Wer meint, Marzfeld klauen ihre Ideen offensichtlich bei Rammstein, liegt nur halbwegs richtig.
Maerzfeld kopieren Rammstein geradezu! Nicht nur musikalisch, auch optisch und vor allem beim Gesang.
Gestartet als Rammstein-Coverband unter dem namen "Stahlzeit", hat man sich inzwischen auch eigenen Songs zugewandt,
welche eben unter dem Namen "Maerzfeld" veröffentlicht werden, aber den Stil der alten Rammstein-Veröffentlichungen beibehalten.
Hier gibt's keine großen Experimente wie zuletzt beim großen Vorbild, sondern es wird größtenteils Tempo geboten.


METALLICA: BEYOND MAGNETIC



Die CD enthält vier zuvor unveröffentlichte Überbleibsel der "Death Magnetic" Sessions.
Ich frage mich allerdings, warum man diese nicht gleich mit veröffentlicht wurden-
alle Songs könnten gleichberechtigt auf der letzten Scheibe stehen, bzw. hätten eine Doppel-CD gerechtfertigt.
Auch die länge der Tracks spricht dafür- vier Songs, knappe 30 Minuten.
Wem also der direkte Vorgänger gefallen hat, macht mit dem kauf nichts verkehrt.


SWEET: OFF THE RECORD



Ich war nie ein Fan der Glam-Rocker von Sweet, ganz im Gegenteil- beinahe alle bekannten Singles haben mir nicht besonders gefallen.
Bis ich zufällig an die 77'er Veröffentlichung "Off the record" gekommen bin, und weil mir keiner der Titel bekannt vorkam, mal hineingehört habe.
Kein einziger schwacher Song ist enthalten, wenngleich auch kein einziger bekannter Hit, zumindest soweit ich wüsste.
Alleine schon wegen dem für Sweet extrem schnellen "She gimme lovin'" und dem recht harten Gitarren-Rocker "Windy City" hat sich der Kauf gelohnt.
Herausragend sind ausserdem noch das Baladesk anfangende "Laura Lee", welches am Ende in einem rockigen Gitarrensound ausklingt,
und "Funk it up", das, welch Überraschung, recht Funky daherkommt- und trotzdem zum überraschend flotten und rockigen Rest der Scheibe passt.


VOODOO X - VOL.1 - THE AWAKENING



Der AOR / HardRock-Klassiker von 1989, in einer Remasterten Neuauflage mit Bonustracks.
Leider hatte die Band um Jean Beauvoir damals nur einen einzigen großen Hit, nämlich "Voodoo Queen" landen können- so dass es bei dieser einen Veröffentlichung blieb.
Flottere Stücke wie der Opener "I'm on fire" sind ebenso vertreten, wie Balladen- neben oben genanntem Voodoo Queen wurde noch "What can i do" als Single ausgekoppelt,
verhalf allerdings auch nicht zum Erfolg.
Die Neuauflage enthält neben den 11 Standard-Songs noch die Maxi-Version von "Voodoo Queen", sowie die B-Seite der Single.
Als weiteren Bonus gibt's 2 Songs von Beauvoir's Nachfolge-Band "Crown of Thorns".
Soweit, so gut... aber was soll da bitte "Remastert" sein?
Der Klang ist leider eher höhenlastig und blechern wie auf den vorherigen Versionen- schon das Vinyl war keine Spur besser.
Hier hätte man noch einiges rausholen können, wenn ich bedenke wie gut andere CD's (Alan Parsons Project, Pink Floyd, Slade...) überarbeitet wurden.
Immer noch eine gute Scheibe- nur Klangwunder darf man leider nicht erwarten...


WHITESNAKE - BOX'O'SNAKES: THE SUNBURST YEARS 1978-1982



Die Aufmachung der Box in LP-Format ist absolut vorbildlich- und lässt kaum Wünsche offen.
Alles ist sehr hochwertig verarbeitet, die einzelnen CD's sind in den LP-Hüllen nachgebildeten Pappschubern untergebracht,
inclusive den ebenfalls nachgebildeten Text-Inlays und einer extra Kunststoffhülle darin für die CD selbst.
Neben den unten genauer aufgeführten 9 CD's enthält die Box noch ein gut 90 Seiten dickes Hardcover-Buch im LP-Format, mit vielen Fotos und Infos zur Bandhistory aus jener Zeit.
Ausserdem gibt es noch ein gefaltetes Poster mit dem Covermotiv vom Debüt, Die nachgepresste erste Whitesnake-EP "Snakebite" als 4-Track-Single in weissem Vinyl,
sowie eine DVD mit den offiziellen Videos der Band, TV-Auftritten und einem Live-Konzert (Capital Centre Washington, 1980).
Der Zeitraum von 1978 bis 1982 klingt jetzt nicht besonders lang, allerdings waren Whitesnake damals eine Band,
die auch mal mehrere Veröffentlichungen in nur einem Jahr aufgenommen hat.
Somit kommen wir auf sieben offizielle Releases aus dieser Zeit- und zwei hier erstmals auf CD veröffentlichte Live-Konzerte.

Mit der 1978 veröffentlichten Debüt-LP TROUBLE ist ein guter Einstieg vorhanden.
Die Scheibe klingt für meine Ohren damals wie auch heute zwar durchaus recht gut, und natürlich sehr professionell gespielt-
aber teils recht stark nach Deep Purple- und manchmal auch nach den damals schon etwas bekannteren Blackfoot.
Die akustische Verwandschaft zu Deep Purple war fast zu erwarten,
immerhin sind mit David Coverdale und Jon Lord zwei Purple-Musiker vertreten, aber auch der Blackfoot-Vergleich drängt sich hier zumindest teilweise auf.
Jedenfalls sehr gut für eine Debütscheibe, aber noch nicht der große Knaller, und schon gar nicht eigenständig...

Noch im selben Jahr wird die Live-Scheibe LIVE AT HAMMERSMITH aufgenommen.
Wie zu erwarten, gibt es hier Tracks von Deep Purple und den beiden bisherigen Whitesnake-Veröffentlichungen zu hören.
Ein kurzes Vergnügen, nach gerade mal 36 Minuten ist der Spaß vorbei.

1979 erscheint schon die nächste Studio-Aufnahme, namentlich LOVEHUNTER.
Hier wird der Stil der Band schon etwas deutlicher, die komplette Scheibe klingt eingängiger, ohne zu sehr an andere Bands zu erinnern-
wenngleich die Purple-Wurzeln immer noch gelegentlich durchschimmern.

Im Jahr darauf, 1980, steht schon die nächste Veröffentlichung an: READY AN' WILLING wird ein großer Erfolg, und steigt erstmals in die Charts ein.
Die ausgekoppelte und sehr erfolgreiche Single "Fool for your loving" führt zu höherem Bekanntheitsgrad, spätestens hier beginnt der Aufstieg der Band zu den wichtigen Rock-Größen.
Mein persönlicher Lieblingstrack der CD ist aber immer noch der Titeltrack, "Ready an' willing".

Im selben Jahr gibt es wieder eine Live-Aufnahme, LIVE... IN THE HEART OF THE CITY.
Diese Aufnahme wurde im laufe der Zeit mit verschiedenen Lauflängen und entsprechend verschiedener Song-Anzahl veröffentlicht,
hier liegen 9 Songs vor, es gab aber auch Auflagen mit nur 7 oder sogar 13 Songs.
Welche hier die "richtige" ist, sei dahingestellt, die ersten Auflagen der Scheibe enthielten jedenfalls nur 7 Songs- und die CD klingt durchgehend gut, man vermisst nichts-
zumindest sofern man die längere Version nicht kennt.

1981 kommt die nächste Studioscheibe in die Läden, COME AN' GET IT.
Hier Hits rauszusuchen wird schwierig, meines Erachtens die beste Veröffentlichung der Band – bis heute.
Eine sehr erfolgreiche Single-Auskopplung war der Song "Don't break my heart again".

Im Jahr darauf erscheint SAINTS AND SINNERS.
Mit der Hit-Single "Here i go again" ist der wohl bis heute bekannteste Song der Band vertreten- allerdings in seiner ursprünglichen Aufnahme,
die zwar auch damals schon als Single ausgekoppelt wurde- aber nicht im Ansatz so erfolgreich war, wie die einige Jahre später aufgenommene neue Version.
Zum Welthit wurde der Song erst auf dem im namensgebenden Jahr erschienenen Album 1987, in einer leicht modernisierten Neuaufnahme.

Weiterhin sind noch die beiden bisher auf CD nicht veröffentlichten Live-Mitschnitte LIVE AT THE READING ROCK FESTIVAL sowohl von 1979, als auch von 1980 in der Box.
Während die 79'er Aufnahme zumindest schon mal als LP veröffentlicht wurde (recht seltener BBC-Mitschnitt), gab es die 80'er Aufnahme bisher nur als Bootleg.
Beide CD's sind durchaus gut anhörbar, auch wenn der Sound generell nicht ganz an die offiziellen Live-Scheiben rankommt.

Hier kriegt der Fan einiges für sein Geld geboten, die Box ist ihren Preis definitiv wert!
Allerdings war die Box limitiert, der Neupreis betrug bei erscheinen gut angelegte 120€.
Inzwischen wird die Box schon deutlich höher gehandelt, weshalb ich meine auch wieder verkauft habe- zu etwa dem doppelten Neupreis.



Da die "Box of Snakes" als "Little Box'O'Snakes" in CD-Größe neu aufgelegt wurde, und zudem sehr günstig (ca.30€) und nicht limitiert ist, steht diese jetzt natürlich in meiner Sammlung.
Hier sind allerdings nur 8 CD's enthalten, die beiden oben zuletzt genannten Live-CD's "Live at the Reading Rock Festival" fehlen hier, dafür ist die EP "Snakebite" ausschließlich hier als CD erhältlich.
Alle anderen Extras wie Poster, Buch und DVD entfallen in dieser Größe aber natürlich.
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