Retro's Bücher-Reviews

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Retro's Bücher-Reviews

Beitrag von Retro am So Apr 26, 2015 10:44 pm

FRANZ KAFKA - DIE VERWANDLUNG



Gregor Samsa, ein Handelsreisender, erwacht eines Morgens aus dem Schlaf, und stellt fest, dass er sich in ein Insekt verwandelt hat.
Sein leben steht somit auf dem kopf- wie soll er jetzt arbeiten, um sine Familie zu ernähren? Wie wird seine Familie auf ihn reagieren?
Wie soll er auch nur aus dem Bett aufstehen, mit all seinen Beinen? Hat das leben so noch einen Sinn?

Da mir bekannt war, dass das leicht schräge PC-Spiel "Bad Mojo" auf Kafka's Roman beruht, dachte ich mir, das Buch dürfte Interessant sein.
Die Geschichte an sich ist recht kurz, und nach etwa einem viertel des Taschenbuches abgehakt.
Der Rest besteht aus diversen Versuchen zu erklären, was Kafka mit dieser Geschichte eigentlich aussagen wollte.
Ich für meinen Teil vermute einfach mal, der Typ hatte zu viele Drogen zur Hand, und man versucht da Sachen reinzuinterpretieren, die nie so gedacht waren.
Eine Story eines vernebelten Geistes, weder besonders spannend noch sonstwie packend. Eher langweilig und seltsam, jedenfalls einfach absolut nicht meins.


TERRY PRATCHETT - NUR DU KANNST DIE MENSCHHEIT RETTEN



Johnny Maxwell ist 12 Jahre alt, und begeisterter Computerspieler.
Sein Freund Wobbler hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, jeden Kopierschutz von Computergames zu knacken,
und gab ihm eine Kopie des neuesten Spieles mit dem Titel „Nur du kannst die Menschheit retten“.
Hierbei handelt es sich um ein Spiel, in dem ein Raumschiff gegen hunderte gegnerische Ausserirdische des bösen Screewee-Imperiums im Kampf gesteuert wird.
Eines abends, als Johnny schon recht weit im Spiel fortgeschritten ist, und zahlreiche gegnerische Raumschiffe abgeschossen hat,
erscheint eine so nicht zu erwartende Botschaft auf dem Bildschirm:
„Wir möchten verhandeln“.
Zunächst denkt Johnny an einen Scherz, den Wobbler in die Kopie des Spiels eingebaut hat- doch die Screewee wollen scheinbar wirklich Kontakt aufnehmen, und sich ergeben.
Ein Blick ins Handbuch führt zu keinem Ergebnis, der eiligst angerufene Wobbler hat auch keinen Rat- so dass sich Johnny auf ein Gespräch mit den Wesen im Spiel einlässt.
Hier erfährt er nun, dass die ausserirdischen wirklich existieren, und es satt haben zu tausenden getötet zu werden,
während der Spieler nach seinem Abschuss immer wieder neu zum leben erweckt wird.
Zunächst nicht ganz sicher, ob das Gespräch Wirklichkeit war, oder ob er nur geträumt hat,
vermischen sich seine Träume, in denen er ein Raumschiff steuert und die Realität immer mehr.
Schließlich willigt er ein, die Screewee zu ihrem Heimatplanteten zu bringen- und sie vor anderen irdischen Angreifern zu beschützen.
Seine taten im Spiel bleiben aber nicht folgenlos...
Viele andere Spieler geben zwar auf, als sie entdecken dass die Ausserirdischen sich nicht wehren, und sogar den Rückzug antreten-
einige besonders gute und geradezu besessene Spieler aber bleiben hartnäckig, und fliegen solange im Spiel herum, bis sie den Gegner entdeckt haben.
Als unter den Screewee auch noch eine Meuterei ausbricht, da einige lieber kämpfend sterben wollen als sich zurückzuziehen, braucht Johnny die Hilfe seiner Freunde-
und einer besonders guten Pilotin der menschlichen Mitspieler, welche aber in den Aliens nur Kanonenfutter sieht...

Wer hier einen „typischen“ Pratchett erwartet, könnte enttäuscht werden.
Das Buch ist wirklich eher ein Jugendroman, und mit einem dementsprechend leichteren sprachlichen Niveau geschrieben, als seine anderen Werke.
Mit gerade mal 220 groß geschriebenen Seiten ist es auch alles andere als lang, und somit flott durchgelesen.
Wer aber wie ich mit den klassischen Space-Shootern aufgewachsen ist, wird an diesem Buch sicher seinen Spaß haben-
alleine schon wegen der netten Anspielungen auf alte Games, allen voran die ausgestorbene Rasse der „Space Invaders“.
Allgemein wird man nach dem Genuss dieser Lektüre wohl ein wenig anders über derartige Spiele denken,
und vielleicht beim nächsten Retroshooter-Spieleabend versuchen zu verhandeln...?!


MORTON RHUE - ICH KNALL EUCH AB!



In "Ich knall euch ab" geht es um einen Amoklauf von Schülern, nach dem Vorbild des Amoklaufs von Littleton.
Das Buch ist allerdings nicht wie ein Roman geschrieben, sondern setzt sich aus (fiktiven) Zeugenaussagen, emails, usw über die beiden Täter zusammen.
Alles liest sich ganz ähnlich wie die Berichte, die man nach Amokläufen in den Medien findet, nur größtenteils ohne jegliche Bewertung der Tat.
Erstaunlicherweise scheint man in Amerika sein Gehirn zu benutzen, kann man doch deutlich aus dem Buch herauslesen,
dass solche Situationen durch das versagen der Lehrer, Eltern die mit ihren Kindern kaum noch kommunizieren, und vor allem durch Mobbing verursacht werden.
Man stelle sich vor: Die beiden fiktiven Amokläufer waren beide Computerspieler- allerdings spielten sie ebenso gerne "Need for Speed" wie "Doom".
Dieses Hobby wird im Buch allerdings als völlig normal bei Jugendlichen angesehen und beschrieben- und dient bestenfalls zum abbau von Frust.

Zitat von Morton Rhue:
"Gewalt hat viele Gesichter - sie äussert sich durch den Gebrauch von Waffen und Fäusten, oder von Worten, die Verachtung säen.
Wenn wir nichts daran ändern, wie wir andere innerhalb unserer Schulen behandeln , wird es nur noch mehr Tragödien geben."

An sich kann man das Buch durchaus empfehlen, auch wenn man nicht viel neues erfährt- sondern größtenteils seine eigenen Gedanken zu Amokläufen bestätigt kriegt.

Aber...

Da wir ja hier in Deutschland sind, kann man natürlich die Sicht eines Amerikaners nicht so einfach stehen lassen.
Im 14-seitigen Nachwort zum Buch, geschrieben natürlich von einem Deutschen Universitätsprofessor, kommt einem dann das kotzen.
Man meint, die Bild-Zeitung aufgeschlagen zu haben- und natürlich dient dem Herrn Prof. Dr. Klaus Hurrelmann als Deutsches Beispiel Robert Steinhäuser.
Hier kann man es, typisch deutsch, dann wieder lesen: Die Video- und Computerspiele-Scheinwelt ist natürlich zumindest Mitschuld an all sowas.
"Der Konsum von Horrorvideos und anderen Gewalthaltigen medialen Produkten", die "Skrupellosen TV und Video-Darstellungen verstärken die Aggression",
die "Darsteller in diesen Medien sind soziale Modelle für das eigenen Verhalten", usw...
Wenn ich dann auch noch Sätze lesen muss wie "In Videospielen war er zum Täter und Mörder geworden" und "Am Bildschirm war er ein guter Schütze", könnte ich schon wieder kotzen...

Am besten bei Interesse die letzten Seiten des Buches rausreissen, oder zumindet komplett ignorieren.
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