Amityville Horror

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Amityville Horror

Beitrag von Retro am Fr Feb 06, 2015 12:47 am

Die wohl langlebigste Spukhaus-Filmreihe überhaupt hat so einige höhen und tiefen hinter sich... und so manche Nachahmer und Trittbrettfahrer mitgezogen.

Amityville Horror (1979)



Familie Lutz zieht in ein Haus in Amityville, welches zu einem sehr günstigen Preis verkauft wurde.
Die Vorgeschichte des Hauses, eine ganze Familie wurde darin ermordet, ist der Grund für den günstigen preis- und wird daher in kauf genommen.
Es dauert allerdings nicht lange, bis merkwürdige Dinge geschehen- der Hund hat Angst im Haus, alle leider unter Schlafstörungen, die Tochter redet mit einer unsichtbaren Freundin,
und der zur Hausweihe eingeladene Priester wird von fliegen umschwärmt, und hört stimmen, die ihn vertreiben.
Vater George wird schon nach wenigen Tagen deutlich aggressiver, was zunächst auf den Stress des Umzuges geschoben wird.
Doch spätestens, als George seine Axt zum Holzhacken immer wieder schleift, und wütend gegen seine Familie vorgeht, ist allen klar, dass mit dem Haus etwas nicht stimmt...

Regisseur Stuart Rosenberg, der ein Jahr später das hochgelobte Thriller-Drama "Brubaker" drehte, hat hier einen der Klassiker des Haunted House-Genres abgeliefert.
Mit James Brolin, Margot Kidder und Rod Steiger hochkarätig besetzt, und mit Lalo Schifrin als Soundtrack-Komponist, war ein Erfolg quasi vorprogrammiert.
Manche Leute sind allerdings der Meinung, der Film wäre langweilig, und viel zu ruhig inszeniert- doch genau dieser langsame Aufbau der Geschichte ist es, der (mich) so fasziniert...
Der Film baut hauptsächlich auf seine Story, sowie die guten Schauspieler in den Hauptrollen- und eine sehr atmosphärische Inszenierung.
Wer einen deftigen Horrorfilm mit brutalen Szenen erwartet wird zwangsläufig enttäuscht sein, Amityville Horror ist eher ein klassischer Grusler, wie es sie heute (leider) kaum noch gibt.
Die sparsam eingesetzten Tricks und Schockmomente verfehlen ihre Wirkung nicht, auch wenn heutzutage einiges davon schon als Klischee angesehen werden dürfte...
Allerdings muss man bedenken, dass Amityville Horror bereits 1979 gedreht wurde,
als z.B. der in den Wahnsinn abdriftende Vater mit der Axt, oder eine imaginäre Freundin, ähnlich wie in "Shining" von 1980 noch kein so bekanntes Horror-Klischee waren.
Angeblich beruht der Film ja sogar auf einer wahren Geschichte... was dann auch das etwas enttäuschende Ende erklärt.

8/10

Amityville 2 – Der Besessene (1982)



Ein Ehepaar mit vier Kindern zieht in das Amityville-Haus.
Die Stimmung in der Familie war schon vor dem Einzug schlecht, Anthony, der Vater ist ein Tyrann, der seine Kinder mit dem Gürtel verprügelt,
und die Mutter hat nicht mehr die Kraft, sich zu wehren, und die Kinder zu schützen.
Von Anfang an geschieht seltsames im Haus, Wände werden beschmiert, Gegenstände bewegen sich- und Anthony geht, im Glauben diese waren es, wieder auf seine jüngsten Kinder los.
Der älteste Sohn, Sonny, greift zum Gewehr, bedroht seinen Vater- und verhindert somit erstmal schlimmeres.
Die Mutter sucht Hilfe bei einem Priester, der das Haus weihen soll, doch das Weihwasser wird im Haus zu Blut.
Sonny verändert sich in der Zwischenzeit immer mehr, er hört stimmen und begehrt seine Schwester-
doch bis der Rest der Familie bemerkt, aus welcher Ecke die Bedrohung wirklich kommt, ist es schon zu spät.
Nun soll ein Exorzismus Sonny helfen...

Regisseur Damiano Damiani hat eine gelungene Fortsetzung geschaffen, welche Atmosphärisch nahe an das Original kommt- und genau genommen eher die Vorgeschichte erzählt.
Es wurden zwar andere Namen verwendet, aber die Geschichte erinnert schon stark an die angeblich wirklichen Ereignisse, nach denen der erste Film gedreht wurde.
Bei den Darstellern ist alle im grünen Bereich- obwohl man ausser Burt Young kaum jemanden kennen wird, der hier ein unberechenbares cholerisches Arschloch darstellt.
Die Kameraführung ist sehr gelungen, auch der Soundtrack, wieder von Lalo Schifrin, entfaltet seine Wirkung- alleine dadurch wird schon nach wenigen Minuten eine bedrohliche Stimmung aufgebaut.
Dazu kommt, dass der Film sich nicht lange mit seiner Geschichte Zeit lässt, sondern recht flott inszeniert ist.
Klar, man kennt das alles im Grunde schon, und man kann den Film auf die einfache Formel
"Amityville" + "Exorzist" (Handlung) + "Evil Dead" (Kamera) + "Poltergeist" (Auflösung) reduzieren, aber das Ergebnis funktioniert erstaunlich gut.
Neben den "üblichen" Effekten wie Erscheinungen, sich bewegenden Gegenständen usw. spielen hier aber auch noch Inzest und von vorne herein Gewalt in der Familie eine Rolle.
Wem der Vorgänger zu Langweilig und ruhig inszeniert war, der dürfte hier zufriedener sein.

7/10

Amityville 3 (1983)



Im Amityville-Spukhaus deckt Reporter John Baxter ein paar Betrüger auf, die an diesem vorbelasteten Ort Seancen für zahlende Kunden abhalten.
Da das Haus danach wieder leersteht, und Baxter nicht an Geister und Dämonen glaubt, zieht er selbst dort ein, und entdeckt im Keller versteckt einen tiefen Brunnen.
Als seine Tochter zu besuch ist, ertrinkt sie im nahegelegenen See, doch ihre Mutter sieht sie zur gleichen Zeit im Haus.
Schließlich bittet Baxter einen Parapsychologischen Experten um Hilfe, welcher herausfindet, dass der Brunnen im Keller eine Pforte zur Hölle darstellt...

Lobenswert: Die Uncut-DVD von "Epix" kommt inclusive 3D-Version und einer 3D-Brille daher.
Regisseur Richard Fleischer's Karriere ging zu dieser Zeit schon langsam abwärts, woran auch der "große" Name Amityville nichts mehr ändern konnte.
Aus heutiger Sicht sind sogar ein paar halbwegs bekannte Nebendarsteller vertreten, welche damals allerdings noch ziemlich unbekannt waren: Meg Ryan, Robert Joy, und Tess Harper in ihrer ersten Rolle.
Das hilft allerdings nicht viel, denn das wichtigste sind bei einem Geisterhaus-Film natürlich die Tricks, Atmosphäre- und ein spannender Aufbau der Geschichte.
Und genau in diesen Punkten hat der Film Probleme...
Die (3D)Tricks sind größtenteils sehr schlecht einkopiert, und wirken eher lächerlich als schockierend- ebenso wie die peinlich-übertriebene Szene im abstürzenden Aufzug.
Wirklich spannend wird es auch nie, dafür sorgen schon die teils richtig schlechten und nervigen Schauspieler.

2/10

Amityville Horror 4 (1989)



Bisher nur auf VHS erhältlich!

Das berüchtigte Amityville-Haus wird von einer Gruppe Exorzisten besucht, welche es auch wirklich schaffen, den bösen Dämon aus dem Haus zu treiben-
allerdings schlüpft dieser in eine alte Stehlampe, welche bei einem Verkauf der Möbel aus dem Haus nach Kalifornien gelangt.
Schon bald geschehen im Haus der neuen Besitzer der Lampe mysteriöse Unfälle...

Der Originaltitel "Amityville 4 - The Evil Escapes" war absolut passend, in Deutschland musste man daraus wieder Blödsinn machen, und Poltergeister hinzudichten.
Immerhin startet der Film noch im "echten" Amityville-Haus, geht danach aber komplett eigene Wege.
Man kann nun positiv bemerken, dass der Film sich um Abwechslung bemüht, und nicht die vorherigen Teile kopiert-
andererseits ist es dadurch natürlich genau genommen auch kein richtiger Amityville-Film mehr...
Wie auch immer: Besser als der wirklich ziemlich üble Vorgänger ist der vierte Film durchaus, kommt aber niemals über das Mittelmaß hinaus.
Schauspielerisch gibt es weder herausragendes, noch nerviges zu sehen- nur der Sohn der Familie nervt mit seinem aufgesetzten Dauergrinsen ein wenig.
Die Freigabe ab 18 ist, besonders aus heutiger Sicht, allerdings übertreiben- es fliesst zwar etwas Blut, aber wirklich brutale Szenen gibt's nicht.
Heute würde der Film locker mit einer 16er Freigabe durchkommen.

4/10

Amityville Curse – Der Fluch kehrt zurück (1990)



In einem Haus in Amityville geschah ein Mord.
12 Jahre später kaufen einige junge Leute das Haus, und wollen es renovieren.
Es dauert nicht lange, bis seltsames passiert- erst nur unerklärliche Geräusche, später auch Erscheinungen, Alpträume, und schließlich Unfälle...

Hier haben wir einen Film, der absolut gar nichts mit dem Ursprung dieser Reihe zu tun hat, vermutlich sogar nicht mal als teil der Filmreihe um das Spukhaus gedacht war.
Es handelt sich um ein beliebiges Haus, und spätestens bei der Auflösung des ganzen denkt man sich "Warum nennt man das Ding "Amityville"?
Vermutlich nur, weil es in Amityville spielt- und der Name ja unter Horror-Fans kein unbekannter ist...
Dazu kommen die schlechten Darsteller und Dialoge, und die extrem schleppend inszenierte Handlung- lediglich das Finale ist halbwegs spannend gelungen.

3/10

Amityville – Face of Terror (1992)



Bisher nur auf VHS erhältlich!

Jacob Sterling ist Architekt, und bringt von einem seiner Aufenthalte in anderen Städten eine alte Standuhr mit nach Hause zu seiner Familie.
Diese stammt aus dem verfluchten Haus in Amityville, und wie nicht anders zu erwarten, geschieht schon bald seltsames.
Der Nachbarshund dreht durch und greift an, Räume im Haus verändern sich, scheinen aus einer anderen Zeit zu stammen- und Jacob benimmt sich zunehmend seltsamer.
Als Sohn Rusty eine mehrstündige Raum- und Zeitverschiebung direkt neben der Uhr erlebt, obwohl er nur Sekunden weg war, wird ihm klar, dass mit der Uhr etwas nicht stimmt.
Allerdings glaubt ihm zunächst niemand, er wird sogar selbst beschuldigt, die mysteriösen Vorfälle zu verursachen.
Erst als Jacob sich zunehmend aggressiv benimmt, glauben alle, dass mit der Uhr etwas böses ins Haus kam- aber was genau? Und wie kann man sich dagegen wehren?

Hier durfte man wirklich etwas erwarten, denn immerhin hat Regisseur Tony Randel schon Erfahrung im Genre, und zuvor mit "Hellbound - Hellraiser 2" einen kleinen Klassiker abgeliefert.
Und wirklich: Von der ersten Minute an wirkt der Film deutlich professioneller als alles, was nach dem zweiten Teil kam.
Ein paar der Darsteller sind durch diverse TV-Serien halbwegs bekannt, und es sind keine Totalausfälle zu vermelden.
Im Grunde hat man sich bei der Idee des vierten Teils der Reihe bedient, so dass wenigstens wieder ein kleiner Bezug zu den Anfängen vorhanden ist.
Somit spielt auch dieser Film nicht in Amityville, bietet aber wenigstens wieder Horror und gute Effekte- man kann "Face of Terror" definitiv als härtesten Film der Reihe bezeichnen.
Zudem ist die Idee mit der Uhr, welche auch Raum und Zeit verändern kann, deutlich interessanter ausgearbeitet, als einfach nur einen Dämon oder böse Geister darin wohnen zu lassen.

7/10

Amityville – A new Generation (1993)



Bisher nur auf VHS erhältlich!

Keyes ist Fotograf, und als solcher immer an aussergewöhnlichen Motiven interessiert.
Als er eines Tages Bilder von einem alten Stadtstreicher macht, und ihm dafür als Gage ein wenig Geld gibt, revanchiert sich dieser mit einem alten Spiegel dafür.
Kaum hängt der Spiegel wieder in einem Haus, geschieht seltsames: Wer in den Spiegel sieht, sieht sein Ende voraus- und wird so in den Selbstmord getrieben.
Bei Ermittlungen der Polizei kommt heraus, dass der alte Mann scheinbar Keyes' ihm unbekannter Vater gewesen sein könnte-
dieser war allerdings ein Mörder, der in Amityville eine ganze Familie getötet hat...

So allmählich ist die Idee mit diversen Gegenständen aus dem Amityville-Haus ziemlich abgedroschen, aber auch hier kommt der Horror wieder aus genau dieser Ecke.
Trotzdem gehört auch diese Fortsetzung noch zu den besseren der Reihe, obwohl das Erzähltempo eher gemächlich ist, und vor allem in der Mitte des Films nur wenig passiert.
Während die Hauptrollen mit durchschnittlichen, aber eher unbekannten Schauspielern besetzt sind, und dadurch immerhin nicht nerven, sind hier eher die kleinen Nebenrollen interessant:
Horror- und Thriller-Fans entdecken hier Terry O'Quinn (Stepfather 1&2) und David Naughton (American Werewolf)- sogar Richard Roundtree (Shaft) ist mit dabei.

6/10

Amityville – Das Böse stirbt nie (1996)



Eine Familie zieht in ein neugebautes Haus, in dessen altem Geräteschuppen, den niemand abreissen wollte, ein Puppenhaus-Modell des Original Amityville-Hauses steht-
in dem die bösen Geister aus dem ersten Film inzwischen leben.

So peinlich und lächerlich wie die Handlung daherkommt, so groß sind auch die Logiklöcher in diesem Film.
Schon in den ersten 15 Minuten kann man sich nur mehrmals an den Kopf greifen, wie man solchen Mist drehen konnte.
Nachts wachen die Eltern unter einer dicken Decke liegend auf, im Gesicht klatschnass geschwitzt (sonst nirgends, die Klamotten sind trocken),
und machen das Feuer im Kamin aus, das daran schuld sein soll- obwohl er ein Stockwerk darunter und 5 Zimmer weiter steht.
Das Puppenhaus, welches die Tochter zum Geburtstag kriegt, raucht auf der Geburtstagsparty aus dem Kamin und keiner bemerkt es-
da brauche ich das ebenfalls unbemerkte Licht aus der Mini-Stehlampe im Puppenhaus , das so hell wie eine 100 Watt-Birne leuchtet wohl erst gar nicht erwähnen, oder?
Der jüngste Sohn (Hässlich und Superschlau) leidet laut eigener Aussage nach der Sichtung einer Spinne an Arachnophobie,
aber dass eben diese auch nach der ersten Sichtung weiter völlig unbeachtet in seinem Zimmer rumläuft ist ihm offensichtlich egal.
Die Tochter hat ein saudummes Dauergrinsen im Gesicht, welches ihren Überbiss ganz toll zur schau stellt- und ausserdem eine Synchronstimme,
die offensichtlich von einer Erwachsenen Sprecherin stammt.
Der ältere Sohn ist der Klischee-übliche möchtegern-coole Macho, mit Superdoofer Klischee-Barbiepuppen-Freundin,
die in einer Szene kurz vorm ausblenden sogar beinahe offensichtlich versehentlich gegen die Garagenwand rennt.
Papa hat offensichtlich von nichts, nicht mal von Sicherungskästen, eine Ahnung- hat aber angeblich das ganze Haus selbst aufgebaut.
Mama ist so dermaßen langweilig, dass sie kaum auffällt- aber immerhin nett anzusehen.
Tante und Onkel sind eine Naturheiler-Hexe und ein Rocker. Eine ganz normale Familie also...

Laut Cover erlebt man hier "knallharten Horror ohne Kompromisse, härter und düsterer als je zuvor" und einen "unvorstellbaren Alptraum der zu blutiger Realität wird".
Sagen wir's mal so:
"Knallhart" wird man hier mit falschen Angaben auf dem Cover verarscht,
"Horror" konnte ich nicht entdecken,
Die Schauspieler sind "Kompromisslos" schlecht,
"Düster" sind hier höchstens Szenen die Nachts spielen,
"Unvorstellbar" ist es, wie viele Logiklöcher in der Handlung auftauchen,
Ein "Alptraum" ist es für mich, dass ich 5€ für den kauf dieses Drecks ausgegeben habe,
Und "Blut" kommt im Film so gut wie gar nicht vor.

0/10

Amityville Haunting (2011)



Eine Familie bezieht ein angebliches Spukhaus.
Der Sohn filmt vom ersten Tag an alles noch so belanglose mit seiner Handkamera, und die Tochter findet einen imaginären Freund in ihrem Zimmer.
Um zu beweisen, dass dort niemand sonst ist, werden überall im Haus Überwachungskameras installiert, welche jedoch das genaue Gegenteil beweisen.

Paranormal Amityville? Amityville Activity? Irgendwas in der Art jedenfalls.
Wackelkamera-Style. Found Footage Schwachsinn.
Und wieder ein Film, der absolut gar nichts mit "Amityville Horror" zu tun hat, noch dazu aus dem Hause "Asylum"...
Wer mit den Paranormal-Dingsbums-Langweilern etwas anfangen konnte, darf hier sogar einen Blick riskieren- ich dagegen fand schon das "Original" fürchterlich öde.
Positiv muss man allerdings anmerken, dass man dem Film seine Asylum-Herkunft nicht unbedingt anmerkt,
wer aber einen "Amityville" Film sehen will, sollte trotzdem einen großen Bogen um diesen DVD machen.
Das Cover der DVD zeigt ein ähnliches Haus wie das aus dem Original, der Film spielt jedoch trotzdem in einem völlig anderem.
Der Film würde mühelos als weitere Paranormal Langweility-Fortsetzung durchgehen, aber sicher nicht als ein Amityville-Film.

0/10

Amityville Asylum (2013)



Warum man in Deutschland mal wieder den Titel ändern musste, und noch dazu diesen vollkommen unpassenden Titel gewählt hat, ist mir unverständlich.
Mit dem Gruselklassiker "The Nesting" von 1981 (Review am Ende des Beitrags, wenn wir schon dabei sind...) hat der Film einfach gar nichts zu tun,
dazu kommt, dass dieser auch nicht gerade erfolgreich war, und daher den meisten eher unbekannt ist. Hat der Name "Amityville" inzwischen schon einen dermaßen schlechten Ruf?
Auch das Covermotiv stammt im übrigen nicht aus dem Film...

Lisa nimmt einen neuen Job an- als Putzkraft in einer vor kurzem gebauten Anstalt für geistig Verwirrte Schauspiele... ääähhh... Menschen.
Sie trifft auf seltsame Insassen, glaubt inzwischen verstorbene Ex-Patienten zu sehen- und erfährt, dass vorher das berühmte Amityville-Spukhaus genau an dieser Stelle gestanden haben soll.

Schauspielerisch regiert hier das Grauen- so gesehen also passend für einen Horrorfilm.
Nein, ohne Blödsinn: Selten so unbegabte Darsteller wie hier gesehen, noch dazu ist die Synchro auf billigst möglichem Niveau, ebenso die Dialoge.
"Wir wissen nicht, wer der Patient ist." - "Oh, wer ist er?"
Spannung? Nö, ist nicht. Horror? Ja, die Darsteller, Regie, Dialoge usw... Ab 18 und ungekürzt? Ja, da gibt es aber auch nichts zu kürzen- keine Ahnung warum der Mist ab 18 ist.
...und sowas wird dann als Teil einer "Horror Extreme Collection" vermarktet.

0/10



Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (Remake, 2005)



Die Grundhandlung ist weitgehend identisch zum Original von 1979, wurde aber Zeitgemäß ordentlich aufpoliert, und mit einigen neuen Ideen versehen.
Ryan Reynolds und Melissa George als Vater und Mutter Lutz spielen überzeugend, und nicht einmal die Kinderdarsteller nerven.
Steve Jablonsky's Soundtrack ist zwar bei weitem nicht so prägnant wie der des Originals, untermalt das Geschehen aber jederzeit sehr passend.
Auch die Kameraführung ist gelungen, ebenso wie der atmosphärische Einsatz von Licht und Schatten.
Der Spannungsbogen wird von Anfang an stetig angezogen, es entsteht kein Leerlauf- und die gut über den Film verteilten Schockmomente verfehlen ihre Wirkung nicht.
Sehr schön ist, dass man auch im Remake mehr auf Atmosphäre, als auf blutige Szenen gesetzt hat- Splatterfans sind hier definitiv falsch.
Ein definitiv gelungenes Remake, welches im vergleich zum Original auch mit passenden Änderungen punkten kann.
In wie weit das nun natürlich mit dem Thema "Wahre Geschichte" zu vereinbaren ist, ist eine andere Frage...

8/10



Nachdem "Amityville Asylum" in Deutschland als Fortsetzung zum Klassiker "The Nesting" vermarktet wird, will ich auch diesen noch kurz vorstellen:

The Nesting - Haus des Grauens (1981)



Die Schriftstellerin Lauren leidet seit kurzem an Panikattacken. Sie beschließt die Stadt zu verlassen, und sich in ländlicher Gegend zu erholen.
Sie entdeckt ein altes Landhaus, welches ihr, obwohl sie nie in der Gegend war, seltsam vertraut vorkommt- und mietet sich dort ein.
Schon bald passieren unerklärliche Dinge, sie hat Visionen, und Menschen in ihrem Umfeld sterben.
Gibt es eine Verbindung zwischen Lauren und der Geschichte des alten Hauses?

Die Bild- und Tonqualität der "X" (Neues Kontrastprogramm) DVD bewegt sich leider nur auf VHS-Niveau.
Zudem sind diverse Handlungsschnitte zu verzeichnen.
Der Film nimmt sich etwas viel Zeit, seine Hauptperson Lauren einzuführen, schafft es aber trotzdem von Anfang an, ein wenig Spannung aufzubauen.
Die Schauspieler fallen größtenteils weder Positiv noch Negativ auf, teilweise hat der Film auch eine schön gruselige Atmosphäre - und die wenigen brutalen Szenen sind gut gemacht.
Leider gibt es aber auch einige Logiklöcher in der Handlung, die eine bessere Wertung zunichte machen.
Generell hätte man aus der Location des Hauses meiner Meinung nach deutlich mehr herausholen können, die Architektur ist jedenfalls ziemlich einzigartig.

6/10
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