Bruce Lee - Filme, Dokus, Spiele & Bonus: Bruceploitation mit Bruce Li

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Bruce Lee - Filme, Dokus, Spiele & Bonus: Bruceploitation mit Bruce Li

Beitrag von Retro am So Okt 12, 2014 2:11 am

SERIE:

DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN HORNISSE & DER GELBE TAIFUN (1966, bzw 1974 & 1976)



Der reiche Zeitungsverleger Reid verbringt seine Freizeit damit, als "Grüne Hornisse" Verbrecher zu jagen.
Ihm zur Seite steht der Kampfsportler Kato (Bruce Lee), welcher als Chauffeur eines Spezialfahrzeugs und Leibwächter von Reid fungiert.
Von der Polizei werden die beiden für Verbrecher gehalten, nur der Bezirksstaatsanwalt kennt deren wahre Identität und ist froh um jede Hilfe.

Die beiden Filme sind Zusammenschnitte einiger Folgen der 1966'er TV-Serie "Green Hornet", welche ein Remake des gleichnamigen 1940'er Serials darstellt.
Nachdem Bruce Lee immer bekannter wurde, hat man versucht, auf diese Art noch weitere "Filme" mit ihm ins Kino zu bringen, obwohl er hier genau genommen nur eine Nebenrolle bekleidet.
Man schnitt die TV-Folgen allerdings so geschickt zusammen, dass die Filme zwar etwas holprig wirkten, aber Bruce Lee stärker in den Fokus rückten.
Für Bruce Lee-Fans durchaus nicht uninteressant, und für die damalige Zeit würde ich sogar gehobenes TV-Niveau bescheinigen.
Die komplette Serie ist in Deutschland leider nicht auf DVD erhältlich, hier muss man sich mit den beiden "Filmen" begnügen- oder zu einer Import-DVD greifen.

7/10



FILME:

DIE TODESFAUST DES CHENG LI (THE BIG BOSS, 1971)



Cheng Li, ein junger, durchtrainierter Mann, kommt von seiner Heimat auf dem Land in die große Stadt Bangkok.
Dort findet er durch die unterstützung eines Verwandten, bei dem er auch wohnt, einen Job in einer Eisfabrik.
Als einige Arbeiter spurlos verschwinden forscht er auf eigene Faust nach, wo diese abgeblieben sind-
und entdeckt dass das Geld hier mit Prostitution und Drogenhandel gemacht wird, und die Eisfabrik nur Tarnung ist...

Optisch merkt man dem Film kaum an, dass er mit sehr niedrigem Budget realisiert wurde.
Lediglich die dickflüsige rote Farbe, welche Blut darstellen soll, nervt hier ziemlich.
Die Kampfszenen an sich sind meist sehenswert sobald Bruce Lee mitmischt-
der Rest der Darsteller hatte aber teils wohl eher einen Grundkurs im Bodenturnen als im kämpfen.
Was allerdings extremst nervt, sind die vielen meterhohen Sprünge der Darsteller, die immer nach dem selben Muster gezeigt werden:
Der Darsteller geht zum Schwung holen leicht in die Hocke, Schnitt, man sieht ihn von unten, wie er über die Kamera springt, Schnitt, er landet auf dem Boden.
Wirkt lächerlich, unglaubwürdig- und einfach nur billig.
Besonders schlimm in der Szene mit den Wachhunden, bei denen die selbe Technik zum Einsatz kommt. Das waren wohl Flughunde...
Die Bildqualität ist für einen  über 40 Jahre alten Film in Ordnung, aber sicher nicht gewohnter HD-Standard.
Lediglich am Ende, mit dem einsetzen des Abspannes wird das Bild seltsamerweise etwas unscharf und unruhig.
Allerdings handelt es sich hier um eine kleine Mogelpackung:
Trotz Uncut-Aufdruck ist natürlich auch diese Version gekürzt, wenngleich sie doch die bisher vollständigste Fassung ist.
Die berühmte Sägen-Szene fehlt auch hier, ist allerdings in Weltweit keiner offiziellen Veröffentlichung zu sehen.
Angeblich existiert lediglich ein Bootleg mit einem (in miserabler Qualität) eingeschnittenen Standbild der Szene.
Hätte man im Film zwei Sekunden mehr geschnitten (also schon den Griff zur Säge ebenfalls entfernt) hätte wohl niemand etwas bemerkt/vermisst...

5/10

TODESGRÜSSE AUS SHANGHAI (FIST OF FURY, 1972)



Der Gründer und Meister einer chinesischen Kung-Fu Schule stirbt unerwartet, angeblich an einer Lungenentzüdung.
Chen Zhen, sein bester Schüler, glaubt allerdings nicht an einen natürlichen Tod, sondern ist davon überzeugt,
dass die rivalisierende japanische Kung-Fu Schule etwas damit zu tun hat.
Als dann auch noch der Chef der gegnerischen Schule mit seinen Handlangern aufkreuzt, und ein Ultimatum zur Schließung der Schule stellt,
startet Chen einen Privatkrieg mit den Rivalen...

Man merkt schon: Eine tiefgründige Story gibt es hier nicht.
Die Geschichte ist wohl lediglich ein Alibi, um möglichst viele, teils sogar recht brutale Kämpfe zu zeigen-
dementsprechend wird viel und oft gekämpft, Bruce Lee hat hier nur in der Mitte des Films ein paar ruhige Szenen.
Trotz dem Erfolg des Vorgängerfilmes hat man hier an allen Ecken und Enden gespart- ausser den gut choreografierten Kampfszenen selbst wirkt (und ist) hier alles billig.
Peinlich ist vor allem die Szene, als er zwei Gegner an den Haaren packt und danach (schlecht gemachte Puppen) im Kreis herumwirbelt...
Generell wurde scheinbar beinahe der komplette Film im Studio gedreht, was sich in den immer gleichen Kulissen bemerkbar macht.
Auch die Kampfszenen in der Natur werden auf deutlich sichtbar zusammengelegtem Kunstrasen geführt...
Ebenfalls sehr auffällig: Politisch unkorrekter geht es kaum noch.
Alle Japaner werden massiv beleidigt, und als dreckige, versiffte unsympathen und intriganten dargestellt- hier herrscht Rassismus pur!
Die Bildqualität ist auf dem Stand des Vorgängers, also kein gewohnter HD-Standard.

5/10

DIE TODESKRALLE SCHLÄGT WIEDER ZU (THE WAY OF THE DRAGON, 1972)



Ein kleines China-Restaurant in Rom ist der Mafia ein Dorn im Auge, so dass einige Schläger die Besitzerfamilie einschüchtern und vertreiben sollen.
Doch da gibt es noch Tang Lung, einen Freund der Familie, welcher um Hilfe gebeten wird- und aus Hong Kong anreist.
Als auch die besten Kämpfer und ein Scharfschütze ihn weder töten noch vertreiben können, greift deren Anführer zum letzten mittel:
Er heuert den amerikanischen Profi-Kämpfer Colt (Chuck Norris) an, um Tang Lung zu töten.
Im Kolosseum treffen die beiden schließlich aufeinander...

Bruce Lee versuchte, hier auch als Regisseur, Abwechslung und eine etwas anspruchsvollere Handlung als bisher in den Film einzubringen.
So werden schon auch mal sprachliche verständigungsprobleme gezeigt, und die Gegner sind teils humorvoll-lächerlich, teils extrem klischeehaft dargestellt.
Der Obermafiosi ist ein graumelierter immer-cooler Anzugträger, seine Schläger setzen sich zusammen aus weißen Prolls mit Vokuhilas und Rotzbremsen,
pseudo-coolen schwarzen- und einem offensichtlich hochgradig homosexuellen Chinesen.
Den Rassismus aus dem Vorgänger findet man hier nicht, alles wird eher humoristisch dargeboten.
Auch hier gibt es wieder ein paar offensichtliche Studiosettings, was aber weniger stark auffällt, da im vergleich eher viele Aussenaufnahmen zu sehen sind.
Die stark übertriebenen Sprünge der Kämpfer, die in den Vorgängerfilmen genervt haben, sind hier kaum noch auszumachen,
die Kampfszenen werden realistischer dargeboten als zuletzt.
Was den Film so berühmt gemacht hat, ist dann auch ohne Zweifel der recht lange und schön inszenierte Schlusskampf zwischen Lee und Norris.
Hier dürfen beide zeigen was sie können, und der tote Gegner wird am Ende sogar noch respektvoll zugedeckt.
Die Bildqualität ist leider deutlich schwächer als bei den Vorgängerfilmen, anfangs sogar teils extrem unscharf.
Nach einigen Minuten stabilisiert sich das Bild aber zumindest auf DVD-Niveau.
Sehr schade, dass dieser doch eher wichtige Film (er machte immerhin auch Chuck Norris weltbekannt) so schwach auf Blu-ray umgesetzt wurde.

7/10

DER MANN MIT DER TODESKRALLE (ENTER THE DRAGON, 1973)



Alle drei Jahre findet in Han's Martial-Arts-Schule auf seiner privaten Insel ein Kampfturnier statt.
Han ist allerdings auch berüchtigt als Opiumschmuggler, dem man bisher aber nichts nachweisen konnte.
Der Meisterkämpfer Lee soll als Undercover-Ermittler am Turnier teilnehmen, und nebenbei natürlich Beweise für Han's kriminelle Tätigkeiten beschaffen.
Da Lee auch privates Interesse an dem Fall hat, Han's Kämpfer haben vor Jahren seine Schwester in den Selbstmord getrieben, sagt er natürlich zu.
Es dauert allerdings nicht lange, bis die nächtlichen Insel-Erkundungen von Lee auffallen,
und zunächst ein unschuldiger Kämpfer dafür getötet wird, der ebenfalls Nachts auf dem Gelände war.
Beim eindringen in die unterirdische Opiumküche wird Lee schließlich erwischt, kann sich zunächst freikämpfen, wird dann aber doch noch gefangen-
und soll nun beim Turnier von Han's besten Kämpfern getötet werden...

Bruce Lee's erste und einzige Hollywood-Produktion kann sich durchaus sehen lassen.
Die Story ist schon deutlich besser ausgearbeitet als in seinen anderen Filmen, mit John Saxon ist auch noch ein damals recht bekannter Darsteller mit von der Partie.
Wer die Augen offen hält, entdeckt auch noch ein paar andere bekannte Gesichter aus dem Martial-Arts-Bereich:
Bolo Yeung (unter anderem Namen), Sammo Hung und sogar Jackie Chan in einer Minirolle.
Für den Soundtrack war Lalo Schifrin verantwortlich, für die Stunts unter anderem Jackie Chan.
Der Film ist allgemein aufwendig produziert, und an Originalschauplätzen gedreht- dank amerikanischer Finanzierung ein klarer Schritt nach vorne.
Generell handelt es sich hier eher um einen Spionagethriller, als um typisches Martial-Arts-gekloppe.
Es gibt zwar natürlich auch einige schön choreografierte Kämpfe, allerdings steht hier erstmals die Handlung klar im Vordergrund.
Die Bildqualität ist gehobenes Mittelmaß, deutlich besser als die DVD.

9/10

In dem Comedy-Klassiker "Kentucky Fried Movie" von John Landis wird der Film übrigens unter dem Titel "Für eine handvoll Yen" persifliert,
und die gesamte Handlung in ca. 30 Minuten nacherzählt.

MEIN LETZTER KAMPF (GAME OF DEATH, 1972 begonnen, 1978 fertiggestellt)



Schauspieler Billy Lo soll für ein Verbrechersyndikat arbeiten, weigert sich, wird daraufhin (scheinbar) umgebracht, kommt verkleidet wieder- und rächt sich.

Wirklich traurig, was einem hier als echter Bruce Lee-Film verkauft werden soll.
Zur Entstehung des Films:
1972, nach den Dreharbeiten zu Way of the Dragon, wollte Bruce Lee unter eigener Regie seine Idee verschiedene Kampfstile in einem Film unterzubringen, verwirklichen.
Als Grundhandlung sollte eine Entführungsgeschichte dienen, welche in einer mehrstöckigen Pagode mit verschiedenen Gegnern pro Etage enden sollte.
Mit den Dreharbeiten zu den Kämpfen in der Pagode, unter anderem gegen Kareem Abdul Jabbar, wurde noch 1972 begonnen.
Mittendrin kam jedoch das Angebot von Warner, mit großem Budget Enter the Dragon mit Lee in der Hauptrolle zu drehen,
woraufhin er die Dreharbeiten unterbrach, um seinen Film später fertigzustellen.
Dazu kam es bekannterweise nur leider nie, da Lee nach Enter the Dragon verstarb.
Jahre später kam dann leider jemand auf die Idee, die abgedrehten Szenen von Game of Death zu übernehmen- und drumherum einen komplett anderen Film zu basteln.
So kommt es dann, dass das Bruce-Lee Double ihm zum einen nicht ähnlich sieht,
zum anderen immer nur von hinten, im Schatten, mit riesiger Sonnenbrille- oder mit falschem Bart auftritt.
Mittendrin werden dann mal Szenen von anderen Lee-Filmen einkopiert (was unter anderem dazu führt, dass sogar Chuck Norris kurz zu sehen ist).
Lediglich der Schlusskampf über mehrere Stockwerke sind dann Lee's Originalszenen, die aber nur unvollständig gezeigt werden,
recht wenig mit der neuen Handlung zu tun haben, und qualitativ deutlich über dem Rest des Films stehen.
Die Bildqualität ist gehobenes Mittelmaß, deutlich besser als die DVD.

Interessierte sollten besser gleich zur unten vorgestellten Doku-DVD "Bruce Lee- Der Weg eines Kämpfers" greifen,
welche unter anderem auch den ungekürzten Schlusskampf dieses Films als Rohschnitt enthält.

2/10

Eine offensichtliche Anspielung auf den Schlusskampf in der Pagode kommt übrigens auch in einer Folge der vierten Staffel von Spongebob vor, "Karate Island".
Hier soll Spongebob zum "König des Karate" erklärt werden, obwohl er keine Ahnung hat.
Natürlich ist das ganze eine Falle, ein Immobilienmakler will Spongebob gefangennehmen, und ihn zwingen, einen Kaufvertrag zu unterschreiben.
Zum Glück begleitet ihn Sandy, welche in einem gelben Anzug mit schwarzem Streifen antritt,
und die "Gänge des Grauens" mit jeweils einem Gegner mit speziellem Kampfstil durchlaufen muss, um Spongebob zu retten.



DOKU:

BRUCE LEE - DER WEG EINES KÄMPFERS (2000)



Dokumentation über das leben, den Aufstieg und die Philosophie von Bruce Lee- und natürlich auch seine Filme.
Es gibt Interviews mit Angehörigen, Freunden und Schauspielern die mit ihm gearbeitet haben,
ausserdem Einblick in Lee's persönliche Notizen und das Originaldrehbuch zu "Game of Death".
Das Highlight ist allerdings die komplett restaurierte Pagoden-Sequenz am Ende des Films, welche es nur in Bruchstücken in den Film geschafft hat.
Alleine der Kampf von Bruce Lee (1,70m Körpergröße) gegen Kareem Abdul Jabbar (2,18m Körpergröße) ist schon den kauf der DVD wert.
Da auch der Rest sehr informativ und interessant ist, kann man hier nur die Höchstwertung geben:

10/10



BIOPICS:

BRUCE LEE - DAS WAR MEIN LEBEN (1976)



Ein schönes Beispiel, dass man sich nicht unbedingt auf Covertexte verlassen kann: 
"BRUCE LEE, der König des Kung Fu ist tot! Die ganze Welt rätselt über sein mysteriöses, frühes Ende. Dieser Film zeigt die ungeschminkte Wahrheit über sein Leben, Lieben und Sterben"

Wer hier aufgrund der Inhaltsangabe hofft, ein frühes Biopic über Bruce Lee (gespielt von Danny Lee, welcher nicht mit ihm verwandt ist) zu sehen, wird sich ganz schön ärgern.
Der Film beginnt mit dem Tod von Bruce Lee im Bett seiner Schauspielkollegin und Freundin Betty Ting Pei, welche sich noch dazu selbst spielt.
Sie erzählt im Film ganz nebenbei wie sie Bruce Lee kennen lernte, und was sie mit ihm erlebte- wobei es hier hauptsächlich um sie selbst geht.
Oft geht es nur um ihre sexuellen Erlebnisse mit Bruce Lee, welcher nach diesem Film zu urteilen mehr Zeit mit ihr, als mit seiner Frau verbrachte. 
Ob das alles so der Wahrheit entspricht ist mir nicht bekannt, davon habe ich allerdings zum ersten mal in diesem Film gehört.
So wichtig wie sich Betty Ting Pei hier macht, und sich als wichtigsten Mittelpunkt in Bruce Lee's Leben präsentiert, 
kann man aber zumindest davon ausgehen, dass ein großer Teil ihrer Motivation diesen Film zu drehen wohl nur dem Wunsch nach eigenem Ruhm geschuldet ist.
Über das vorherige Leben und die Filme Lee's erfährt man hier nichts, seine Frau Linda kommt ebenfalls nicht vor, wird lediglich kurz erwähnt.
Der Film ist eher ein zumindest teilweise erfundenes Liebesdrama, als eine ernstzunehmende Biographie- 
und erst recht kein Kampfsportfilm, denn davon gibt es nur wenige (und teils schlecht gemachte) Szenen ab der Mitte des Films zu sehen.
Das ist besonders erstaunlich, da immerhin das Shaw Brothers-Studio hinter diesem Film steckt, welches einen guten Ruf unter den Fans solcher Filme hat.
Die VHS ist in der Handlung gekürzt und hat mit ca. 1,70:1 auch noch ein falsches Bildformat, gedreht wurde der Film in 2,35:1 Shaw-Scope. 
In Deutschland ist dieser Film bisher ausschließlich auf VHS zu haben, eine DVD existiert nicht. Man hat hierbei allerdings auch absolut nichts versäumt...

0/10

DRAGON - DIE BRUCE LEE STORY (1993)



Spielfilm über das Leben von Bruce Lee, der es mit der Genauigkeit manchmal nicht ganz ernst nimmt- und Action und Drama gekonnt vermischt.
Der Film basiert zwar auf der von Bruce Lee's Witwe verfassten Biografie, enthält aber auch ein paar eher mystische Szenen,
die sich so wie hier gezeigt wohl eher nicht zugetragen haben dürften.
Dadurch steigt aber der Unterhaltungswert des Films, welcher mit Jason Scott Lee in der Hauptrolle (nicht verwandt mit Bruce!) im übrigen hervorragend besetzt ist.
Von den Actionszenen abgesehen, dürfte der Film sich allerdings an die Fakten halten, zeigt sehr schön choreografierte Kämpfe, gut ausgesuchte Schauspieler,
und Einblicke in die wichtigsten Stationen des Lebens von Bruce Lee.
Man darf nur keinen reinen Actionfilm erwarten, die Lebensgeschichte steht klar im Vordergrund.
Ein Rätsel ist die Freigabe ab 18- Brutale Szenen gibt es hier keine zu sehen, trotzdem sind alle europäischen Versionen des Films auf DVD beim Kampf mit dem Nunchaku gekürzt.
Die einzige Ausnahme war das alte deutsche FSK 18 VHS-Tape- dies ist komplett ungekürzt. Die 2015 erschienene Blu-ray ist allerdings ebenfalls komplett ungeschnitten!

8/10

THE LEGEND OF BRUCE LEE (2008)



Wie schon der gelungene "Dragon" versucht auch dieser Film das Leben von Bruce Lee darzustellen- allerdings scheitert dieses Machwerk in beinahe allen Punkten.
Das liegt unter anderem daran, dass man hier aus einer chinesischen TV-Serie mit 50 Episoden zu je 45 Minuten einen Film von vergleichsweise lächerlichen 3 Stunden gebastelt hat.
Aber das ist bei weitem nicht das einzige Problem...
Positiv hervorheben kann man, dass Hauptdarsteller Danny Chan Kwok-Kwan Bruce Lee ziemlich ähnlich sieht, seine Gesten recht gut verinnerlicht hat- und kämpferisch gut dabei ist.
Kleine Leckerlis sind noch Mark Dacascos, Michael Jay White, Gary Daniels und Ray Park in Nebenrollen. Das garantiert immerhin größtenteils ansehbare Kampfszenen.
Dummerweise ist das aber auch schon alles, was der Film zu bieten hat, und ich kann mir kaum vorstellen dass die Serie da besser war.
Bruce Lee wird teilweise völlig falsch dargestellt, und kommt hier in manchen Szenen als selbstgefälliger Angeber rüber.
Schon der Anfang des Films ist inhaltlich erfunden, hier nimmt Bruce Lee am Internationalen Karate Turnier in Long Beach teil, und gewinnt dieses natürlich auch noch.
Dumm nur, dass er im wahren Leben zwar anwesend war- aber nur in erklärender Funktion, um seinen Kampfstil und Trainingsmethoden zu zeigen- nicht für den Wettkampf selbst.
Das "Lebenswerk" (laut Cover) von Bruce Lee wird im Film also alles andere als wahrheitsgetreu gezeigt.
Warum man in manchen Kämpfen aber offensichtlich auf Wirework zurückgegriffen hat, bei einem Film der doch eher "realistisch" sein sollte, ist mir ebenfalls ein Rätsel.
Soll wohl dramatischer aussehen, kommt aber einfach nur lächerlich rüber. Zum Glück werden diese billigen Tricks nicht all zu oft eingesetzt.
Manche Dialoge kommen scheinbar direkt aus der Trashfilm-Hölle ("Wenn du Bruce Lee schlagen willst, musst du gegen ihn kämpfen"). Ach nee, echt?
Und die Synchro ist generell durchgehend eine Frechheit- aber zumindest dafür kann der Film an sich ja nichts.

3/10


Zuletzt von Retro am Di Apr 03, 2018 11:49 pm bearbeitet; insgesamt 8-mal bearbeitet
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Re: Bruce Lee - Filme, Dokus, Spiele & Bonus: Bruceploitation mit Bruce Li

Beitrag von Retro am Fr Feb 23, 2018 2:53 pm

GAMES:

DRAGON - THE BRUCE LEE STORY



Das Spiel orientiert sich erwartungsgemäß am Film über das Leben von Bruce Lee, so dass die Kämpfe aus dem Film hier nachgespielt werden können.
Grafisch ist das ganze durchschnittlich gut gelungen, die Bewegungen der Kämpfer sind flüssig und gut animiert, die Hintergründe sind mal mehr, mal weniger gelungen.
Zwischendurch gibt es als Bonuslevel Übungen an einem beweglichen Holzgestell.
Das größte Manko des Spiels ist seine recht behäbige Geschwindigkeit.
Nicht die Bewegungen sind langsam, aber wie oft man seinen Gegner bis zum K.O. treffen muss, ist schon arg übertrieben- es wird nur extrem wenig Energie abgezogen.
Glücklicherweise gilt das auch für den Computergegner, so dass das ganze zumindest Fair bleibt.
Mancher Spieler wird sich auch daran stören, dass es hier keinerlei unrealistische Schläge oder "Special Moves" gibt, der Kampfstil ist realistisch dargestellt.
Etwas Abwechslung bringt der Multiplayer-Modus mit sich, doch auch hier wurden die guten Ideen nicht konsequent zu Ende gedacht.
Neben dem klassischen 1 vs 1 kann man auch zu zweit mit einen Computergegner, oder mit einem Multitap zu dritt gegeneinander antreten.
Klingt zwar gut, aber auch hier schleicht sich Langeweile ein- denn es kann immer nur ein Kämpfer siegen.
Co-Op Matches sind also nicht drin, und die Wartezeit auf den Sieger ist für den dritten Spieler auch nicht gerade spannend.
Eine Spielerauswahl existiert übrigens nicht, auch im Multiplayer steht nur Bruce Lee zur Verfügung.
Daraus hätte man deutlich mehr machen können, gute Ansätze sind vorhanden- aber das Ergebnis enttäuscht leider.

5/10

BRUCE LEE - QUEST OF THE DRAGON



Ein durchwachsener Prügler für nur einen Spieler, der nichts anderes zu tun hat, als im "Double Dragon"-Stil hordenweise Gegner umzuhauen.
Manchmal darf man auch mit einem Nunchaku zuschlagen, und besiegte Gegner hinterlassen teilweise Drachenmünzen, die man einsammeln kann.
Mit diesen lädt sich eine "Drachenkraft-Leiste auf, wodurch man schneller mehr Schaden anrichtet. Das war's dann schon an Abwechslung.
Grafisch präsentiert sich das Spiel auf niedrigem PS2-Niveau, allerdings ohne das berühmte Kantenflimmern, ist aber generell der XBOX nicht würdig.
Auch die Kameraführung ist nicht immer optimal, und verdeckt teilweise die Kämpfe- dazu kommen einige Clippingfehler, und sogar Ruckler.
Die deutsche Synchro ist unterirdisch, die Musik im Spiel unauffällig bis langweilig- der HipHop-Song im Intro ist extrem unpassend und nervig.
Was dagegen halbwegs gelungen ist, ist die Steuerung.
Tritte, Schläge und Würfe lassen sich kombinieren, und auch gut ausführen- das ausrichten auf die Gegner fällt im Kampf gegen mehrere aber teilweise schwer.

3/10

KUNG FU MASTER / KUNG FU

 

Die Spielfigur nennt sich hier aus Lizenzgründen zwar Thomas, aber die Aufgabenstellung ist klar aus "Game of Death" entliehen.
Ein Kung Fu-Kämpfer muss sich über 5 Ebenen einer Pagode nach oben durchschlagen, einer der Endgegner ist ebenfalls klar ersichtlich aus dem Film entliehen:
Der große Farbige Kämpfer soll wohl Kareem Abdul-Jabbar darstellen, der auch im Film als Gegner fungierte.
Im Arcade-Game ist der Bezug zum Film noch am deutlichsten: Hier taucht, wie im Film, in der obersten Ebene als Endgegner ein großer Farbiger auf.
Die Atari VCS-Version ist wohl aus technischen Gründen einfacher gehalten, hier ist der Endgegner in jeder Etage gleich dargestellt- immer ein Kämpfer in schwarzem Anzug.
Für die vorhandene Technik ist das VCS-Game aber trotzdem durchaus gelungen, gut spielbar und auch schön anzusehen.
Auf dem NES dagegen taucht als Endgegner der dritten Etage (im Film war es die fünfte) ein deutlich größerer, Farbiger Gegner auf.
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Re: Bruce Lee - Filme, Dokus, Spiele & Bonus: Bruceploitation mit Bruce Li

Beitrag von Retro am Fr Feb 23, 2018 3:10 pm

BRUCE LI

Mit dem Erfolg und steigendem Bekanntheitsgrad kommen gerne auch diverse Nachahmer.
Gerade im Fall von Bruce Lee wurde eine riesige Welle an Filmen losgetreten, welche bald "Bruceploitation" genannt wurde.
Der bekannteste "Doppelgänger", welcher nicht nur seinen Künstlernamen anglich, 
sondern oft auch inhaltlich und thematisch an Bruce Lee-Filme anknüpfte, dürfte Ho Chung-Tao sein.
1974 wurde er als Bruce Lee-Double für das Biopic "Die Bruce Lee Story" gecastet, da er dem Original halbwegs ähnlich sah- 
und zumindest ausreichend Grundwissen in Kampfkunst hatte.
Der Film war halbwegs erfolgreich, und Angebote für weitere Filme dieser Art ließen nicht lange auf sich warten.
Ho Chung-Tao legte sich den Künstlernamen "Bruce Li" zu, 
und drehte unter anderem einige Filme die sich um Bruce Lee drehten, oder sich an seinen Filmen orientierten- teils auch inhaltlich, teils nur namentlich.
Wobei die Titel in Deutschland natürlich meist frei erfunden waren, und beabsichtigt in die nähe der Bruce Lee-Filme gerückt wurden.
Später war ihm der Name "Bruce Li" dann allerdings eher lästig, da er auch Filme drehte die nicht in die Bruceploitation-Schiene passten.
Also versuchte er sich unter seinem richtigen Namen Ho Chung-Tao zu vermarkten, sogar als Regisseur zweier halbwegs gelungener Filme trat er so in Erscheinung.

Leider sind einige der Filme, auch der oben genannte "Bruce Lee Story", in Deutschland nur als (inzwischen sehr rare und teure) VHS-Tapes oder auf Super 8 erhältlich.
Ein paar davon sind mir zwar zumindest als Super 8 Schnittfassung bekannt, hier will ich aber nur über die Filme berichten, die ich komplett kenne und habe.


GOODBYE, BRUCE LEE (1975)



Lee, ein Athlet und Kung Fu-Kämpfer wird eines Tages zusammen mit seiner Freundin in einem Park von vier Fremden überfallen.
Da er ein guter Kämpfer ist, kann er alle vier Männer abwehren, doch das ganze stellt sich als Test heraus.
Die Produzenten von Bruce Lee's zuletzt gedrehtem, aber nicht fertiggestellten Film suchen einen neuen Hauptdarsteller mit ähnlichen Fähigkeiten,
welcher die Rolle von Bruce Lee übernehmen soll, damit der Film beendet werden kann.

Interessant ist natürlich, dass die Grundidee des Films recht nah an der Realität ist.
Bekanntlich wurde Bruce Lee's letzter Film ja wirklich mit einem (katastrophal schlechten) Double zu Ende gedreht.
Ob da aber Bruce Li besser geeignet gewesen wäre, bleibt dahingestellt...
Mit gutem Willen ist ein wenig Ähnlichkeit vorhanden, seine Kampfszenen wirken aber noch ziemlich unbeholfen und langsam, 
und kommen keinesfalls auch nur in die nähe des Originals. 
Mit seinen späteren Filmen und mehr Training sowie Erfahrung wurde allerdings auch Li langsam besser, und kam glaubwürdiger rüber.
Bei diesem Film kann man aber leider nichts positives finden...
Das fängt schon beim unerträglich üblen Soundtrack an, der neben gelegentlich jammernden E-Gitarren 
und ein paar kurzen, aus Bond-Filmen geklauten Klängen nur aus exakt einem ziemlich peinlichen Disco-Song besteht- 
welcher immer wieder, und vor allem immer sehr lange gespielt wird.
Die Darsteller sind alle unteres Niveau und die Dialoge teilweise unglaublich doof.
Ein typisches Telefongespräch: "Hallo, bist du es?" "Ja, wer ist da?" "Ich bin es!"
Richtig übel wird es dann am Ende, als Li sich durch den "Turm" kämpfen muss- und das nicht nur wegen der teils komplett unbegabten Gegner.
Billigste Kulissen und deutlich erkennbar gemalte Bilder hinter den Fenstern zerstören auch den letzten Rest an Glaubwürdigkeit.

2/10

STÄRKER ALS 1000 DRACHEN (Revenge of the Patriots, 1976)



China zur Zeit der Ming-Dynastie. Die Manchus erobern das Reich, besetzen die Städte und töten die Machthaber und Truppen.
Der letzte noch lebende Ming-Kaiser erhängt sich, damit ihn die Feinde nicht kriegen.
Lediglich zwei Mitglieder der kaiserlichen Familie sind noch am Leben, Prinz Chow und Prinzessin Yiu.
Diese fliehen mit einigen getreuen, sowie dem Testament des Kaisers und seinen wertvollsten Besitztümern in die Berge.
Unterwegs treffen sie auf die Brüder Kao, welche dem Ming-Reich immer treu ergeben waren. 
Zusammen versucht man nun, im Volk eine Widerstandsgruppe zu organisieren...

Bruce Li wurde hier entgegen seinem Bruce Lee-Image eingesetzt, und darf als langhaariger Kaisertreuer im Widerstand kämpfen.
Allerdings hat der Film durchaus seine längen, und das, obwohl ich schon nach etwa der Hälfte des Films abgeschalten habe.
Denn was ich in einem solchen Film mal gar nicht erwartet habe ist Tiersnuff- und da hört's bei mir einfach auf.
Dazu kommen ein katastrophal unscharfes Bild in 4:3 (original 2,35:1) sowie ein verrauschter, dauernd in der Lautstärke schwankender Ton.
Und wie so oft: In Deutschland ist der film nur auf VHS erschienen und gekürzt worden.

Ohne Wertung, da nicht zu Ende gesehen. Aber auch ohne Tiersnuff wäre diese wohl recht niedrig...

TSCHANG FU - DER TODESHAMMER (1976)



Der Meister einer chinesischen Kampfschule wurde ermordet. 
Der Bruder (Bruce Li) des ehemals besten Schülers (Bruce Lee) soll das traditionelle Haus weiterführen.
Schon kurz nach seinem Eintreffen dort wird auch auf ihn ein Anschlag verübt, doch dieser lässt sich nicht so leicht vertreiben.
Ein gnadenloser Krieg zwischen den beiden Schulen beginnt...

Die deutsche Titelschmiede kann wohl kein Mensch verstehen.
Unzählige Filme die absolut nichts mit Bruce Lee zu tun haben, tragen in der deutschen Veröffentlichung seinen Namen im Titel.
Bei der Fortsetzung zu "Fist of Fury" (Todesgrüße aus Shanghai), welcher an den ersten Film anschließt, 
und sogar zumindest mit Bildern vom echten Bruce Lee startet, hat man aber mit "Tschang Fu" einen neutralen Titel gewählt.
Erwartungsgemäß wirkt der zweite Teil zwar eher wie ein günstig produziertes Remake, 
auch wenn man am Anfang mittels Standbildern aus Fist of Fury die Verbindung herstellt.
Zugegeben, ich habe schon deutlich schlechtere Filme als diesen gesehen, trotzdem ist der Film recht belanglos.
Die Kämpfe sind guter durchschnitt, wenn auch teils unrealistisch, Rassismus ist auch hier wieder ein Thema,
die Darsteller sind auch nicht überzogener als im Vorgänger, 
und vor allem Bruce Li spielt seine Rolle hier erstaunlich gut. Man kann sich das schon mal antun.
Man darf nur einfach nichts neues erwarten, denn es wird einfach die gleiche Geschichte ohne Überraschungen noch einmal erzählt.
Sehr frech ist aber wieder mal die miserable Qualität der DVD. 
Unscharfes, verschmutzes Bild in 4:3 (Originalformat 2,35:1), noch dazu ist diese Fassung auch noch gekürzt.
Die deutschen VHS-Veröffentlichungen damals waren ebenfalls gekürzt, aber immerhin im Original Bildformat.
Von "Schröder Media" existiert eine deutsche uncut-DVD im Originalformat 2,35:1, diese ist aber nicht mehr erhältlich.

5/10

ABSCHIED VON DER TODESKRALLE (1976)



David Lee (Bruce Li) hat sich vor kurzem erst noch mit Bruce Lee getroffen, und erfährt ein paar Tage danach von seinem Tod.
Da ihm das ganze sehr mysteriös erscheint, beschließt er Nachforschungen anzustellen was genau geschehen ist-
und stößt dabei auf einige zwielichtige Gestalten, welche offensichtlich damit zu tun hatten.
Seine Nachforschungen bleiben allerdings nicht unentdeckt, und schon bald geht es auch um sein Leben.
Zum Glück ist auch Davidein sehr guter Kämpfer, und kann sich seiner Haut wehren...

In allen Punkten einer der besseren Bruceploitation-Vertreter, auch wenn die Story natürlich Blödsinn ist, und die Bösewichte wohl keine Hirnfunktion haben.
Die Kampsfszenen kommen meist flott daher, Li hat sich im Vergleich zu seinen vorherigen Filmen kämpferisch offensichtlich weiterentwickelt.
Leider hat man es sich trotzdem nicht nehmen lassen, einige Szenen etwas zu schnell ablaufen zu lassen, um noch mehr Tempo in die Kämpfe zu bringen.
Das fällt negativ auf, und wäre auch eigentlich gar nicht nötig gewesen.
Auch seltsam: Man kennt es ja schon, dass in den alten HongKong-Actionkrachern gerne mal Musik aus anderen Filmen wiederverwertet wird,
dass man hier aber sogar Soundschnipsel von Pink Floyd klaut, ist schon witzig...
Die Qualität von Bild und Ton sind zwar nicht gerade DVD-Standard, aber noch akzeptabel, das Bildformat kommt mit ca. 2,00:1 in die Nähe des Originalformates.

6/10

DIE PANTHERTATZE - SEIN GEFÄHRLICHSTER AUFTRAG (Dynamo, 1978)



Taxifahrer Li hat nicht nur einen ähnlichen Namen, er sieht dem verstorbenen Bruce Lee auch noch recht ähnlich und ist ein begabter Kung-Fu Kämpfer.
Als er eines Tages von mehreren Männern angegriffen wird, diese aber erfolgreich abwehren kann, 
wird das ganze von Mary, der Besitzerin einer Filmagentur beobachtet, und Li wird von ihr als Bruce Lee-Double angestellt.
Nun wird Li von einem Trainer in verschiedenen Martial Arts-Techniken geschult, und soll in kommenden Actionfilmen den echten Bruce Lee ersetzen.
Das sieht so manche Konkurrenz-Firma natürlich nicht gerne, da man befürchtet, bald keinen Erfolg mehr an den Kinokassen zu haben.
An Li traut man sich aufgrund seiner Kampfkünste nicht heran, also wird Mary entführt um die Produktion erfolgversprechender Filme zu verhindern.
Das gefällt Li natürlich gar nicht- und so wird es Zeit, seine neu erworbenen Kampfkünste auch im wahren Leben einzusetzen.
Er macht sich auf die Suche nach Mary...

Die Grundgeschichte ist ganz nett, und entbehrt nicht einer gewissen Ironie- auch die Kampfszenen können sich durchaus sehen lassen.
Leider ist die DVD nicht nur mit einer katastrophalen englischen Synchro ausgestattet, 
sondern bietet neben einem komplett unscharfen Vollbild in 1,33:1 auch nur etwa die Hälfte des eigentlichen Bildformates von 2,35:1.
Das ist in diesem Fall wirklich schade, denn "Dynamo" gehört zu den besseren Filmen mit Bruce Li, und die DVD scheint auch ungekürzt zu sein.
Eine deutsche DVD existiert nicht, die alten VHS-Tapes bieten zwar mit 1,85:1 mehr Bild, sind aber gekürzt.

6/10

DER GRÖSSTE SCHLAG DER TODESKRALLE (1978)



In Hongkong gibt es zwei rivalisierende Drogenkartelle, der Amerikaner Paul Benson (Paul Smith) leitet das eine, der Chinese Hsing Chi das andere.
Früher waren die beiden Freunde, inzwischen haben sie so ihre Probleme miteinander.
Eines Tages taucht ein junger Mann (Bruce Li) namens Chang Wong (in der deutschen Synchro Bruce Lee) mit seiner Freundin (Angela Mao) auf,
und beginnt beide Parteien gegeneinander auszuspielen.
Als Benson und Chi begreifen, dass sie beide gegen den selben Mann ankämpfen, stecken sie zusammen in einem großen Drogendeal.
Am Ort des Geschehens, einer abgelegenen, leeren Fabrikhalle taucht nun auch Chang auf- 
und gibt sich und seine Freundin vor versammelter Mannschaft der Kartelle als Interpol-Agenten zu erkennen...

Auf dem Cover der DVD ist der echte Bruce Lee abgebildet- im Gegensatz zum damaligen VHS-Cover, auf dem Li zu sehen ist.
Ausser dem dämlichen deutschen Titel, welcher ganz klar auf die echten Bruce Lee Filme, sowie auf den 1976'er "Abschied von der Todeskralle" anspielt,
und dass man Li in der deutschen Synchro Bruce Lee nennt, gibt es hier keine Parallelen zu ihm und seinen Filmen.
Wie damals in solchen Filmen üblich gibt es auch hier overacting, lächerliche Wirework-Kampfszenen und peinliche Sprünge von nicht gezeigten Trampolins.
Nicht zu vergessen der teils (u.a. bei James Bond) geklaute Soundtrack, und die extrem übertrieben lauten Geräusche bei jeder Bewegung der Kämpfer. 
Unglaubwürdiger geht es kaum noch, aber Liebhaber solcher Film dürften das alles gewohnt sein.
Ebenfalls noch erwähnenswert ist die komplett unpassende Fehlbesetzung von Paul Smith (Teil der billigen Spencer & Hill Doubles Smith & Coby),
welcher sich in eben diesem Stil als unbeweglicher fetter Koloss am Ende mit Li prügelt, bzw fast nur herumsteht. Peinlich.
Auf VHS war der Film nur leicht geschnitten erhältlich, dafür aber im original Bildformat 2,35:1, welches auch ausgenutzt wurde.
Die DVD ist zwar ungekürzt, dafür aber nur in 2,00:1, was man teils deutlich anhand nur halb sichtbarer Personen am Bildrand bemerkt.

3/10

BRUCE LEE - DER REISSENDE PUMA (1978)



Zwei Undercover-Cops sind in Hongkong unterwegs, um einigen Gangstern, welche mit Diamanten und Falschgeld ihre Geschäfte machen, zu erledigen.
Diese "Handlung" ist allerdings kaum vorhanden, da man keine Gelegenheit auslässt sich dauernd zu prügeln.
Dazu noch ein dürrer weiblicher "Blickfang", der sich auch gerne mal nackt präsentiert- wer braucht da schon eine interessante Handlung?

Wenn Li am Anfang in einem gelben Trainingsanzug (kenne ich irgendwoher) zu heroischer Musik an einem Seil (Warum hängt das da? Und warum nicht über die Treppe?) 
auf das Dach eines Hochhauses klettert, hat das fast schon etwas von einer Comicverfilmung,
dass man sich hier aber generell nicht ganz ernst nimmt, merkt man schon an der misslungenen Rettung des Selbstmörders auf dem Dach des Hauses.
Auch einige Kampfszenen, vor allem in der ersten Häfte des Films sind leider so lahm inszeniert, dass man sich hier unweigerlich fragen muss, ob das beabsichtigt ist.
Nichts kommt spontan und realistisch rüber, jede Bewegung erscheint offensichtlich vorher geplant und auswendig gelernt.
Selbst Bolo Yeung kann man hier nur selten ernst nehmen- weder kämpferisch, und erst recht nicht durch seine hier zur Schau gestellte teils debile Mimik.
Ob das ganze nun eine Hommage oder Parodie solcher Filme sein soll, oder einfach nur unfreiwillig komischer Trash kann ich nicht genau sagen.
Ich persönlich kann jedenfalls nicht viel mit dem Film anfangen.
Die Bildqualität der Elstree Hill-DVD ist generell extrem schlecht und unscharf,
das 4:3 Bild ist deutlich gequetscht, wenn man auf 16:9 aufzoomt ist es aber etwas zu breit... keine Ahnung was man hier herumgepfuscht hat.
Ganz davon abgesehen natürlich, dass das Originalformat 2,35:1 wäre... 

2/10

BRUCE LEE - RACHE OHNE GESETZ (1979)



Vier Freunde entdecken beim gemeinsamen tauchen zufällig in Kisten verstecktes Gold.
Trotz der bedenken, dass das Gold eventuell dort nur versteckt, und somit gesucht werden könnte, versucht man es zu Geld zu machen.
Das ruft die eigentlichen Besitzer des Goldes, ein Schmugglersyndikat auf den Plan, welche ihr Gold natürlich wiederhaben wollen,
und dabei nicht zimperlich vorgehen...

Die UK-DVD von "Vengeance Video" bietet leider nur den Originalton mit englischen Untertiteln, und ist auch sonst nicht empfehlenswert.
Die Bildqualität ist zwar trotz mitkopierter Laufstreifen der Kinofassung erträglich, das Bildformat von 1,66:1 ist aber natürlich mal wieder ein Witz, da es 2,35:1 sein müsste.
Wie man sieht, hat diese DVD aber immerhin den Originaltitel, in Deutschland wurde der Film als "echter" Bruce Lee Film mit blödsinnigem Titel vertrieben,
obwohl "The Gold Connection" mal gar nichts mit ihm oder seinen Filmen zu tun hat, und vollkommen eigenständig daherkommt.
Dementsprechend wird hier nicht nur gekämpft, der Film bedient sich auch bei klassischen Actionfilmen und Thrillern, 
es wird getötet und gefoltert, es werden Waffen genutzt- und auch durchaus mal in aussichtslosen Situationen vor den bösen geflohen.
"Bruceploitation" ist das definitiv nicht- wurde aber in Deutschland so vermarktet.
"The Gold Connection" ist ein durchaus unterhaltsamer, gut gefilmter und akzeptabel gespielter Actionfilm mit Martial Arts-Einlagen,
welcher nur unter seinem saudummen deutschen Titel leidet, der garantiert die meisten Filmfreunde abschreckt.
Seit März 2018 existiert auch eine ungeschnittene deutsche DVD vom Label "WMM", alle vorherigen Veröffentlichungen waren massiv gekürzt.
Auch diese DVD läuft aber leider unter dem dumm-dreisten und unpassenden Titel "Bruce Lee - Rache ohne Gesetz".

7/10

MIT DEN FÄUSTEN VON BRUCE LEE (1979)

 

Zwei Gangsterbanden sind gemeinsam hinter Geheimplänen her, welche im Besitz von Lo Fu Chi sind.
Um an die Pläne zu kommen, wird seine Tochter entführt, um die Herausgabe der Pläne zu erpressen.
Stattdessen wird Interpol eingeschalten, und deren bester Agent im Land Lee Min-Chin (Bruce Li) auf die Verbrecher angesetzt.
Er beginnt die beiden beteiligten Banden gegeneinander auszuspielen...

Leider gibt es hier einige Wirework-Szenen in den Kämpfen, 
welche aber durch schnelle Schnitte und ausgesuchte Kamerawinkel nicht ganz so extrem auffallen wie in manch anderen Filmen.
Inhaltlich hat der Film nichts mit Bruce Lee zu tun, und spielt auch, bis auf aussehen und Kampfstil von Li natürlich, auf keinen seiner Filme an.
Der Soundtrack ist auch hier teilweise wieder offensichtlich aus einem James Bond-Film entnommen.
Dieser ist der erste von zwei Filmen, bei denen Ho Chung-Tao neben der Hauptrolle auch die Regie übernommen hat.

Die VHS scheint zumindest in einer Szene leicht geschnitten zu sein, 
und wurde von einer schon leicht beschädigten Zelluloid-Vorlage abgenommen, in welcher mehrere kurze Bildsprünge auszumachen sind.
Dazu kommt, dass der Film zwar wenigstens in 1,85:1 auf dem Tape ist, aber trotzdem noch auffällig oft Bildinformation an den Seiten fehlt.
Hier wurde das 2,35:1 Format ursprünglich wohl sehr gut ausgenutzt. Eine DVD ist in Deutschland nicht erhältlich.

Die oben gezeigte US-DVD hat sogar nur Vollbild-Format 1,33:1 was in beinahe jeder Szene störend auffällt.
Auch ist das Bild generell extremst unscharf, und die Synchro ist noch um einiges schlechter als die deutsche. 
Zwar scheint der Film ungekürzt enthalten zu sein, aber trotzdem gilt: Finger weg von dieser DVD!

4/10

BRUCE LEE - DER UNBESIEGTE (1981)



Versicherungsvertreter Tang Wai (Bruce Li) kriegt durch Beziehungen einen neuen Kunden, den Kung Fu-Filmstar Chen Long.
Diesen versichert er aufgrund seiner Bekanntheit auf die sensationelle Summe von 2 Millionen.
Allerdings hat er diesen Auftrag nur gekriegt, weil Chen Long von seinem Produzenten beseitigt werden soll- und dieser das Geld einstreichen will.
Bei einer Aufnahme passiert auch schon bald ein provozierter Unfall. 
Chen Long verletzt sich zwar am Rücken und kann keine Kampfszenen mehr drehen, ist aber am Leben und bleibt am Filmset.
Tang Wai, welcher nebenbei auch Martial Arts-Experte ist, soll nun den Unfall am Set überprüfen- 
und steigt als Stuntman für Chen Long in die Produktion ein um genaueren Einblick zu bekommen...

Wieder ein Film, der in Deutschland als "Bruce Lee"-Film vermarktet wurde, der aber absolut nichts mit diesem zu tun hat. Nicht einmal in Anspielungen.
Viel mehr geht es hier um Intrigen und Versicherungsbetrug, 
sowie Kritik am Filmmarkt, in dem es nur um Geld, und nicht um die Kunst des Filmemachens an sich geht.
Immerhin kann der Film in Nebenrollen auch mit Dan Inosanto und John Ladalski aufwarten, 
die beide unter anderem auch kleine Rollen in "Mein letzter Kampf" mit dem echten Bruce Lee hatten.
Vor dem Film läuft ein Clip der darauf hinweist, dass man diese Videocasette!!! nicht kopieren darf... 
Somit ist die Frage nach der Bildqualität schon mal geklärt. Immerhin ist hier aber sogar das Originalformat 2,35:1 enthalten.
Dieser ist der zweite und letzte Film, bei dem Ho Chung-Tao neben der Hauptrolle auch die Regie übernommen hat.
6/10
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