Originale und Remakes von Filmen im Vergleich

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Originale und Remakes von Filmen im Vergleich

Beitrag von Retro am Di Okt 07, 2014 3:06 pm

Interessantes für Freund und Feind von Film-Remakes, oder auch nur frech von anderen Filmen geklauten Inhalten.

AMITYVILLE HORROR (1979)



Familie Lutz zieht in ein Haus in Amityville, welches zu einem sehr günstigen Preis verkauft wurde.
Die Vorgeschichte des Hauses, eine ganze Familie wurde darin ermordet, ist der Grund für den günstigen Preis- und wird daher in kauf genommen.
Es dauert allerdings nicht lange, bis merkwürdige Dinge geschehen: Der Hund hat Angst im Haus, alle leider unter Schlafstörungen, die Tochter redet mit einer unsichtbaren Freundin, 
der zur Hausweihe eingeladene Priester wird von Fliegen umschwärmt, und hört stimmen, die ihn vertreiben.
Vater George wird schon nach wenigen Tagen deutlich aggressiver, was zunächst auf den Stress des Umzuges geschoben wird.
Doch spätestens, als George seine Axt zum Holzhacken immer wieder schleift, und wütend gegen seine Familie vorgeht, ist allen klar, dass mit dem Haus etwas nicht stimmt...

Regisseur Stuart Rosenberg, der ein Jahr später das hochgelobte Thriller-Drama "Brubaker" drehte, hat hier einen der Klassiker des Haunted House-Genres abgeliefert.
Mit James Brolin, Margot Kidder und Rod Steiger hochkarätig besetzt, und mit Lalo Schifrin als Soundtrack-Komponist, war ein Erfolg quasi vorprogrammiert.
Manche Leute sind allerdings der Meinung, der Film wäre langweilig, und viel zu ruhig inszeniert- doch genau dieser langsame Aufbau der Geschichte ist es, der (mich) so fasziniert...
Der Film baut hauptsächlich auf seine Story, sowie die guten Schauspieler in den Hauptrollen- und eine sehr atmosphärische Inszenierung.
Wer einen deftigen Horrorfilm mit brutalen Szenen erwartet wird zwangsläufig enttäuscht sein, Amityville Horror ist eher ein klassischer Grusler, wie es sie heute (leider) kaum noch gibt.
Die sparsam eingesetzten Tricks und Schockmomente verfehlen ihre Wirkung nicht, auch wenn heutzutage einiges davon schon als Klischee angesehen werden dürfte...
Allerdings muss man bedenken, dass Amityville Horror bereits 1979 gedreht wurde,
als z.B. der in den Wahnsinn abdriftende Vater mit der Axt, oder eine imaginäre Freundin, ähnlich wie in "Shining" von 1980 noch kein so bekanntes Horror-Klischee waren.
Angeblich beruht der Film ja sogar auf einer wahren Geschichte... was dann auch das etwas enttäuschende Ende erklärt.

8/10

AMITYVILLE HORROR (2005)



Die Grundhandlung ist weitgehend identisch zum Original von 1979, wurde aber Zeitgemäß ordentlich aufpoliert, und mit einigen neuen Ideen versehen.
Ryan Reynolds und Melissa George als Vater und Mutter Lutz spielen überzeugend, und nicht einmal die Kinderdarsteller nerven.
Steve Jablonsky's Soundtrack ist zwar bei weitem nicht so prägnant wie der des Originals, untermalt das Geschehen aber jederzeit sehr passend.
Auch die Kameraführung ist gelungen, ebenso wie der atmosphärische Einsatz von Licht und Schatten.
Der Spannungsbogen wird von Anfang an stetig angezogen, es entsteht kein Leerlauf- und die gut über den Film verteilten Schockmomente verfehlen ihre Wirkung nicht.
Sehr schön ist, dass man auch im Remake mehr auf Atmosphäre, als auf blutige Szenen gesetzt hat- Splatterfans sind hier definitiv falsch.
Ein definitiv gelungenes Remake, welches im vergleich zum Original auch mit passenden Änderungen punkten kann.
In wie weit das nun natürlich mit dem Thema "Wahre Geschichte" zu vereinbaren ist, ist eine andere Frage...

8/10

ASSAULT - ANSCHLAG BEI NACHT (DAS ENDE) (1976)



Das Polizeirevier 13 in der übelsten Gegend von Los Angeles wird aufgelöst und soll geschlossen werden.
Als in der Gegend die Polizei eine komplette Jugendgang auslöscht, eskaliert die Situation:
Sämtliche kriminellen Jugendlichen des Viertels rotten sich zusammen, um sich an der Polizei zu rächen.
Das Ziel: Revier 13.
Kurz nachdem ein Gefangenentransport wegen eines erkrankten Häftlings dort Zwischenstop macht, beginnen die Angriffe...

John Carpenter's erster als solcher geplanter Kinofilm gehört bis heute zu seinen besten.
(Der zuvor gedrehte "Dark Star" war ursprünglich ein Studentenprojekt von Carpenter und Dan O'Bannon für eine Filmschule)
Die Grundgeschichte an sich bietet nichts neues, und wurde so ähnlich z.B. auch schon in älteren Western erzählt.
Allerdings wurde das ganze selten so spannend und düster umgesetzt, wie es John Carpenter mit nur wenig Budget geschafft hat.
Auch der von Carpenter selbst komponierte Soundtrack wurde zum Klassiker-
es gab sogar Disco-Remixe und (mindestens) einen davon deutlich inspirierten Videogame-Soundtrack (Xenon II - Megablast).
In Deutschland wurde der Film sowohl mit seinem Originaltitel, als auch unter dem Titel "Das Ende" vermarktet.

9/10

DAS ENDE - ASSAULT ON PRECINCT 13 (2005)



Das Polizeirevier 13 in einem abgelegenen Teil von Detroit steht kurz vor der Schließung,
nur ein paar Polizisten sind noch im Gebäude um aufzuräumen, und einzupacken, was noch gebraucht wird.
Während draussen schlechte Wetterverhältnisse herrschen, trifft ein unangekündigter Gefangenentransport ein, um besseres Wetter abzuwarten.
Das Problem ist nur: Hinter dem Gefangenen sind einige kriminelle Gestalten her, die immer extremere Angriffe auf das Polizeirevier starten...

Das Remake des John Carpenter-Klassikers...
Hier wurde die Grundidee des Originals übernommen, die Geschichte aber sinnvoll erweitert und leicht abgeändert.
Es wird jede Menge Spannung und Action geboten, Explosionen, optisch und akustisch hervorragende Schießereien, gut ausgesuchte Schauspieler-
und es gibt erstaunlich hohe, aber nie übertriebene Gewaltdarstellung.
Es geht doch: Selbst einen John Carpenter-Klassiker kann man noch sinnvoll variieren.
Nicht besser als das Original, aber etwas anders- und durchaus sehenswert!

8/10

EIN KIND ZU TÖTEN (1976)



Tom und seine schwangere Freundin Evelyn machen Urlaub in Spanien.
Am eigentlichen Zielort ist ihnen jedoch zuviel los, da dort gefeiert wird, und man dadurch kein gutes Hotelzimmer kriegt-
so dass sie beschließen, ein Boot zur nahe gelegenen Insel Almanzora zu mieten, um sich dort einzuqartieren.
Dort angekommen, bemerken sie recht schnell, dass auf der Insel scheinbar nur Kinder sind-
alle Läden und das einzige Hotel sind zwar offen, aber kein einziger Erwachsener ist zu sehen.
Als sie jedoch Zeuge werden, wie ein kleines Mädchen einen alten Mann tot prügelt, der versucht hatte sich zu verstecken-
und sie kurz darauf weitere tote finden, vermuten sie, dass die Kinder von einer seltsamen Krankheit besessen sind, die sie alle Erwachsenen als Feinde ansehen lässt.
Scheinbar wussten sich die Erwachsenen nicht gegen die eigenen Kinder zu wehren- und schon bald werden auch Tom und Evelyn angegriffen...

Erstmals ungekürzt und mit übersetztem Originaltitel ist dieser kleine, eher unbekannte spanische Film erst 2009 auch bei uns offiziell erschienen-
und vom Index genommen worden.
Die Erstauflage lief bei uns unter dem völlig schwachsinnigen Titel „Tödliche Befehle aus dem All“,
wurde inhaltlich sinnentstellt, der Anfang und das Ende gekürzt- und trotzdem noch indiziert.
Die Story an sich ist sehr interessant, der Schauplatz der recht trostlosen Insel perfekt gewählt- und die Kinder wirken teils wirklich sehr bedrohlich...
Dummerweise verhalten sich die Erwachsenen Hauptdarsteller teils recht unlogisch, so dass es den Film einen Punkt kostet.

8/10

COME OUT AND PLAY (2012)



Handlung siehe oben.

So kann man sich das gefallen lassen. 36 Jahre nach dem Original kann man durchaus mal ein Remake abliefern-
vor allem, wenn das Original zwar durchaus einen gewissen Kultstatus genießt, trotzdem aber nur wenigen bekannt ist.
Man hält sich hier ziemlich exakt an das Vorbild, trotzdem kommt durch die sehr gute Inszenierung auch für Kenner der Geschichte Spannung auf.
Die meist friedlich wirkenden Aufnahmen des beinahe ausgestorbenen Ortes,
in Verbindung mit der fast durchgehend bedrohlichen Musik, erzeugen trotz herrlichstem Sommerwetter eine düstere Grundstimmung.
Die Darsteller der Erwachsenen sind in Ordnung, und agieren nicht ganz so leichtgläubig-bescheuert wie im Original.
Auch die Kinder kommen, wie im Original, durchaus bedrohlich rüber- gerade weil sie sogar regelrecht "fröhlich" bei ihren Taten wirken.
Hervorheben muss man auch noch, dass grausame Szenen entgegen dem Trend zu immer mehr Gewaltdarstellung nicht ausgewalzt werden.
Wenig wird gezeigt- aber nur kurz, manches geschieht im off, anderes wird nur angedeutet- wer Splatter erwartet ist hier trotz ein paar herber Szenen falsch.
Nervig sind lediglich die nicht ausblendbaren englischen Untertitel, welche sich durch den gesamten Film ziehen.

9/10

GHETTO GANGZ - DIE HÖLLE VOR PARIS (2004)



Paris: Der 13. Bezirk wird von kriminellen Jugendbanden beherrscht,
gegen die auch die inzwischen von dort abziehende Polizei nicht mehr ankommt. (Klingt irgendwie bekannt)
Die Regierung beschloss daraufhin, eine große Mauer um diesen Bereich zu bauen,
und die Gangs sich selbst zu überlassen. (Auch das habe ich schon mal wo gesehen)
Eines Tages gelingt es jedoch einer Gang an eine Massenvernichtungswaffe zu kommen,
woraufhin ein Undercover-Cop und ein Ex-Häftling, dessen Schwester vom Obergangster des Bezirks entführt wurde,
in den 13. Bezirk gehen, um sich gegenseitig zu helfen...

Luc Besson hat mal wieder nen lustigen kleinen Hirnlos-Actioner produziert.
Hier gibt's einige spektakuläre, schön gefilmte Stunts- der Schwerpunkt ist Action mit Martial Arts und Schießereien.
Nette Anleihen an John Carpenter-Filme kann man wie oben erwähnt ebenfalls entdecken.
Belanglos und voller Logiklöcher, aber durchgehend Actionreich. Kaum Story, aber niemals langweilig.
Lediglich dass des öfteren irgendwelche hässlich gepimpten Plastik-Proletenschleudern durchs Bild fahren nervt leicht-
und passt auch absolut nicht zur ansonsten eher dreckigen Optik des Films.

7/10

BRICK MANSIONS (2014)



Detroit: Der Stadtteil "Brick Mansions" ist vom Rest der Stadt durch eine hohe Mauer abgetrennt, und wird von Gangs beherrscht.
Drogenbaron Tremaine steht hier unangefochten an oberster Stelle.
Als es seinen Männern gelingt, eine Massenvernichtungswaffe zu entwenden und nach Brick Mansions zu bringen,
will Tremaine seine Macht ausweiten- und erpresst ganz Detroit.
Undercover-Cop Damien Collier (Paul Walker) wird zusammen mit dem Ex-Häftling Lino nach Brick Mansions geschickt...

Remake von "Ghetto Gangz - Die Hölle vor Paris".
Hier haben sich ausnahmsweise mal nicht die Amerikaner an ein Remake des französischen Erfolgsfilmes gemacht.
Es handelt sich um eine Französisch-Kanadische Produktion mit hohem Budget und Paul Walker in seinem letzten abgeschlossenen Film.
Optisch absolut gelungen, mit schönen Kamerafahrten und flotten Schnitten ausgestattet-
und mit überzeugenderen Gangs ohne gepimpte Plastik-Protzkarren wie im Original, kommt das Remake schön dreckig daher.
Dazu kommen auch hier wieder sehr gute Parcour-Szenen, alleine die Jagd über die Dächer am Anfang macht den Film schon sehenswert.
Inhaltlich zwar beinahe komplett identisch, gefällt mir das Remake aber eine Spur besser als das (auch recht gute) Original.

8/10

GODZILLA (1954)

 

An der Japanischen Küste werden immer wieder Schiffe zerstört, die wenigen Überlebenden sind sich nur in einem Punkt einig: Ein riesiges Monster habe sie angegriffen. 
Die alte Japanische Legende von Godzilla, einem Monster aus dem Meer, welchem Menschenopfer dargebracht werden mussten, wird wieder erzählt.
Eines Nachts entsteigt Godzilla aus dem Meer, und verwüstet eine Insel.
Untersuchungen ergeben, dass in den riesigen Fußabdrücken eine hohe Radioaktive Strahlung herrscht, woraus man folgert, 
dass Atomwaffentests im Meer einen seit Millionen Jahren schlafenden Riesensaurier zu neuem Leben erweckt haben müssen.
Als Godzilla zum zweiten mal aus dem Meer kommt, nimmt er Kurs auf Tokio, und lässt sich auf seinem Weg auch durch das Militär nicht aufhalten.
Das einzig wirksame Mittel gegen das Monster scheint eine neuartige Waffe zu sein, welche aber auch in der Lage wäre, das gesamte Leben auf der Erde auszulöschen...

Sehr interessant ist hier alleine schon, dass es 3 verschiedene Fassungen des Films gibt.
Das Japanische Original mit 93 Minuten (welches vorzuziehen ist), 
eine Amerikanische Version mit nur 76 Minuten (trotz nachträglich gedrehten und eingefügten Szenen mit US-Schauspieler Raymond Burr), 
sowie die damals bei uns bekannte 79 Minuten-Version für den Rest der Welt.
In der Originalfassung schwebt über dem ganzen Film die Warnung über die Gefahr von Atomwaffen, was vor allem in der US-Version möglichst selten erwähnt wird- 
aber auch die Deutsche Version hatte einiges an Handlungsschnitten zu verzeichnen.
Heute kriegt man aber natürlich problemlos alle Versionen einzeln oder in einer schönen Box von Splendid, 
die bisher fehlenden Szenen aus der Japanfassung sind hier mit Deutschen Untertiteln versehen.
Tricktechnisch kann der Film nicht großartig punkten- selbst für die damalige Zeit sehen die Szenen um Godzilla teils eher billig aus.
Aber was die Story angeht, kann man durchaus von einem gelungenen Monsterfilm sprechen.
Mit Klassiker-Bonus, den man Godzilla einfach nicht absprechen kann:

8/10

GODZILLA (1998)



Eine durch französische Atomtests mutierte Riesenechse steigt vor New York aus dem Meer, und zerstört auf seinem Weg in Richtung Manhattan große Teile der Stadt.
Das Militär ist machtlos, und richtet bei seinen Versuchen die Echse zu stoppen nur noch weiteren Schaden an.
Ein Biologe (Matthew Broderick) kommt schließlich darauf, dass das Monster wohl nur einen Nistplatz sucht.
Mit Hilfe eines französischen Geheimagenten (Jean Reno) findet man das Nest mit hunderten Eiern im Madison Square Garden.
Doch kaum hat man das Nest Entdeckt, schlüpft auch schon der Nachwuchs- wodurch in Manhattan nun ein großer, und viele kleinere Saurier unterwegs sind...

Der Film von Roland Emmerich bietet eigentlich alles, was man sich schon immer von einem solchen gewünscht hat:
Tolle Tricks, gute Schauspieler, witzige Dialoge... nur eben eines nicht- Godzilla.
Als ein beliebiger Monsterfilm mit anderem Titel wäre hier meines Erachtens eine durchaus hohe Wertung fällig-
als Teil der Godzilla-Filme ist leider nur der Anfang vielversprechend, aber sobald "Godzilla" erscheint macht sich enttäuschung breit.
Wie gesagt: Ich finde den Film klasse- gute Hollywood-Unterhaltung.
Aber ich kann auch verstehen, warum viele, vor allem Fans des "echten" Godzilla, ihn nicht mögen...
(Durchaus vorhandene Logiklöcher werte ich nicht mit- denn die hat nun wirklich so ziemlich jeder Monsterfilm)

Sucht es euch aus:
8/10 als Hollywood-Popcorn-MonsterKino mit einem beliebigen Riesensaurier,
oder
2/10 (für den vielversprechenden Anfang) als Godzilla-Film.

GODZILLA (2014)




1999 werden auf den Philippinen bei Bohrarbeiten die Überreste gigantischer Kreaturen in einer unterirdischen Höhle gefunden, 
doch scheinbar hat auch etwas überlebt, was nun entkommen konnte.
Kurz darauf kommt es in einem japanischen Kernkraftwerk zu einer Katastrophe, bei der es viele Tote gibt, 
und Joe Brody (Bryan Cranston), einer der Leiter des Kraftwerkes, seine Frau verliert.
2014 ist Brody schon lange entlassen, aber noch immer auf der Suche nach der Wahrheit über die Katastrophe.
Offiziell wird behauptet, es habe sich um ein Erdbeben gehandelt, und die gesamte Umgebung um das Kraftwerk sei atomar verseucht.
Als Brody mit seinem Sohn unerlaubterweise die Sperrzone betritt, um weitere Nachforschungen anzustellen, erscheint ein riesiges Flugmonster, 
welches sich von atomaren Stoffen ernährt, und eine Spur der Zerstörung hinterlässt.
Das Militär hat keine Chance gegen das Monster, aber der Wissenschaftler Ichiro Serizawa (Ken Watanabe), der seit Jahrzehnten Urzeitliche Tiere erforscht,
und dem Monster dem Namen "Muto" (Massiver unbekannter Terrestrischer Organismus) gegeben hat, meint die Lösung zu kennen:
Ein sagenumwobener Alpha-Predator namens Godzilla, welcher in der Tiefsee lebt, und das natürliche Gleichgewicht wieder herstellen kann, wenn es nötig ist...

Regisseur Gareth Edwards hat hier kein einfaches Remake geschaffen, sich aber trotzdem an den Anfängen der Filmreihe orientiert.
Die Warnung vor einer Atomaren Katastrophe ist heute aktueller als damals, und findet sich daher auch, wie im Original über den gesamten Film wieder.
Godzilla's Herkunft wird hier zwar anders erzählt, aber es gibt eine Menge Anspielungen auf den Film von 1954 und einige seiner Nachfolger.
Hier wird allerdings von vorneherein Godzilla nicht als das Problem, sondern die Lösung dargestellt- 
auch wenn, aufgrund seiner Größe (etwa doppelt so groß wie in bisherigen Filmen...), Godzilla große Teile der Stadt alleine durch seine Anwesenheit zerstört.
Die Schauspieler bleiben recht blass, fallen aber auch nicht negativ auf- lediglich Bryan Cranston sticht heraus.
Die CGI-Effekte sind vom feinsten, und die gesamte Stimmung im Film schön düster, was durch den gelungenen Soundtrack noch verstärkt wird-
obwohl dieser eine Eigenkomposition ist, und nicht auf dem Originalsoundtrack basiert.
Es fällt noch nicht einmal störend auf, dass Godzilla erst in der zweiten hälfte des Filmes auftaucht- die Geschichte wird interessant erzählt, 
und Muto gibt einen guten Vorgeschmack auf den noch kommenden Hauptdarsteller Godzilla.
Wenn dann Godzilla losbrüllt, kann man nur sagen: Er ist wieder da! Und genau so muss das sein!

9/10

SHIN GODZILLA (2016)



Die Bucht von Tokio: Auf einmal beginnt es zu brodeln, Wasserdampf steigt in die Luft, und das Wasser färbt sich blutrot.
Zunächst geht man von einem unterirdischen Vulkan aus, und stellt den Schiffs-und Flugverkehr ein.
Schon kurz darauf kommt allerdings eine riesige Kreatur an Land, und hinterlässt am Boden kriechend eine Spur der Verwüstung.
Die Regierung bildet einen Krisenstab, und sieht sich zum Einsatz des Militärs gezwungen.
Der Angriff mit konventionellen Waffen bewirkt jedoch scheinbar nur eines: 
Eine Metamorphose der Kreatur, welche sich nun aufrichtet, und große Hitze und Radioaktivität ausstrahlt.
Scheinbar um sich abzukühlen verschwindet die Kreatur wieder im Meer.
Die Wissenschaftler sind sich sicher: Die Kreatur wird weitere Stufen der Verwandlung durchlaufen- und dabei immer größer und gefährlicher werden.
Man gibt der Kreatur den Namen "Godzilla", und versucht sich für einen weiteren Angriff zu rüsten- mit schwerstmöglichen Waffen und Hilfe der Amerikaner.
Auch wenn das bedeuten sollte, dass die komplette Stadt geopfert werden müsste...

Ein weiteres Godzilla-Reboot... von Toho! Da darf man doch einiges erwarten, oder?
Nach einem leicht hektischen Start mit vielen Untertiteln und vorgestellten Personen kommt erstmal ein Schock: 
Als Godzilla aus dem Wasser stiegt, kann man ihn kaum anders beschreiben als mit "billig aussehendes, hässliches, glubschäugiges Gummi-und Plastikmonster".
Auch eine der ersten Trickszenen (von Glubschzilla herumgeworfener Plastikzug in auffälliger CGI-Umgebung) lassen einen zunächst zweifeln.
Doch als erwähnt wird, dass Glubschi mehrere Metamorphosen durchlaufen wird, kann man wieder hoffen.
Und tatsächlich: Mit fortlaufender Dauer wird der Film ernster, düsterer, böser, 
und nach etwa der Hälfte des Films, mit seiner vierten Entwicklungsstufe, sieht Godzi dann auch endlich richtig fies aus.
Im nachhinein vermute ich fast, dass die arg auffällige Plastikzug-Szene eine Art Hommage an die alten Filme sein sollte- 
denn so billig wie diese eine Szene sieht der Rest des Films zu keiner Zeit aus. Nicht mal Glubschzilla- obwohl der schon auch Grenzwertig ist...
Im Gegenteil- hier wurde offensichtlich ordentlich Geld in die Tricktechnik gesteckt, denn die Szenen können durchaus überzeugen.
Godzilla wird hier absolut gigantisch dargestellt, dürfte wohl die bisher größte Inkarnation aller Filme (incl. US-Produktionen) sein.
Und natürlich gibt es auch Anspielungen auf die alten Filme, von Godzilla's Entstehung bis zur (nur optisch ganz am Ende angedeuteten) Legende,
dass Godzilla seine Kraft aus den Seelen Tausender im Krieg gefallener Soldaten beziehen soll (wurde so auch in der Millennium-Staffel erwähnt).
Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass Godzilla hier zwar als gigantische Bedrohung dargestellt wird, aber niemals nur als wirklich "Böse".
Im Gegenteil: In Godzilla wird eine Art Gottheit, sogar die Krone der Schöpfung erkannt. Das "Böse" ist der Mensch, ohne den diese Kreatur nie entstanden wäre.
Die größten Schäden richtet Godzilla (neben den Menschen selbst) auch erst an, als er von den Menschen angegriffen wird.
Auch die Verwendung des pompösen Original-Soundtracks des ersten Films passt hier sehr gut.
Und wäre da nicht der etwas peinlich aussehende Glubschzilla am Anfang, würde ich mich zur Höchstwertung hinreissen lassen.
Ich hoffe auf Fortsetzungen, und verbleibe mit 

9/10

THE HILLS HAVE EYES - HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN (1977)



Familie Carter ist mit Auto und Wohnwagen unterwegs nach Kalifornien- ihr Weg führt sie mitten durch die Wüste.
An einer Tankstelle, deren Besitzer diese gerade schließen und verlassen will, tanken sie noch einmal-
und werden gewarnt auf der Straße zu bleiben, und schnell weiterzufahren.
Es dauert nicht lange, bis ein Unfall passiert- das Auto bleibt mit Achsenbruch mitten in der Wüste liegen.
Laut Straßenkarte steckt man mitten in einem alten Atomversuchsgelände fest.
Vater Carter beschließt, zu Fuß zur Tankstelle zurück zu gehen um Hilfe zu holen, was er bis Einbruch der Dunkelheit schaffen will.
Was keiner ahnt: Eine Gruppe verseuchter, zu Kannibalen mutierter Menschen lebt in diesem Gebiet-
und das Auto der Carters haben sie aus ihrem Standort in den Hügeln schon entdeckt...

Wes Craven's klassischer Terrorfilm ist B-Movie-Trash der günstig produzierten Sorte- welcher aber gerade dadurch teilweise recht herb daherkommt.
Seinerzeit dürfte der Film als ziemlich kontrovers aufgenommen worden sein, nicht nur weil er für damals durchaus als ziemlich brutal gelten dürfte.
Dazu kommt, dass die Amerikaner zur Entstehungszeit des Films wirklich Tests mit Atomwaffen durchführten.
Wer jetzt aber anhand der Kannibalen-Thematik einen Splatterfilm erwartet, dürfte enttäuscht werden.
"Hügel der blutigen Augen" ist zwar nicht gänzlich unblutig und auch relativ hart, lebt aber eher von seiner dreckigen, düsteren Atmosphäre-
und seiner (im OT und der neuen Synchro) als Horrorfilm getarnten Kritik am Einsatz von Atomwaffen.
Mit Dee Wallace und Michael Berryman sind sogar halbwegs bekannte Namen im Cast vertreten.
Seinen Kultfilm-Status hat "Hügel der blutigen Augen" durchaus verdient- Horrorfans sollten ihn mal gesehen haben, aber nicht zu viel erwarten.
Das ist hier ähnlich wie beim Originalen "Texas Chainsaw Massacre". Beide haben/hatten einen Ruf als "Splatterfilm", was beide aber nicht sind...
Die DVD enthält zwei deutschen Tonspuren.
Die alte Synchro, welche damals im Kino und auf VHS eingesetzt wurde, hat erträgliche Synchronsprecher- aber erzählt von "Ausserirdischen".
Die neuere Synchro ist eine deutlich bessere Übersetzung des Originaltons, in dem es Strahlenverseuchte sind- aber katastrophal schlechte Sprecher.

7/10

THE HILLS HAVE EYES - HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN (2006)



Sehr ordentliches Remake des "Klassikers" von 1977. Handlung siehe oben.

Alexandre Aja (High Tension) hat hier ein derbes, sehr brutales Remake des Klassikers geschaffen,
welches von Start weg unübersehbar mit der Gefahr von Auswirkungen der Atomwaffen spielt- und sich inhaltlich weitgehend an das Original hält.
Produziert von wes Craven, mit durchgehend akzeptablen bis guten Darstellern ausgestattet-
und was den Gewaltgrad angeht an die "Modernen Sehgewohnheiten" angepasst- anders gesagt: Gemetzel vom feinsten mit überzeugenden Tricks.

8/10

IMMER ÄRGER MIT HARRY (Alfred Hitchcock, 1955)



Ein schöner Herbsttag in Vermont. Diverse Bewohner einer Kleinstadt sind voneinander unabhängig in einem Waldstück in der nähe unterwegs, und genießen den Tag.
Auch ein Kind spielt im Wald- und entdeckt eine Leiche mit einer Kopfwunde.
Noch bevor der junge seiner Mutter von der Entdeckung erzählen kann, findet ein alter Jäger den toten- und glaubt, diesen auf der Jagd versehentlich erschossen zu haben.
Aufgrund eines Briefes in seiner Jackentasche erfährt er, dass der Name des toten Harry ist, und beschließt, die Leiche in einem Gebüsch zu verstecken.
Allerdings kommen immer wieder Spaziergänger vorbei, welche die Leiche teils nicht mal bemerken, komplett missachten, helfen wollen sie verschwinden zu lassen-
oder sich, wie der Jäger, schuldig an Harry's Tod fühlen- wenn auch aus jeweils verschiedenen Gründen.
So kommt es, dass Harry immer wieder mal die Stellung wechselt, an anderer Stelle versteckt wird, begraben wird, wieder ausgegraben wird...

"Wo haben sie Harry diesmal hingelegt?"
"An seinen Stammplatz, hinter der großen Eiche."

Der ganze Witz dieser Krimikomödie beruht auf purem Understatement und staubtrockenem Humor.
Der Tod von Harry wird von jedem als etwas völlig alltägliches wahrgenommen, alle handelnden Figuren sind irgendwo zwischen liebenswert und schrullig einzuordnen,
keiner davon ist böse, alle leben sie in einer scheinbar heilen Welt.
Je länger der Film läuft, desto mehr Personen könnten schuld an Harry's Tod sein, es gibt durchaus einige Überraschungen in der Geschichte.
Für einen Hitchcock-Film ist "Harry" eigentlich absolut untypisch.
Hier überwiegt deutlich der schwarze Humor, auch wenn die eigentliche Krimihandlung genug Spannung und Wendungen in der Geschichte bietet.
Ein Klassiker. Zurecht!

10/10

IMMER ÄRGER MIT BERNIE (Ted Kotcheff, 1989)



Die beiden Buchhalter Larry und Richard werden von ihrem Boss Bernie Lomax in seine Strandvilla eingeladen,
weil sie unregelmäßigkeiten in den Finanzplänen der Firma entdeckt haben.
Natürlich hoffen die beiden jetzt auf eine Beförderung- doch Bernie selbst betrügt die Firma, und will die beiden in seiner Villa von einem Mafiosi umlegen lassen.
Dummerweise wird Bernie selbst vom Killer umgebracht, da er auch mit Mafiageldern zu tun hat- und inzwischen als Sicherheitsrisiko gilt.
Inzwischen sind auch Larry und Richard angekommen- und entdecken Bernie's Leiche.
Noch während sie überlegen was zu tun ist, kommen diverse Freunde von Bernie vorbei, welche die Wochenenden regelmäßig dort in Partystimmung verbringen.
Keiner der Gäste bemerkt zunächst, dass Bernie tot ist, da er wohl für exzentrisches Verhalten bekannt ist.
Larry und Richard tun alles dafür, dass das auch so bleibt- zum einen, weil sie gefallen an dem Gedanken gefunden haben, ein ganzes Wochenende Party zu machen,
zum anderen damit niemand meint, sie wären selbst die Mörder.
Schon bald befindet sich Bernie's Leiche an den seltsamsten Plätzen, und in skurrilsten Situationen.
Als der Killer erfährt, dass Bernie scheinbar noch lebt, kehrt er zurück um sein Werk zu vollenden,
doch Larry und Richard haben inzwischen erfahren dass sie ursprünglich selbst die Opfer sein sollten, und reagieren dementsprechend panisch...

Die Grundsituation ist also recht ähnlich zu Hitchcocks Klassiker, nur dass hier genau das Gegenteil versucht wird:
Die Leiche immer wieder möglichst so zu platzieren, dass niemand den Tod von Bernie bemerkt.
Auch hier ist schwarzer Humor allgegenwärtig, wird aber nicht so trocken präsentiert wie im offensichtlichen Vorbild- sondern im typischen Comedy-Stil der 90'er.
Der Film hat eine erstaunlich hohe Gagdichte, rutscht trotz einiger Slapstick-Einlagen nie ins peinliche ab, und funktioniert auch heute noch wunderbar.
Die Darsteller sind perfekt ausgesucht, vor allem Terry Kiser als Bernie leistet hier unglaubliches.
Sich das alles gefallen lassen zu müssen ist sicher schwieriger, als so manche ernste Rolle zu spielen.
Und wie schon beim Vorbild Hitchcock, gibt es auch hier einen kurzen Auftritt von Bernie-Regisseur Kotcheff im Film.
Wenn schon großteils kopiert, dann richtig! Ebenso ein Klassiker der Comedy- wenn auch natürlich etwas moderner als sein offensichtliches Vorbild.

10/10

ERKAN UND STEFAN - DER TOD KOMMT KRASS (Michael Karen, 2005)



Erkan und Stefan gewinnen bei einer TV-Quiz-Show eine Kreuzfahrt, weil Kathrin, die genervte Produzentin des Showmasters Hardy Flanders,
die Buzzer zum Antworten des arroganten, aber bisher ungeschlagenen Champions der Sendung, Alex, sabotiert hat.
Da Stefan ein großer Fan des schmierigen Moderators Hardy ist, entscheidet er sich statt für den Hauptgewinn von 100.000€, für den Surprise-Preis,
eine Kreuzfahrt mit Hardy und Kathrin.
Natürlich hoffen die beiden, auf dem Luxuskreuzer im warmen Süden ein paar "Bunnys" aufreißen zu können-
dummerweise handelt es sich um eine Rentner-Kreuzfahrt in's Eismeer...
Nebenbei ist auch noch Alex an Bord, der unbedingt klarstellen will, dass er in der Show betrogen wurde.
In der Kabine neben den beiden Gewinnern hat sich Hardy einquartiert, was Stefan als Fan dazu nutzt, diese genauer zu inspizieren.
Dummerweise entdeckt er dabei auch Hardy- genauer gesagt: Seine Leiche.
Natürlich sind jetzt überall die Fingerabdrücke der beiden- so dass erstmal versucht wird, die Leiche an allen möglichen Orten zu verstecken, oder sonstwie zu tarnen.
Jetzt gilt es, den Mörder zu finden- keine leichte Sache, da auch Alex, Kathrin, und ein Sicherheitsoffizier des Schiffes ihnen auf den Fersen sind...

Wenn man nicht viel erwartet, kann man sogar angenehm überrascht werden...
Neben einigen wirklich zu prolligen Sprüchen gibt es auch den einen oder anderen zündenden Gag.
Das Niveau ist im Vergleich zu den beiden oben genannten Filmen natürlich einige Etagen tiefer, aber die Grundgeschichte funktioniert auch hier noch.
Dazu kommen die herrlich überdreht gespielten Rollen von Hardy, Kathrin und Alex, so dass man sich auch diesen Film durchaus mal ansehen kann.

5/10

INTO THE MIRROR (2003)



Woo Young-Min, ein ehemaliger Polizist, der wegen einer Fehlentscheidung bei der sein Partner getötet wurde den Dienst quittiert hat,
kriegt dank seines Onkels den Posten des Sicherheitsbeauftragten in einem Kaufhaus, welches ein Jahr nach einem Großbrand neu eröffnet.
Ein paar Tage vor der Eröffnung geschehen jedoch mysteriöse Selbstmorde unter den Angestellten- immer in der Nähe eines oder mehrerer Spiegel.
Während die Polizei den Täter unter den Angestellten sucht, glaubt Woo Young-Min an übernatürliches Geschehen-
denn sein Partner starb damals wegen einem Schuss in einen Spiegel...

Wie so oft in asiatischen Horrorfilmen baut sich hier recht schnell eine sehr düstere, bedrohliche Stimmung auf- ohne viel zu zeigen.
Der Film wird zwar eher ruhig erzählt, bietet aber durchgehend eine geradezu unangenehme Atmosphäre,
als Zuschauer achtet man schon bald auf jeden Spiegel der im Film zu sehen ist, obwohl dort natürlich meist nichts passiert.
Hier wird gekonnt mit den Erwartungen gespielt, und die Szenen in und mit den Spiegeln sind hervorragend gemacht.
Die Darsteller sind überzeugend, und der Soundtrack unterstützt die Spannung hervorragend.
Für die Freunde klassischer "Grusler" empfehlenswert,
wer aber Action und Splatterszenen erwartet sollte die Finger von "Into the Mirror" lassen, und sich das Remake ansehen.

9/10

MIRRORS (2008)



Für Ben Carson (Kiefer Sutherland) läuft es nicht gut: Als verdeckter Ermittler hat er einen Kollegen erschossen, und daher den Dienst quittiert.
Seine ehemaligen Kollegen verachten ihn, er ertränkt seine Schuldgefühle in Alkohol, und seine Frau setzt ihn deswegen vor die Tür.
Um sein Leben wieder in die richtige Spur zu kriegen, nimmt er Medikamente, und einen vermeintlich ruhigen Job an:
Nachtwächter in einem vor Jahren abgebrannten riesigen Kaufhaus, in welchem viele Menschen starben, und das seitdem nicht renoviert wurde.
Schon in der ersten Nacht fallen ihm dort die zahlreichen, noch gut erhaltenen Spiegel auf, welche offensichtlich nicht nur zeigen was sie sollen.
Zunächst entdeckt er nur einige Handabdrücke auf den Spiegeln, doch schon bald scheinen sich ihm in den Spiegeln die Opfer des Brandes zu zeigen.
Natürlich glaubt man ihm zunächst nicht, und schiebt das ganze auf die Nebenwirkungen seiner Medikamente.
Als auf einem Spiegel das Wort "Esseker" erscheint, beginnt er zu recherchieren.
Er findet heraus, dass bereits mehrere Personen, unter anderem auch sein Vorgänger in diesem Job, erfolglos nach "Esseker" gesucht haben-
und sie alle, wie auch deren Familien, inzwischen auf mysteriöse Art gestorben sind...

Regisseur Alexandra Aja hat sich direkt nach seinem "The Hills have Eyes" erneut an ein Remake gewagt.
Diesmal hält er sich allerdings an keinen alten "Klassiker", sondern an den koreanischen, nur 5 Jahre zuvor gedrehten "Into the Mirror".
Und wieder beweist Aja, dass er der richtige Mann für schräge Horrorstoffe ist.
Er erweitert die Geschichte sinnvoll und glaubwürdig, bietet genug eigene Ideen um sich vom Original abzuheben,
und macht aus dem Vorbild trotz nicht weniger deutlich blutigerer Szenen keinen reinen Splatterfilm,
sondern setzt auch viel auf düstere Stimmung, bietet optisch aber durchaus ein Effektespektakel mit beeindruckenden Spiegelszenen.
Zudem hat Aja hier mit Kiefer Sutherland einen perfekt passenden, sehr gut aufspielenden Hauptdarsteller gefunden.
Lediglich etwas weniger sofort als solche erkennbare CGI-Szenen wären noch ganz nett gewesen.
Ansonsten alles richtig gemacht. "Mirrors" ist eines der besten Remakes die mir bekannt sind.

9/10

JUDGE DREDD (1995)



Die Zukunft: Nach einem nuklearen Krieg leben die Menschen in sogenannten "Megacities", 
riesige Stadtkomplexe, welche durch extrem hohe und starke Mauern nach aussen abgesichert sind.
Polizei, Richter und Henker in einem sind die Judges, welche das Gesetz vertreten.
Der härteste unter ihnen ist Judge Dredd, welcher dafür bekannt ist, schuldige Verbrecher gerne sofort zu exekutieren.
Eines Tages gerät er allerdings selbst unter Mordverdacht, alle Beweise inclusive DNA Tests sprechen gegen ihn, obwohl er unschuldig ist.
Dredd wird verhaftet und aus Megacity verbannt, jetzt muss er auf die Hilfe eines Gefangenen zählen, den er selbst ins Gefängnis gebracht hat-
während Judge Hershey, die einzige Kollegin der er noch vertraut, versucht Beweise für seine Unschuld zu finden.
Als Dredd erfährt dass er einen Bruder hat, der auf der anderen Seite des Gesetzes steht, 
und welchen er, ohne von seiner Verwandschaft zu wissen glaubt getötet zu haben, wird klar, dass dieser noch leben muss.
Sein offiziell toter Bruder Rico war der Mörder- und durch seine hinterlassene DNA kam man jetzt natürlich auf Dredd...

Während die Motorräder und Uniformen der Judges nach billigem Plastik aussehen, ist der Rest auf optisch seinerzeit ordentlichem Niveau.
Sylvester Stallone passt durchaus in die Rolle des Judge Dredd, auch die restliche Besetzung ist teils herausragend:
Armand Assante, Diane Lane, Rob Schneider, Jürgen Prochnow, Max von Sydow und Joan Chen sind in weiteren Rollen zu sehen.
Der Film macht als Comicverfilmung durchaus Spaß, nimmt sich nicht allzu ernst- und sieht größtenteils gut aus, wenn auch teils ein wenig Trashig.
Als "ernster" Actionfilm fällt er allerdings durch, zu steril, bunt und teils überdreht wirkt der Film im Gesamteindruck.
Mein größter Kritikpunkt ist der extrem nervige Sidekick, das überzogene Nervenbündel Rob Schneider kostet den Film definitiv einen Punkt.

7/10

DREDD (2012)



USA, in der Zukunft. Der Großteil des Planeten ist unbewohnbar geworden, die Menschen leben zusammengepfercht in riesigen, in die Höhe gebauten Städten- 
den sogenannten "Megacities".
Es herrschen überbevölkerung, armut- und dementsprechend auch Drogen und Verbrechen.
Eine Polizei gibt es nicht mehr, der einzige weg hier noch Ordnung zu schaffen sind die sogenannten Judges, welche Polizei, Richter- und Henker in einer Person darstellen.
Kein Wunder also, dass deren Einsätze meist mit der Todesstrafe enden- und auch unbeteiligte oder sich ergebende diese oft nicht überleben.
Der erfahrene Judge Dredd kriegt eine Anwärterin an seine Seite gestellt, welche eigentlich die Prüfungen zum Judge nicht bestanden hat- 
aber über telepathische Fähigkeiten verfügt, und daher eine letzte Chance bekommt, sich zu bewähren.
Schon der erste Einsatz wegen einem Dreifachmord führt die beiden in einen riesigen Hochhaus-Komplex namens Peach Trees, in dem die Drogenbaronin Ma-Ma herrscht.
Diese lässt beim eintreffen der beiden Judges das Hochhaus von einem Hacker durch Stahltüren vor allen Eingängen und Fenstern komplett abriegeln- 
so dass keiner mehr hinein oder heraus kann.
Ma-Ma hetzt nun nicht nur ihre eigenen Leute auf die Judges, sondern fordert auch alle Bewohner und Besucher des Gebäudes auf, Jagd auf die Judges zu machen...

Im Vergleich zur doch sehr bemüht, und teils sogar albern wirkenden Version des Stoffes mit Sylvester Stallone hat sich hier einiges getan.
Bedingungslose härte wie in der Comicvorlage, ohne jeglichen Blick auf eine Jugendfreigabe, tun dem Film gut.
Der Gewaltgrad mag durchaus auch einige abschrecken, und mancher wird sich fragen, ob die eine oder andere Gewaltspitze sein musste- 
aber es ist nun mal die Verfilmung eines gewalttätigen Comics. 
Eine tiefgreifende Handlung darf man hier natürlich nicht erwarten- und auch die Schauwerte halten sich in Grenzen, 
da der Großteil des Films innerhalb eines riesigen Gebäudekomplexes spielt.
Karl Urban gibt den Dredd, nimmt aber seinen Helm nie ab- hätte also auch fast jeder andere drunterstecken können.
Lena Headey führt die Gegenseite an, und überzeugt dabei ebenso, wie auch der Rest der ansonsten eher unbekannten Darsteller.
Immerhin hat man es hier geschafft, den Film relativ bunt, und gleichzeitig düster zu gestalten- und wird somit auch der Comic-Vorlage gerecht.
Lediglich die vielen Szenen in Zeitlupe mögen "mal" ganz nett sein, und vielleicht sogar in 3D ganz gut wirken- aber irgendwann ist es dann doch einfach nur noch nervig.
Herausragend dagegen ist der Score... sehr treibend und immer passend eingesetzt.

8/10

PIRANHAS (1978)



Im Auftrag der US-Army wurden vom Wissenschaftler Doktor Hoak in einer abgelegenen Forschungsstation im Wald
extrem aggressive Piranhas gezüchtet, die in jedem Wasser überleben können.
Diese sollten eigentlich in den Flüssen von Vietnam ausgesetzt werden, um den Amerikanern zum Sieg zu verhelfen- wozu es aber nie kam.
Inzwischen ist der Vietnamkrieg schon lange vorbei, die Fische sind aber immer noch in ihrem Becken, überwacht von Hoak.
Eines Nachts finden zwei Teenager zufällig das Gelände, und steigen über den Sperrzaun um in den vermeintlichen Swimmingpool zu springen.
Das freut natürlich die Piranhas, die beiden Schwimmer werden seitdem aber vermisst.
Als man die beiden vermissten sucht, stößt man auch auf die alte Forschungsstation- mit verheerenden Folgen.
Bei der Spurensuche wird das Wasser aus dem Becken in den nahe gelegenen Fluss abgelassen, welcher in einem Badeparadies endet...

Produziert von Genre-Legende Roger Corman hat Regisseur Joe Dante hier eigentlich nur den Erfolg des "Weissen Hai" im kleineren Rahmen kopieren wollen,
und dabei selbst einen kleinen Tierhorror-Klassiker geschaffen, der eine Fortsetzung und Remakes nach sich zog.
Das ist auch kein Wunder, denn die Mischung aus Spannung und Horrorszenen passt, und der Film nimmt sich auch nicht zu ernst.
Die Tricks sind gelungen und auch die Schauspieler können überzeugen. Mit den üblichen Klischees solcher Filme muss man aber auch hier leben.

7/10

DIE RÜCKKEHR DER PIRANHAS (1995)



Grundhandlung siehe oben, Piranhas, 1978.

Als erstes muss ich über den deutschen Titel meckern. Warum "Die Rückkehr"? Der Originaltitel lautet einfach nur "Piranha"!
Scheinbar wollte man uns in Deutschland eine weitere Fortsetzung vorgaukeln, was auch den Satz "Sie greifen wieder an!" auf dem Cover erklärt.
Der Film ist keine Fortsetzung, sondern inhaltlich ein beinahe 1:1 Remake des Joe Dante-Films von 1978.
Man hat einige Geschlechterrollen vertauscht, und mehr Nebenfiguren eingebaut- welche allesamt von den Piranhas weggeknuspert werden.
Anders gesagt: Die Piranhas haben in diesem Remake deutlich mehr zu tun als im Original, dafür kommt alles ein paar Stufen billiger rüber.
Produziert hat auch hier wieder Roger Corman, die Regie hat der zu Recht eher unbekannte Trashfilmer Scott P. Levy übernommen.
Erstaunlich ist nur die Besetzung: Neben William Katt in der Hauptrolle sind auch noch Alexandra Paul und eine sehr junge Mila Kunis zu sehen.

5/10

PIRANHA (PIRANHA 3D) (2010)



Arizona. Lake Victoria. Spring Break.
Der komplette See und seine Strände sind mit notgeilen Teenagern bevölkert, die ausser Party, Alk und Sex nichts in der Birne haben.
Dummerweise gab es hier gerade eine kleines Unterwasserbeben, welches den Eingang zu einer Höhle freigelegt hat.
In dieser Höhle haben durch Inzucht und Kannibalismus eine Art prähistorische Piranhas überlebt.
Als erste Leichen gefunden werden, versuchen Sheriff Julie Forester (Elisabeth Shue) und Deputy Fallon (Ving Rhames)
die nichtsahnenden feiernden zu warnen.
Unter ihnen ist auch Julie's ältester Sohn Jake (Steven R. McQueen), der entgegen seiner Babysitter-Verpflichtung lieber am See abhängt.
Da zuhause niemand aufpasst, waren auch seine beiden jüngeren Geschwister mit einem Boot auf dem Lake Victoria unterwegs-
sind durch einen Unfall aber auf einer kleinen Insel im See gestrandet.
Inzwischen ist der komplette Piranha-Schwarm unterwegs zu einem All-you-can-eat-Buffet am bestbesuchten Strand des Sees...

Wenn Horror-Spezialist Alexandre Aja ein Piranha-Remake dreht, kann man mit einer Menge Blut, Gedärm und Spaß rechnen.
Die ersten beiden Punkte werden auch voll und ganz erfüllt- das mit dem "Spaß" ist aber teils reine Geschmackssache...
Für meinen Geschmack hätte man auf die andauernd in den Vordergrund gestellten Plastikmöpse diverser Chirurgen-Opfer gut verzichten können,
das hätte einem dann auch immer wieder vorkommende, hochgeistige Dialoge wie "Titten, Titten, Titten, Titten" erspart.
Andererseits hätte der Film dann wohl Probleme gehabt, annähernd in gewohnte Spielfilmlänge zu kommen...
Der Film ist mit FSK 18 ungekürzt- trotz diverser wirklich extremer Splatterszenen, welche aber natürlich durch den "Party-Anteil" im Film
deutlich abgemildert werden. Der Begriff "Funsplatter" trifft es hier perfekt.
Dass hier nicht nur mit (gut aussehenden) klassischen Goreszenen, sondern auch extrem viel mit CGI-Tricks gearbeitet wurde, sollte nicht Überraschen-
da sich der Film aber sowieso kein bisschen ernst nimmt, wirkt das in diesem Fall nicht so störend wie in manchen anderen Filmen.
Die 3D-Effekte fallen auch in der 2D-Fassung deutlich auf, wer 3D mag dürfte entweder zufrieden sein- oder ziemlich angekotzt reagieren. (Hehehe...)
Sehr überraschend ist auch die Besetzung, vor allem einige kleine Nebenrollen und Gastauftritte sind kultig.
Neben den schon genannten sind noch Jerry O'Connell, Dina Meyer, Eli Roth, Richard Dreyfuss und absolut genial: Christopher Lloyd zu sehen.
Insider freuen sich zudem über den Gastautritt von Greg Nicotero (das "N" in der "KNB" EFX Group).
Trotz der offensichtlichen Ausrichtung auf ein rein Schwanzgesteuertes Publikum können auch Splatterfreunde mit diesem Film durchaus Spaß haben.

7/10

ROBOCOP (1987)



Detroit in naher Zukunft:
Die Polizei wird vom mächtigen Privatkonzern OCP geleitet, und schafft es kaum noch, die Bürger vor einer immer mehr eskalierenden Verbrechenswelle zu schützen.
Als neue Hoffnung gilt ein Projekt von OCP, welches sich um Cyborg-Technik dreht.
Bei einem Einsatz gegen eine brutale Drogengang wird Officer Murphy lebensgefährlich verletzt.
Man flickt ihn bei OCP mit Biomechanischen Bauteilen wieder zusammen, und löscht sein Gedächtnis.
Das Experiment gelingt, und RoboCop räumt erfolgreich in der Unterwelt auf.
Probleme tauchen auf, als RoboCop sich teilweise wieder an seine Vergangenheit als Mensch erinnern kann, dadurch auch Korruption innerhalb von OCP aufdeckt-
und das ganze zu einer persönlichen angelegenheit macht...

RoboCop war der erste Film, den ich mir damals noch per Brief-Bestellung und hoffnungslos überteuert als Import-VHS holte,
da selbst die deutsche FSK 18-Erstauflage, die ich aus einer Videothek gekauft hatte, stark gekürzt war.
Man konnte ihn sich durchaus ansehen, es war auch alles verständlich- aber man bemerkte eben doch einige der Schnitte...
Ungekürzt, wie man ihn heute problemlos auf jeder DVD oder Blu-ray kriegt, gehörte RoboCop seinerzeit wohl zum härtesten, was man in Actionfilmen sehen konnte.
Damals war ich auch generell von den Tricks noch begeistert, heute muss man sagen, dass zumindest die Szenen um ED-209 verdammt schlecht gealtert sind.
Das macht den Film an sich natürlich nicht schlechter, sein Kultstaus ist durchaus berechtigt.
Der Zynismus in diesem Film wurde bis heute nur selten erreicht,
er überzeugt sowohl als Actionfilm, wie auch als boshafte Satire in Richtung Polizeistaat, Technisierung und Medien.
Sowohl Peter Weller als RoboCop, als auch Kurtwood Smith als Drogenbaron Clarence Boddicker sind eine perfekte Wahl,
auch die anderen Darsteller wurden sehr gut ausgesucht (Nancy Allen, Miguel Ferrer...).
Der sehr gelungene Soundtrack von Basil Poledouris krönt das ganze.
Regisseur Paul Verhoeven hat mit RoboCop einen wahren Klassiker unter den Actionfilmen geschaffen!

10/10

ROBOCOP (2014)



In naher Zukunft ist der amerikanische Konzern Omnicorp weltweit der Marktführer in Robotertechnologie.
Überall werden die vom Konzern produzierten Kriegs- und Polizei-Roboter ED-208 und ED-209 erfolgreich eingesetzt, nur im eigenen Land nicht.
Dies liegt an einem Gesetz, welches Maschinen verbietet, Polizeiarbeit zu leisten, da diese völlig gefühllos handeln.
In Detroit herrschen Kriminalität und Korruption, auch bei einigen Polizisten- was dem gesetzestreuen Cop Alex Murphy zum Verhängnis wird,
als er entdeckt, dass Waffen aus Polizeigewahrsam auf der Straße auftauchen.
Murphy wird daraufhin bei einem Sprengstoff-Anschlag schwer verletzt, und von Omnicorp auserkoren, eine neue Art Polizist zu werden-
ein Cyborg, zwar mehr Maschine als Mensch, aber eben mit menschlichen Gefühlen.
Doch mit einem hat niemand gerechnet: Der menschliche willen lässt sich trotz Operation am Gehirn nicht so einfach unterdrücken-
schon bald nimmt sich RoboCop entgegen seiner Programmierung des Falles "Versuchter Mord an Alex Murphy" an, und stößt dabei tiefer in Polizeikreise vor, als er dachte...

Ein "Remake" würde ich diesen Film nicht nennen. Eher ein Reboot.
Dass der neue RoboCop moderner daherkommen würde war klar, und die Umsetzung ist meiner Meinung nach auch hervorragend gelungen.
Der Score klingt etwas modernisiert, aber wuchtig wie gewohnt, RoboCop's Rüstung wirkt ebenfalls modern, aber absolut passend- das selbe gilt für sein Motorrad.
Aufgrund der Freigabe ab 12 Jahren war klar, dass es sich hierbei nicht um einen zynisch-brutalen Splatter-Actionfilm handeln wird, wie es das Original war.
Aber dass man es hier geschafft hat, die perfekte Balance aus Action, und, fast möchte ich sagen Drama, auf die Leinwand zu bringen, hätte ich nicht geglaubt.
Die erste Filmhälfte gönnt sich die Zeit, die Charaktere einzuführen, die ethischen und rechtlichen Fragen aufzugreifen, die bei der erschaffung eines Cyborgs aufkommen,
und generell die Entstehung RoboCops zu veranschaulichen- was völlig ohne überflüssige Füllszenen, und somit interessant umgesetzt wurde.
In der zweiten Hälfte regiert dann brachiale Action, wenn auch auf einem Jugendfreien Level- was mich aber nicht im geringsten störte.
Immerhin hat man es geschafft, den neuen RoboCop ebenso wuchtig aussehen zu lassen wie das Original- nur das Splatter-Element fehlt hier völlig.
War das Original "nur" eine ätzende Anklage an Technisierung und die Medien,
kommen hier noch aktuelle Themen wie Daten-überwachung, Amerika's Einsätze im Ausland, und Whistleblower hinzu.
Die Besetzung ist gelungen, Joel Kinnaman nimmt man den RoboCop durchaus ab- auch Gary Oldman, Jackie Earle Haley, und Michael Keaton wurden gut ausgewählt.
Samuel L.Jackson als Moderator einer Fernsehsendung ist ebenfalls sehr passend, auch wenn sein Style hier etwas gewöhnungsbedürftig rüberkommt.
Nicht schlechter. Nicht besser. Anders.

9/10

TOTAL RECALL - DIE TOTALE ERINNERUNG (1990)



Der Fabrikarbeiter Douglas Quaid (Arnold Schwarzenegger) ist von seinen immer gleichen Tagesabläufen zusehends angeödet.
Zufällig erfährt er von der Firma Rekall, welche mit Gedankenimplantationen für jedermann werben.
Trotz der Warnung eines Kollegen Harry meldet er sich bei Rekall-
doch schon das Gespräch vor der Gedankenimplantation verläuft anders als gedacht:
Plötzlich ist nicht nur die Polizei hinter ihm her, auch seine Frau (Sharon Stone) entpuppt sich als Agentin, die gegen ihn arbeitet...

Der Film ist der beste Beweis dafür, dass auch eine Interessante Grundhandlung nichts hilft,
wenn die Schauspieler, in diesem Fall sogar der Hauptdarsteller, absolut nicht überzeugend sind.
Schwarzenegger wirkt auf mich fehlbesetzt wie nie zuvor, seine Mimik entgleist ihm hier regelmäßig.
Schade, denn die Umsetzung der Geschichte von Philip K.Dick, mit einem Drehbuch von Dan O'Bannon hat durchaus potential.
Tricktechnisch ist der Film für seine Zeit durchaus ordentlich anzusehen, gegen Paul Verhoeven's Regie ist auch nichts zu sagen.
Nur Schwarzenegger passt einfach so gar nicht in diesen Film...

6/10

TOTAL RECALL (2012)



In der Zukunft gibt es auf der Erde zwei Kolonien, auf entgegengesetzten Seiten des Planeten.
Verbunden sind diese durch einen Tunnel, in dem ein riesiger Expressfahrstuhl durch's Erdinnere führt.
Der Fabrikarbeiter Douglas Quaid (Colin Farrell) ist ein Pendler, und kann seinem Leben nichts mehr abgewinnen- die immer gleichen Abläufe öden ihn zusehends an.
Zufällig erfährt er von der Firma Rekall, welche mit Gedankenimplantationen für jedermann werben.
Trotz der Warnung seines Kollegen und besten Freundes Harry (Bokeem Woodbine) meldet er sich bei Rekall-
doch schon das Gespräch vor der Gedankenimplantation verläuft anders als gedacht:
Plötzlich ist nicht nur die Polizei hinter ihm her, auch seine Frau (Kate Beckinsale) entpuppt sich als Agentin, die gegen ihn arbeitet...

Viel negatives habe ich im Vorfeld gehört, das Remake sei eine seelenlose Hochglanzproduktion, komme bei weitem nicht ans Original heran-
und sei somit komplett überflüssig.
Ohne Vorbehalte habe ich mir den Film angesehen- und muss sagen: Ich finde ihn um einiges besser als das Original.
Colin Farrell passt erstaunlich gut in seine Rolle, und kommt glaubhaft rüber.  
Mein größter Kritikpunkt am Original war Schwarzeneggers miserables Schauspiel, da ist Farrell die eindeutig bessere Wahl!
Allgemein ist auch die komplette Umgebung trotz Hightech viel trostloser dargestellt, als noch im Original,
was aber natürlich ohne heutige CGI-Tricks nicht machbar gewesen wäre.
Es gibt neben den generell sehr guten Tricks auch einige Neuerungen in der Grundstory, die sehr gut in die Handlung passen-
und auch bei Kennern der Story keine Langeweile aufkommen lassen.
Was dagegen ganz klar zurückgefahren wurde, ist die Gewaltdarstellung- dafür gibt es beinahe durchgehend gut gemachte Actionszenen zu bestaunen.
Genau so muss dieser Stoff meiner Meinung nach heutzutage aussehen- und kein bisschen anders.

9/10
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